Das sind die „50 Köpfe von morgen“ 2020

Vorarlberg / 07.02.2020 • 12:51 Uhr / 57 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
VN/Paulitsch

Zum 14. Mal kürten die VN junge, erfolgreiche Vorarlbergerinnen und Vorarlberger unter 40 Jahre.

Schwarzach Was junge Menschen anstoßen und vorantreiben können, hat im vergangenen Jahr Klimaaktivistin Greta Thunberg gezeigt. Man kann zu der Schwedin stehen, wie man will, eines muss man ihr aber lassen: Sie hat es wie keine andere geschafft, den Klimawandel präsent zu machen, Menschen zum Umdenken zu bewegen, und sie hat eine Veränderung in Weltpolitik und -wirtschaft erwirkt.

Die mittlerweile global agierende Fridays-for-Future-Bewegung wird hauptsächlich von Jugendlichen und jungen Erwachsenen getragen. Die Gründerin Greta Thunberg ist gerade einmal 17 Jahre jung. Auch die vor Kurzem angelobte österreichische Bundesregierung ist die jüngste in der Geschichte des Landes. Oft sind junge Menschen die treibende Kraft für Innovationen, Veränderung und Trendwenden.Auch in Vorarlberg gibt es viele hoffnungsvolle Talente. Den Überfliegern, den jungen Talenten unter 40 Jahren, ist die „50 Köpfe von Morgen“-Ehrung gewidmet, die am Donnerstagabend in der Fachhochschule Vorarlberg über die Bühne ging.

Sie touren als erfolgreiche Musiker durch die USA, führen mit viel Ehrgeiz Unternehmen, setzen sich uneigennützig für das Klima ein oder forschen für eine bessere Welt. So unterschiedlich ihre Fachgebiete, so vereint sind diese 50 jungen Menschen in ihrem Engagement. Sie haben Besonderes geleistet – und sind damit sicher noch nicht fertig. Ob man über sie sprechen wird? Wir glauben schon. Denn das ist eines der wichtigsten Kriterien, um in die Riege der 50 Köpfe zu gelangen: Die Überzeugung, dass diese engagierten Frauen und Männer auch in Zukunft eine wichtige Rolle in Vorarlberg spielen werden. Das sind die „50 Köpfe von morgen“ 2020:

Sarah Klotz

Sarah Klotz
Sarah Klotz

geb. 1998, lebt in Luzern, ist Fußballerin beim FC Luzern: Seit Sommer 2014 geht Sarah Klotz ihrer Passion Fußball in der Schweiz nach. Zunächst spielte sie noch beim FC Staad, wechselte dann zwei Jahre später zum FC Basel. Mit diesem Schritt startete für die Dornbirnerin auch ein neuer Lebensabschnitt, weg von zuhause. Die Entscheidung musste sie bis heute noch nicht bereuen, denn bei allen Stationen integrierte sie sich schnell in das neue Team und erhielt das Vertrauen des Trainers. Die drei Jahre in Basel waren zudem geprägt von zahlreichen Highlights: Zunächst erhielt sie die Auszeichnung als beste Spielerin des U19-Teams. Einige Monate später war sie die erste Vorarlbergerin, die im internationalen Klubwettbewerb Erfahrung sammeln durfte. Durch den Vizemeistertitel erreichte Basel die Qualifikationsrunde für die Champions League. Auf diese Saison hin machte Sarah Klotz den nächsten Schritt in ihrer Fußballlaufbahn und schloss sich dem FC Luzern an. Trotz ihres jungen Alters darf die Verteidigerin bereits auf mehr als 60 Spiele in der Nationalliga A zurückblicken. Und obwohl sie im Fußball nach weiteren Erfolgen greift, denkt die Dornbirnerin bereits an die Zeit danach und studiert in Freiburg Sportwissenschaft.

Peter Schwendinger

Peter Schwendinger
Peter Schwendinger

Geb. 1983, lebt in Schwarzach, forscht im orthopädischen Bereich: Die medizinische Forschung liegt Peter Schwendinger am Herzen, der Patient ebenso. Deshalb führt der in der Abteilung für Unfallchirurgie und Orthopädie am LKH Feldkirch tätige Arzt gerne beides zusammen. Für eine neue Methode zur schonenden Versorgung von Sehnenausrissen an den Fingern erhielt er unlängst den Durig-Böhler-Anerkennungspreis. Es ist nicht die erste Auszeichnung für den jungen Schwarzacher. Während seiner Zeit an der Universitätsklinik Innsbruck wurde er unter anderem mit dem Cast-Award für eine Forschung im Bereich der Hüftprothetik belohnt. Peter Schwendinger will sich auch künftighin mit neuen Errungenschaften, die Patienten zugutekommen, beschäftigen. „Es ist noch einiges in der Pipeline“, kündigt er an. In die Ferne zieht es ihn dafür nicht. Seinen Forschergeist wird er nach derzeitigem Stand der Dinge weiterhin im Landeskrankenhaus Feldkirch ausleben.

