Nachruf: Zollinspektor und Geschäftsmann

Vorarlberg / 04.02.2020 • 10:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Adolf Gorbach: Seine Familie war ihm stets sehr wichtig.

Adolf Gorbach starb in Au kurz nach seinem 95. Geburtstag

Ernest Enzelsberger

AU Am 17. Jänner 2020 ist Adolf Gorbach, Zollwachinspektor und Geschäftsmann, zwei Tage nach seinem 95. Geburtstag verstorben. Er wurde für sein vielfältiges Wirken mehrfach ausgezeichnet.
Adolf Gorbach wurde am 15. Jänner 1925 in Klösterle als zweites von fünf Kindern geboren und verbrachte dort seine ersten Lebensjahre. Sieben Jahre später übersiedelte die Familie nach Weiler. Nach der Volksschule absolvierte er die kaufmännische Wirtschaftsschule in Feldkirch und trat anschließend als Buchhalter in den Dienst der Firma Huber’s Erben in Götzis.
Im Alter von 16 Jahren wurde Adolf Gorbach zum Kriegsdienst eingezogen und in Weißrussland sowie später in Russland auch an vorderster Front eingesetzt. Dabei erlitt er schwere Verwundungen. Bei Kriegsende machte er sich wie viele andere Kameraden selbstständig auf den Weg und kehrte, ohne in Kriegsgefangenschaft geraten zu sein, heim. Diese Ereignisse im Jugendalter prägten sein ganzes Leben.
Sein Berufsweg führte ihn 1946 zur österreichischen Zollwache. Er war an verschiedenen Dienststellen in Vorarlberg tätig, unter anderem in Schoppernau und Hochkrumbach. Dort verwaltete und überwachte er die Zollgrenze zum Zollausschlussgebiet Kleinwalsertal.

In Au lernte er seine spätere Frau Johanna Lingg kennen, die Hochzeit fand 1954 statt. In dieser Zeit absolvierte er auch die Bundesfinanzschule in Wien und schloss diese mit der B-Matura erfolgreich ab.
Adolf und Johanna wurden Eltern von sechs Kindern, denen sie eine sorgenfreie Kindheit ermöglichten. Neben seinem Beruf als Zollwachinspektor gründete Adolf mit seiner Frau 1959 das erste Spar-Lebensmittelgeschäft mit Selbstbedienung im hinteren Bregenzerwald. Kurze Zeit später eröffnete er eine Skiwerkstatt, und in Johannas Lebensmittelgeschäft kamen auch Sport und Mode ins Angebot. Viele Jahre später übernahm er noch die Geschäftsführung des Skilifts Grunholz in Au.
Adolf Gorbach war ein leidenschaftlicher Wintersportler und brachte diese Begeisterung beim WSV Au ein, den er 18 Jahre lang als Obmann führte. Er stellte sich auch dem VSV als Alpin-Sportwart und dem SC Bregenzerwald als Geschäftsführer zur Verfügung. Als Anerkennung wurden ihm das Goldene Ehrenzeichen des VSV und die Ehrenobmannschaft des WSV Au verliehen. Die Leidenschaft für den Sport hat er an seine Kinder, Enkel und Urenkel weitergegeben.

In jüngeren Jahren war Adolf Gorbach immer wieder bei teils schwierigen und gefährlichen alpinen Rettungseinsätzen mit dem Zoll und als Lawinensuchhundeführer gefordert. Auch dafür erhielt er mehrere Auszeichnungen. So auch 1955 die Bronzene und 1965 die Silberne Medaille am Roten Bande für Verdienste um die Republik Österreich.
Seine Familie war für Adolf Gorbach stets sehr wichtig. Mit regem Interesse verfolgte er den Werdegang seiner zwölf Enkel, die er in jüngeren Jahren auch gerne zu besonderen Unternehmungen mitnahm. Viel Freude bereiteten ihm seine sechs Urenkel, die die Begeisterung für den Wintersport mit ihm teilten. Mit den Enkeln und auch noch den Urenkeln ging er oft zum Fischen im Formarin- und Spulersee und im Speicherbecken in Braz.
Bis zuletzt waren ihm Familienfeste äußerst wichtig. Die jährlichen Zusammenkünfte zu Ostern und Weihnachten in Au wurden von langer Hand vorbereitet. In den letzten Jahren wurde Adolf Gorbach von sich abwechselnden Betreuerinnen liebevoll umsorgt. Seinen 95. Geburtstag, zwei Tage vor seinem Tod, hat er mit letzten Kräften gefeiert.

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