Tourismusboom und Klimanot

Vorarlberg / 05.02.2020 • 18:36 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Hotelbau boomt in Schruns derzeit gewaltig. Die nächsten Tourismusprojekte sollen im Ortskern entstehen und stehen kurz vor dem Baustart.VN/Lerch
Der Hotelbau boomt in Schruns derzeit gewaltig. Die nächsten Tourismusprojekte sollen im Ortskern entstehen und stehen kurz vor dem Baustart.VN/Lerch

Im Montafoner Hauptort entstehen bis Jahresende über 530 neue Gästebetten.

Schruns Die Marktgemeinde Schruns ist aktuell stark von Hotelbauten geprägt. Praktisch an allen Ecken des Ortes wird derzeit in die Schaffung neuer Gästebetten investiert. Bis zum Ende des Jahres werden es nicht weniger als 530 Betten sein. Damit ist es in Sachen Tourismusausbau aber noch nicht getan. Auch im Zentrum stehen einige bauliche Maßnahmen an. Neben dem Ausbau des Hotels Taube sowie des Löwen Hotels Montafon soll heuer auch der Baustart für das neue Pure Resort Schruns beim Josefsheim erfolgen.

Im Schrunser Rathaus freut man sich, dass der Tourismus im Ort wieder wachgeküsst werden konnte, wenngleich Bürgermeister Jürgen Kuster zu bedenken gibt, dass Schruns darum bemüht sein sollte, sich als nachhaltiger und authentischer Tourismusort zu positionieren, in dem sich Gäste und Einheimische gleichsam wohl fühlen.

Qualitative Neubauten

Unter diesem Aspekt wurden Baukulturrichtlinien erarbeitet und ein Gestaltungsbeirat installiert, die zukünftig Neubauprojekte unter die Lupe nehmen – insbesondere in Hinblick auf das alpine Ortsbild. Davon betroffen ist auch der Wohnbaubereich, der in den letzten Jahren in Schruns ebenfalls einen Boom erlebt hat. Die logische Konsequenz daraus ist, dass Grund und Boden knapper werden, Freiflächen verschwinden und Baulandpreise steigen – sehr zum Leidwesen der Schrunser. Mit nachhaltigen Konzepten will man sich in der Marktgemeinde ebenso wie im Gemeindeverband Stand Montafon dieser Zukunftsherausforderung stellen.

Ein weiterer wesentlicher Aufgabenbereich, der damit zusammenhängt, ist die Mobilität. Mit Infrastrukturprojekten wie der neuen Radwegunterführung nach Tschagguns, der Teilsanierung der Silvretta- bzw. Montjolastraße sowie der Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED wurden in jüngster Vergangenheit einige Verbesserungen erzielt. Der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs spielt dabei ebenfalls eine Rolle. Auch deshalb, weil im Vorjahr in Schruns der Klimanotstand ausgerufen wurde. Angesichts dessen werden hinkünftig wohl dahingehend Anstrengungen unternommen, um Verbesserungspotentiale bestmöglich auszuloten. Ob ein Beitritt ins e5-Programm des Landes eine Option ist, bleibt abzuwarten. VN-JS