Im Spital ist Marina Moosbrugger dem Leben ganz nah

Vorarlberg / 05.02.2020 • 09:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Marina Moosbrugger ist privilegiert. Sie übt ihren Traumberuf aus. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Marina Moosbrugger ist privilegiert. Sie übt ihren Traumberuf aus. Klaus Hartinger

Krankenhausseelsorgerin Marina Moosbrugger erlebt jeden Tag berührende Begegnungen.

Bludenz Beruflich fühlt sich die Krankenhausseelsorgerin im Spital Dornbirn und Landeskrankenhaus Rankweil derzeit am richtigen Ort. „Momentan ist es mein Traumberuf“, sagt Marina Moosbrugger (27) in dem Bewusstsein, dass das Leben – auch in Sachen Beruf – noch vieles bringen kann. Viele Patienten sind überrascht, wenn sie sich als Krankenhausseelsorgerin vorstellt. „Weil ich noch jung bin, meinen viele, dass ich eine Praktikantin oder Schülerin bin. Aber sobald sich ein Gespräch entwickelt, spielt meine Jugend keine Rolle mehr.“

„Lerne viel von den Patienten“

Der Beruf beschert ihr jeden Tag berührende Erlebnisse. „Wenn man Menschen begleitet, die aufgrund einer Depression nicht mehr weiterwissen und dann nach Monaten wieder lächeln, ist das sehr ergreifend.“ Moosbrugger begegnet den Spitalsinssassen von Mensch zu Mensch. „Keiner ist nur seine Krankheit. Mich interessiert der Mensch und was hinter seinem Leid steckt.“ Menschen, so hat sie festgestellt, gehen ganz unterschiedlich mit leidvollen Situationen um. „Diese Vielfalt zu sehen, ist für mich bereichernd.“ Überhaupt lerne sie sehr viel von den Patienten, zum Beispiel Dankbarkeit für die eigene Gesundheit und für das Schöne im Leben.

„Gott ist nicht fern. Er begegnet mir im Gegenüber und in der Auseinandersetzung mit mir selbst.“

Marina Moosbrugger, Krankenhausseelsorgerin

Es gefällt ihr, so nahe am Leben – und manchmal auch am Tod – zu sein. „Mit manchen Patienten teile ich die Hoffnung, dass das Leid und der Tod nicht das letzte Wort haben. Gott ist auch dann da.“ Für Moosbrugger ist der Allmächtige jemand, der sieht, wie es uns geht, der für uns da ist und uns begleitet. Das Grundvertrauen in Gott wurde ihr von ihren Eltern mitgegeben. „In unserer Familie wurde am Anfang und am Ende des Tages gebetet.“ Gott ist für Moosbrugger nicht fern. „Er begegnet mir im Gegenüber und in der Auseinandersetzung mit mir selbst.“

Ihrer Meinung nach war er es auch, der sie sukzessive auf den Job im Spital vorbereitete. Nach der Matura wusste die Wälderin, dass sie einmal eine Arbeit haben will, bei der sie im prallen Leben stehen kann: „Mich haben immer schon die Menschen und das Leben interessiert.“ Während eines Au-Pair-Aufenthalts in Australien reifte der Entschluss, eine psychotherapeutische Ausbildung und ein Theologie-Studium zu machen. Die Ausbildung gefiel ihr, weil sie sich im Zuge derselben mit Lebensfragen beschäftigen konnte. Das richtige Leben aber habe sie während eines Auslandssemesters in Indien kennengelernt, sagt Moosbrugger. Dort reiste sie umher und arbeitete in einem Waisenhaus und in einem Hospiz. „Ich verließ den behüteten Campus und suchte Kontakt zu Menschen.“ Später, als Pastoralassistentin, war sie als Seelsorgerin in einem Einkaufszentrum tätig. „Da lernte ich gut zuzuhören.“

Marina Moosbrugger

Geboren 10. November 1992 in Au

Wohnort Bludenz

Familie verlobt

Hobbys Wandern, Skifahren, Natur