Dornbirn verordnet sich ein Umweltprogramm

Vorarlberg / 06.02.2020 • 16:54 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Dornbirnerach im Juli 2019: Die Stadt will mit dem Umweltprogramm etwas fürs Klima tun. MAyer
Die Dornbirnerach im Juli 2019: Die Stadt will mit dem Umweltprogramm etwas fürs Klima tun. MAyer

Einstimmiger Stadtvertretungsbeschluss für Klimacheck und mehr.

Dornbirn Die Dornbirner Stadtvertretung hat in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig den Maßnahmenkatalog aus dem Dornbirner Umwelt- und Energieprogramm verabschiedet. 69 Einzelmaßnahmen quer über alle Fachbereiche der Stadt hinweg sollen im Rahmen dieses Programms heuer umgesetzt werden. Für die Grünen ein besonders wichtiger Punkt: Der Klimacheck, nach dem alle städtischen Projekte auf Klimatauglichkeit überprüft werden müssen. Wie SP-Stadtrat Gebhard Greber durchblicken ließ, war dies bei den Verhandlungen ein besonders strittiger Punkt.  

Heizen mit Abwärme

Das Umweltprogramm enthält Richtlinien, nach denen die Stadtverwaltung künftig handeln soll. Eine qualitätsvolle urbane Entwicklung, die Rücksicht auf hochwertige Grün- und Freiräume nimmt, ist darin ebenso festgeschrieben wie ein sorgsamer Umgang mit Grund und Boden. Die Energieeffizienz zu steigern und den Verbrauch zu verringern steht ebenso im Umweltprogramm wie das Ziel, Abgase, Abwärme, Abwasser und Abfall zu reduzieren. Trinkwasserpotenziale sollen geschützt und die Vielfalt im Naturraum Dornbirn gesichert werden, um nur einige der Richtlinien zu nennen.

Umweltstadträtin Juliane Alton jubelierte: „Wir haben in Vorarlberg nicht unbedingt einen Klimanotstand, aber das Umweltprogramm ist ein Instrument, mit dem wir Notsände bekämpfen können“, erklärte sie. Hochbaustadtrat Christoph Waibel nannte einige konkrete Beispiele: So soll das Messeareal künftig mit Abwärme aus der Eishalle beheizt werden. 30 Temperaturfühler für öffentliche Gebäude wurden angeschafft, um der Verwaltung Informationen zu liefern.

Und dann ist da der Klimacheck. „Wir sind froh, dass er dabei ist“, sagt Juliane Alton. Der wurde hart erkämpft: „Wir waren uns meist sehr schnell einig, beim Klimacheck haben wir aber heftig gestritten“, erinnerte sich Stadtrat Gebhard Greber. Sein Argument: Wenn die Stadt alles, was sie umsetzt, vorher auf klimatische Auswirkungen hin überprüft, warum nicht auch auf die sozialen oder wirtschaftlichen Folgen? Ihm wäre ein Nachhaltigkeitscheck lieber gewesen.

Weniger tragisch sah dieses Missverhältnis Ingrid Benedikt (Grüne). Ihre Partei betonte nach der Sitzung in einer Aussendung nochmals, für wie wichtig sie das Umweltprogramm hält un nennt weitere Ziele. „“Radfahren und zu Fuß gehen muss sicherer und bequemer, das Stadtbusnetz weiter verdichtet werden“, so Juliane Alton darin. VN-pes

„Wir waren uns meist sehr schnell einig, beim Klimacheck haben wir aber heftig gestritten.“