Stationsleiterin setzt auf Menschlichkeit

Vorarlberg / 05.02.2020 • 13:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Stationsleiterin Verena Warger-Mörtlitsch ist seit vielen Jahren im Gesundheitswesen tätig. BI

Verena Warger-Mörtlitsch leitet die Tageschirurgie und Endoskopie im LKH Bludenz.

Bludenz Krankenschwester wollte sie immer schon werden, schon als junges Mädchen. Dieser Berufswunsch entstand für Verena Warger-Mörtlitsch, obwohl es in der Familie eigentlich keine Vorbilder im Gesundheitswesen gab. „Ich komme aus einer Lehrerfamilie. Aber ich habe mich dennoch stark für den Pflegeberuf interessiert. Das ist bis heute so. Es gibt keinen Tag, an dem ich nicht mit Freude arbeiten gehe“, zeigt sich die engagierte Gesundheitsfachfrau über ihren Beruf begeistert.

Nach ihrer Ausbildung arbeitete sie zuerst auf der internen Station im Landeskrankenhaus Bludenz. Die Arbeit mit älteren Menschen gefiel ihr. Nach einer beruflichen Pause durch die Geburt ihrer Kinder kam sie wieder auf ihren ursprünglichen Arbeitsplatz zurück: „Ich war froh, gleich wieder einsteigen zu können, denn ich finde die Arbeitsbedingungen hier ideal. Sehr unterstützend waren auch meine Eltern, die sich gerne um meine Kinder kümmerten.“ Ihr Arbeitsfeld wurde die Endoskopie, auch dieser Bereich liegt ihr. „Endoskopie umfasst Spiegelungen im Magen-, Darm- und Lungenbereich sowie Proktoskopien, außerdem führen wir Speiseröhrenmessungen und ph-Metrie, das sind Messungen des ph-Werts der Speiseröhre und des Magens, durch“, erklärt sie ihren Fachbereich.

Als 2011 eine neue Abteilung für Tageschirurgie entstand, war Verena Warger-Mörtlitsch von Anfang an mit dabei. „Die Tageschirurgie ist gut ausgelastet. Wir führen kleinere Eingriffe durch, bei denen die Patienten am gleichen Tag wieder nach Hause können. Dies ist oftmals im chirurgischen, unfallchirurgischen und gynäkologischen Bereich möglich. Auch Zahn- und HNO-Eingriffe bei Kindern bilden einen Teil unseres Spektrums“, erläutert sie.

Seit fünf Jahren hat die Brazerin die Leitung sowohl über die Endoskopie als auch die Tageschirurgie inne. Dies bedeutet viel Verantwortung, denn gerade tageschirurgisch fallen viele organisatorische Aufgaben an. Aber auch die Vernetzung und der Austausch untereinander ist ein wichtiger Faktor: „Eine gute Kommunikation im Team aber auch mit den Ärzten ist wichtig. Gerade in der Endoskopie funktioniert eine Untersuchung nur, wenn es zwischen dem Arzt und der Krankenschwester passt.“

Weiterbildung wichtig

Die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen ist in ihrem Beruf eine Voraussetzung. So werden die Computersysteme immer wieder erneuert und es gilt, auf dem neuesten Stand zu bleiben. Doch diese Herausforderungen liegen der zweifachen Mutter: „Man darf einfach nicht stehenbleiben! Nichts ist so schnelllebig wie die Medizin. Ich bin seit 15 Jahren in der Endoskopie, in diesem Zeitraum hat sich sehr viel geändert. Beispielweise im Bereich der Hygiene: Einmal im Jahr kommt ein Beauftragter der Hygiene in Innsbruck. Da muss ich Rede und Antwort stehen. Ich habe ja auch die Haftung als Stationsleitung. Alles muss gewissenhaft dokumentiert werden, es muss absolut nachvollziehbar sein, wer welchen Schritt gemacht hat.“ Aber auch im schmerztechnischen Bereich ist ihr jede Weiterbildung willkommen: „Jeder Patient soll so schmerzfrei wie möglich behandelt werden.“

Grundsätzlich ist für sie aber die menschliche Zuwendung das Um und Auf in ihrem Beruf: „Die meisten Patienten sind verständlicherweise ängstlich und nervös, wenn sie zu einer Untersuchung bei uns kommen. Es gelingt mir meistens mit Freundlichkeit und ein wenig Humor die Situation zu entschärfen. Die Menschlichkeit darf in unserem Beruf einfach nicht verloren gehen und auch nicht der respektvolle Umgang mit jedem einzelnen Patienten!“ BI