Anna Weber

 Anna Weber
Anna Weber

geb. 1986, lebt in Feldkirch, GF des Biosphärenparks Großes Walsertal: Seit bald einem Jahr dürfen sich die Walser über eine neue Geschäftsführerin des Biosphärenparks Großes Walsertal freuen. „Mich fasziniert die Vielseitigkeit der Aufgaben hier und die Einzigartigkeit der Region“, sagt Anna Weber, die seit dem 1. April im biospährenpark.haus zu finden ist. „Zumal wir in diesem Jahr das 20-Jahr-Jubiläum  feiern.“ Dementsprechend war Weber im vergangenen Jahr stark mit den Vorbereitungen beschäftigt. „Aber auch die allgemeine Einarbeitungszeit ist nicht zu unterschätzen“, sagt die in Feldkirch Wohnhafte und lacht. „So musste ich mir einen Überblick über die vielfältigen Thematiken des Biosphärenparks  und vieles mehr schaffen.“

Emre Yörüko

Emre Yörüko
Emre Yörüko

geb. 1998, lebt in Röthis, der Einzelhandelslehrling gewann Lehrlingswettbewerb:„Man muss offen sein und sollte gut zuhören können“, sagt Emre Yörüko zu seinem Erfolgsgeheimnis. Der Röthner setzte sich im Vorjahr gegen starke Konkurrenz als der beste Verkäuferlehrling Vorarlbergs durch und wurde auch beim Bundeswettbewerb guter Vierter. Die Lehre als Einzelhandelskaufmann war dabei ein Zufall, Yörüko hat sich kurzfristig zum Wechsel von der Schule zur Lehre entschieden und Handy4U in Rankweil bot eine Stelle an. „Es hat mir sofort gefallen“, freut sich Yörüko. Seine berufliche Zukunft sieht Yörüko aber woanders. Fotografieren und das Homepage-Programmieren sind seine Hobbys, deshalb würde er gerne im Bereich Webdesign arbeiten. Sein Verkaufstalent sieht er dabei als starken Benefit, den er einem zukünftigen Arbeitgeber mitbringen wird. „Wenn ich was will, dann mache ich das“, ist er überzeugt, dass er seinen Traumjob mit Sicherheit finden wird.

Stephanie Hollenstein

Stephanie Hollenstein
Stephanie Hollenstein

geb. 1988, lebt in Dornbirn, leitet weXelerate in Dornbirn: Das Start-up- und Innovationszentrum weXelerate hat nun neben Wien einen Standort in Vorarlberg. Am Lindengrund Dornbirn sollen Innovationen gefördert und neue Ideen und Geschäftsmodelle für Unternehmen mitgestaltet werden. Mittendrin ist Stephanie Hollenstein. Nach Studium und beruflichen Stationen bei Alpla, Crate sowie der Wirtschaftskammer will sie bei weXelerate nun Unternehmen dazu ermutigen, über die Grenzen der derzeitigen Möglichkeiten hinauszudenken. Denn es gebe viele Themen, die zu einer neuen Art des Handelns und Entscheidens auffordern. „Ich habe die Chance, mit weXelerate unsere großartigen Vorarlberger Unternehmen in ihren Innovationsprozessen mit einem erfahrenen Expertenteam zu stärken“, sagt Hollenstein. So soll der Standort zu einem Ort der Ideen und Chancen werden – inklusive Vorreiterrolle in Vorarlberg und über die Grenzen hinaus.

Sasha Böhler

Sasha Böhler
Sasha Böhler

geb. 1989, lebt in Koblach, Projektplaner für Zutrittssoftware und Prokurist: „Ich bin ein Allrounder, der sich über neue Herausforderungen freut, der großen Spaß an der Abwechslung hat, die sich auf dem Markt für den bezahlten Zutritt ergibt.“ Mit diesen Worten beschreibt Sasha Böhler seine Arbeit bei der Firma Portalum GmbH., die Komplettlösungen für den Bereich bezahlter Zutritte anbietet. Dazu zählt die Entwicklung von Kassensystemen ebenso wie die jeweils passende Zutrittssoftware für Schwimmbäder, Museen oder Stadien. Böhlers Hauptaufgaben bestehen aus Verkauf, Marketing sowie dem Projektmanagement. Portalum und Böhler sind erfolgreich unterwegs und dürfen sich über Kunden in Wien, Rügen in Deutschland oder in Tennessee (USA) freuen.

