Über 700 Jugendliche auf Gretas Spuren

Vorarlberg / 06.02.2020 • 20:01 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Jugendbotschafterinnen erzählten im Landestheater unter anderem von den Baumpflanzaktionen in Afrika. VN/Paulitsch
Jugendbotschafterinnen erzählten im Landestheater unter anderem von den Baumpflanzaktionen in Afrika. VN/Paulitsch

Bregenz Felix Finkbeiner war schon lange vor Greta Thunberg da. Vor ziemlich genau 13 Jahren hielt der damals neunjährige Oberbayer ein Schulreferat mit dem Titel „Wie man den Eisbären retten kann“. Er berichtet vom Treibhauseffekt, von schmelzenden Eisbergen und von der kenianischen Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai, die in ihrer Heimat innerhalb von 30 Jahren 30 Millionen Bäume pflanzte. Am Ende sagte er zu seiner Klasse: „Wenn sie 30 Millionen Bäume in 30 Jahren pflanzen kann, dann müssen Schüler in jedem Land der Welt doch auch eine Millionen Bäume pflanzen können.“ Zwei Monate später wurde vor der Schule der erste Baum gepflanzt. Heute ist Plant-for-the-Planet eine weltweite Baumpflanzbewegung und Felix Finkbeiner (22) ein begehrter Talkshowgast und Redner.

Am Donnerstag zeigten knapp 700 Jugendliche aus Vorarlberg, dass in jedem von uns ein kleiner Weltretter stecken kann. Finkbeiner läutete die Zukunftskonferenz „My future – who cares?“ mit einer Keynote ein.

Theater trifft Hilfsorganisation

„My future – who cares?“ wurde vom Vorarlberger Landestheater in Kooperation mit Care Österreich ins Leben gerufen. „Mir geht es darum, Jugendliche zu befähigen, ihre Ideen selbst in die Hand zu nehmen. Sich wichtig zu nehmen, Dinge zu wagen und nicht zu warten, bis es ein anderer für sie tut“, erläutert Theaterpädagogin Nina Fritsch. In der Agenda 2030 haben die Vereinten Nationen 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung definiert. Eben davon handelten auch die 32 verschiedenen Workshops, die die über 700 Jugendlichen in den vergangenen fünf Monaten besuchten. Bei der Zukunftskonferenz wurden die Ergebnisse präsentiert. „Interessiert es euch, wie viel Kunststoff jeden Tag im Meer landet? Habt ihr jemals nachgedacht, welche Konsequenzen euer Handeln haben kann? Habt ihr jemals wissentlich der Umwelt geschadet?“, fragt Leonie Ronacher. Im Rahmen eines Maturaprojekts hat sich die HAK-Bregenz-Schülerin gemeinsam mit Lea Schneider und Alexander Meyer Gedanken gemacht, welche Auswirkungen selbst kleine Dinge im Alltag haben.

„Catchies“

Kurz darauf betreten die Jugendbotschafterinnen die Bühne und erzählen von ihren Aufenthalten in Afrika, von den Baumpflanzaktionen, den Problemen, die durch fehlende Toiletten entstehen und den eigens entwickelten Stoffbinden namens „Catchies“. Im Vortrag von Schülern des Gymnasiums Schillerstraße geht es um ein Austauschprojekt mit der Insel La Réunion, bei dem sie die Lebensqualität erforscht haben und in jenem der Nachhaltigkeitsgruppe der HAK Bludenz um die „Refill-Aktion“. Die hellblauen Sticker an der Tür zeigen an, dass alle Passanten in diesem Geschäft ihre Wasserflasche gratis auffüllen lassen können. „Am 15. Jänner haben wir den ersten Versuch gestartet und innerhalb von zwei Stunden mehr als 20 Unternehmen erreicht“, schildert Laura Hanser. „My future – who cares?“ will Verständnis dafür entwickeln, dass wir alle in einer Welt leben. Eva Brunner von Care betont: „Wenn 700 Jugendliche in verschiedenste globale Themen eintauchen, schafft das Bewusstsein für die weltweiten Zusammenhänge und dafür, was letztlich ihr jeweils persönlicher Beitrag sein kann.“ VN-ger