Die Schulnachrichten an der VS Lustenau Kirchdorf interessieren das ganze Land

Vorarlberg / 06.02.2020 • 18:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Simone Flatz ist die Initiatorin der Petition für Wahlfreiheit bei der Leistungsbeurteilung für Volksschüler von der ersten bis zur dritten Klasse. VN/PAULITSCH

Ob der Einheitszweier tatsächlich in Zeugnissen von Volksschülern steht, wird sich am Freitag zeigen.

Lustenau Für den Direktor der Volksschule Lustenau Kirchdorf, Christoph Wund, sind die Tage derzeit überlang, die Nächte viel zu kurz. „Wir sind derzeit permanent am Diskutieren und am Suchen nach einer Lösung“, erzählt der Schulleiter der derzeit wohl bekanntesten Bildungsstätte Österreichs. Gerne spricht Wund dabei auch von der Qualität der Diskussion. „Da gibt es natürlich verschiedene Ansichten und Positionen. Trotzdem sind wir hier an der Schule ein Team geblieben“, betont Wund. Am Mittwoch sei auch Andreas Kappaurer, pädagogischer Leiter der Bildungsdirektion, noch um 22 Uhr in der Nacht extra von Bezau nach Lustenau gefahren, um sich bei der Lösungssuche einzubringen.

Petition läuft gut

Allein: Die Lösung ist nicht da. Noch nicht. „Möglich, dass wir noch dieNnacht vor der Verteilung der Schulnachricht diskutieren. Die Dokumente können wir ja auch noch um 10 Uhr schreiben, damit sie dann um 11.30 Uhr verteilt werden können.

Die Vorgeschichte um das Dilemma bei der Leistungsbeurteilung an der VS Lustenau Kirchdorf ist bekannt. Die Lehrerinnen der reformpädagogischen dritten Klassen weigern sich, ihren Schülerinnen Ziffernnoten zu geben. Sie würden damit gegen das Gesetz verstoßen, das 2018 von der türkis-blauen Regierung beschlossen wurde und die verpflichtende Vergabe von Ziffernnoten ab dem zweiten Semester der zweiten Schulstufe vorsieht. Vor dem Beschluss konnten die Lehrer autonom entscheiden, ob sie bis zur vierten Klasse ihren Schülern Ziffernnoten geben oder eine alternative Leistungsbeurteilung anwenden.

In einer Petition sammelt die Initiative „Gemeinsam. Zukunft. Lernen“ Unterschriften für ihre Forderung nach Wahlfreiheit bei der Leistungsbeurteilung in Volksschulen bis zur vierten Klasse. Bereits über 8000 sind schon da.

Nächtliches Treffen

Beim nächtlichen Treffen an der Volksschule Lustenau Kirchdorf waren auch Elternvertreter dabei. Ein Vater, Mario Lorenz, berichtet: „Auch wenn heftig diskutiert wurde, ging der Teamgedanke nie verloren. Andreas Kappaurer war ein hervorragender Moderator.“

Vertreten bei der Dringlichkeitssitzung an der Volksschule war auch ein Jurist der Bildungsdirektion. Er machte auf die dienstrechtlichen Konsequenzen für die Lehrer aufmerksam, sollten sie gegen Gesetze verstoßen. Diese könnten bis zur Kündigung reichen.

Dass es soweit kommt, glaubt Kappaurer nicht. „Ich denke, wir sind auf dem Weg zu einer guten, gesetzlich konformen, Lösung. Auch wenn das vielleicht bis zum Tag der Vergabe der Schulnachrichten dauert.“