Danielle Fend-Strahm

Danielle Fend-Strahm
Danielle Fend-Strahm

geb. 1982, lebt in Hittisau. Sie leitet das Theater Café Fuerte: Nächtliches Freilufttheater im Winter? Für das Ensemble Café Fuerte war das kein Problem. Nicht aus Sensationslust, sondern weil es absolut gepasst hat, spielte man auch schon mitten in der schneebedeckten Landschaft. Danielle Fend-Strahm ist Regisseurin und gemeinsam mit Tobias Fend die Leiterin dieses Unternehmens. Es nimmt sich aktueller Themen an und spielt an außergewöhnlichen Orten. Dabei fanden geschichtliche Ereignisse, Biografien oder verdrängte Themen ebenso Berücksichtigung wie literarische Stoffe, die für die Bühne bearbeitet wurden. In diesem Jahr steht beispielsweise die Bearbeitung des Romanes „Die Wand“ von Marlen Haushofer auf dem Programm. Danielle Fend-Strahm hat in Wien studiert und an mehreren Theaterunternehmen, darunter dem Schauspielhaus Graz, gearbeitet. Das Ensemble Café Fuerte wird heuer in Österreich, der Schweiz und Deutschland auftreten.

Julia Grahammer

Julia Grahammer
Julia Grahammer

geb. 1992, lebt in Lustenau, Leiterin Startupland Vorarlberg und Geschäftsführerin der Jungen Wirtschaft: Julia Grahammer maturierte an der HLW in Rankweil und absolvierte ihr Bachelor-Studium an der FH Kufstein und in Montpellier in International Business. Dann studierte sie berufsbegleitend an der FH Vorarlberg und wurde zum Master in International Marketing and Sales graduiert. Beruflich war sie währenddessen bei Hanro im Marketing, dann leitete sie ein Hotel in Mellau. Seit der Gründung im April 2018 war sie ehrenamtlich und seit Oktober 2018 hauptberuflich bei Startupland Vorarlberg, der Plattform und Anlaufstelle für alle Startups in Vorarlberg, in Dornbirn tätig. 2020 hat sie auch die Geschäftsführung der Jungen Wirtschaft (JW) Vorarlberg übernommen, der Interessensvertretung und Netzwerk mit rund 600 Mitgliedern für JungunternehmerInnen und Führungskräfte. „Es macht mir sehr viel Spaß, in einem kreativen Umfeld tätig zu sein und mich für das Jungunternehmertum einzusetzen“, erläutert sie.

Niclas Flatz

Niclas Flatz
Niclas Flatz

geb. 2001, lebt in Doren, bester Rauchfangkehrerlehrling Österreichs: Niclas Flatz ist der beste Rauchfangkehrerlehrling Österreichs. Beim zweitägigen Bundeslehrlingswettbewerb in der Steiermark ließ er im September die Konkurrenz hinter sich und holte sich den ersten Platz. 34 Jahre ist es her, dass das zuletzt einem Vorarlberger Teilnehmer gelang.

Dazu braucht es weniger Glück, als vielmehr handwerkliches Können und Geschick sowie die Begeisterung für sein Tun. An seiner Arbeit bei Rauchfangkehrer Richard Bilgeri in Hohenems schätzt er vor allem die Abwechslung. „Der Beruf ist sehr handwerklich und zugleich habe ich viel Kontakt zu den Kunden“, sagt der Dorener, der gerade bei Bundespräsident Alexander Van der Bellen empfangen wurde, um die Neujahrsglückwünsche zu überbringen. Sein nächstes Ziel ist die Meisterprüfung. Denn für Niclas Flatz steht fest: „Als Rauchfangkehrer habe ich beruflich beste Aussichten.“

Christina Dragaschnig

Christine Dragaschnig
Christine Dragaschnig

geb. 1993, lebt in Schwarzenberg, gestaltet elterlichen Betrieb mit: Mit dem frühen Tod ihres Vaters Bertram Dragaschnig, der in Schwarzenberg mit Wälderbau, Baukultur und Sennhus in wenigen Jahren eine gut etablierte Unternehmensgruppe mit 80 Mitarbeitern aufbaute, war Christine Dragaschnig früh gefordert. Vom Studium ging es ohne Umwege ins elterliche Unternehmen, wo sie auf vertraute Gesichter stieß. „Ich bin ja praktisch im Unternehmen aufgewachsen“, so die 27-Jährige. Das war 2017. Zwei Geschäftsführer, die in der Firma groß wurden, und ihre Mutter Laura sind der verlässliche Rückhalt im Tagesgeschäft. Die Junior-Chefin kann den Fokus auf strategische Entwicklungen richten. Die größte Herausforderung seien die Fachkräfte, die es für ein qualitatives Wachstum brauche. Mit neuen, professionellen Strukturen soll der Grundstein gelegt werden. Christine Dragaschnig hat Verantwortung für die Herausforderungen der Zukunft übernommen.

