„Udo lobte die Vorarlberger Pünktlichkeit“

Vorarlberg / 06.02.2020 • 19:03 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Bischoff bei der Aufbahrung von Udo Jürgens im Rathaus Wien, 2014.
Bischoff bei der Aufbahrung von Udo Jürgens im Rathaus Wien, 2014.

Society-Expertin Lisbeth Bischoff kannte Udo Jürgens gut. Als Hommage tourt sie durch Österreich.

Doren Keine andere Society-Expertin kannte Udo Jürgens wohl besser als Lisbeth Bischoff (64) aus Dornbirn. Über 40 Jahre begleitete die Journalistin den Werdegang des Schlagerstars – bis hin zu seinem Tod vor fünf Jahren. Anlässlich seines Todestages tourt sie mit ihrem Programm „Udo Jürgens – Unvergessen“ durch ganz Österreich und liest aus ihrem Buch „Merci, Udo Jürgens“.

An das erste Treffen mit Udo Jürgens erinnert sich Lisbeth Bischoff gerne zurück. Sie war 13 Jahre alt und ein großer Fan. „Udo war im Rahmen seiner Tournee in Dornbirn. Ich habe im Hotel gewartet, um ein Autogramm von ihm zu holen. Ich war sehr aufgeregt“, erzählt sie im VN-Gespräch. Ihre Erlebnisse hielt Bischoff damals in ihrem Tagebuch fest. „Das Erste, was mir an ihm aufgefallen ist, waren seine schönen und gepflegten Hände.“ Damals ahnte sie nicht, dass sie später als Reporterin noch über 90 Gespräche mit ihm führen wird und im ersten Interview mit ihm erfahren wird, dass er einmal wöchentlich zur Maniküre geht. „Sie können gut beobachten“, habe Jürgens damals über ihr Kompliment gesagt.

Über die Jahrzehnte hat sie den Sänger gut kennengelernt und ein Vertrauensverhältnis zu ihm aufgebaut. „Aber der Kontakt war rein beruflich. Ich war auch gar nicht sein Beuteschema, Udo mochte Blondinen, ich war dunkelhaarig“, sagt sie mit einem Schmunzeln. Dass Jürgens seinen Ruhm bei vielen Frauen einzusetzen wusste, ist kein Geheimnis, auch seine Untreue zu seinen Ehefrauen war ein viel diskutiertes Thema in der Presse. „Udo betonte aber immer wieder, kein großer Frauenverführer zu sein. Er musste immer lachen, wenn man ihn so bezeichnet hat“, sagt Bischoff.

Udo Jürgens hat sie als „professionell, freundlich und sehr unkompliziert“ in Erinnerung. Doch eines duldete er nicht: „Unpünktlichkeit war für ihn ein No-Go. Die Vorarlberger Pünktlichkeit hat er immer gelobt.“

Der Gesellschaftsreporterin war es wichtig, sein Schaffen auch nach seinem Tod am Leben zu erhalten. „Er war ein besonderer Mensch, ein Ausnahmekünstler und einer der wenigen, denen es gelungen ist, ihren Erfolg über Jahrzehnte zu halten.“

 „Ich war nicht sein Beuteschema, Udo mochte Blondinen, ich war dunkelhaarig.“

Die Society-Expertin traf den Musiker fast 100 Mal; 1988.

Die Society-Expertin traf den Musiker fast 100 Mal; 1988.

1974: Schon als Jugendliche war Lisbeth Bischoff ein großer Fan. In seiner Biografie schilderte sie ihre Erinnerungen an den Ausnahmekünstler.
1974: Schon als Jugendliche war Lisbeth Bischoff ein großer Fan. In seiner Biografie schilderte sie ihre Erinnerungen an den Ausnahmekünstler.

Lisbeth Bischoff mit „Udo Jürgens – Unvergessen“: 7. Februrar, Unsere KleinWien-Bücherei, 19.30 Uhr. Restkarten Abendkasse.