Patrick Spettel

Patrick Spettel
Patrick Spettel

geb. 1989, lebt in Langen, der Informatiker promovierte summa cum laude: Für viele Menschen ist es bereits ein großer Schritt, sich überhaupt an einer Universität oder einer Hochschule einzuschreiben. Das Studium nach einigen Jahren zu beenden und später vielleicht zu promovieren, ist eine weitere, große Hürde. Patrick Spettel hat diese Hürde genommen, und zwar überaus erfolgreich. Seine Forschungsarbeit, die er an der Universität Ulm in Kooperation mit der Fachhochschule Vorarlberg einreichte, wurde mit dem Prädikat „Summa cum laude“ ausgezeichnet. Damit wird in Deutschland die bestmögliche Note einer Doktorarbeit bezeichnet. „Ich habe mich mit der Optimierung von sogenannten Black-Box-Funktionen nach dem Darwin‘schen Evolutionsprinzip beschäftigt.“ Momentan arbeitet der 30-jährige Informatiker bei Leica Geosystems in Heerbrugg. In seiner Freizeit läuft der Langener erfolgreich Marathon: Vergangenes Jahr wurde er Vizelandesmeister.

Sarah Leib

Sarah Leib
Sarah Leib

geb. 1981, lebt in Feldkirch, Leiterin der Archäologie Liechtenstein: Seit Jahresbeginn hat eine Vorarlbergerin die Leitung der Abteilung Archäologie des Amts für Kultur in Liechtenstein inne. Die gebürtige Bludenzerin Sarah Leib ist kein neues Gesicht bei den Nachbarn, setzt sie sich doch seit 2013 als wissenschaftliche Mitarbeiterin für die meist unter der Erde schlummernden Erkenntnisse ein. „Langfristig möchte ich das Bewusstsein für das Kulturgut mit gezielten Vermittlungsprojekten stärken und die grenzübergreifende Zusammenarbeit intensivieren“, sagt Leib. So seien die heutigen Grenzen geschichtlich sehr junge Konstrukte, was sich auch im archäologischen Fundgut spiegle. „Das Spannende an der Archäologie ist, dass sich hier Geschichte aus Gegenständen rekonstruieren lässt“, erklärt die 38-Jährige: „Zudem ist es faszinierend zu erfahren, mit welchen Herausforderungen bereits die Menschen vergangener Epochen konfrontiert waren.“

Cornelius Hirsch

Cornelius Hirsch
Cornelius Hirsch

geb. 1990, lebt in Wien, hat eine europaweite Umfragen-Plattform mitbegründet: Cornelius Hirsch ist noch keine 30 Jahre alt, hat aber schon eine steile berufliche Karriere hingelegt. Vor wenigen Jahren gründete der politikinteressierte Wolfurter gemeinsam mit seinem Studienkollegen Peter Reschenhofer das Start-up „Poll of Polls“. Das innovative Konzept hinter der europaweiten Plattform: Umfragen sammeln und auswerten. Die aggregierten Daten sollen ein umfassenderes Bild bieten, als das mit einzelnen Befragungen möglich wäre. Wie die Idee entstanden ist? „Wenn über Parteien und Politiker berichtet wird, pickt man oft einzelne Umfragen heraus. Man schaut zu wenig auf den generellen Trend. Das wollten wir ändern“, sagt Hirsch. „Poll of Polls“ war so erfolgreich, dass es mittlerweile von „Politico Europe“ gekauft wurde. Dort ist der 29-Jährige als „Intelligence Analyst“ tätig. Nebenbei stellt er seine Doktorarbeit an der Wirtschaftsuni Wien fertig. Keine Frage, von Hirsch wird man noch viel hören.

Cornelia Baumgartner

Cornelia Baumgartner
Cornelia Baumgartner

geb. 1985, lebt in Bregenz, Komponistin/Sounddesignerin: Wenn Sie kürzlich etwas gehört haben, das gut klingt, dann könnte Cornelia Baumgartner dahinterstecken. Die Bregenzerin ist Komponistin und Sounddesignerin, was zur Folge hat, dass sie auf die klassische Vorarlberger Frage „Was machsch o du?“ abendfüllend antworten kann. Seit sich Baumgartner nach ihrem Intermedia-Studium mit ihrer Firma Cinemear selbstständig gemacht hat, mischt sie die lokale Klanglandschaft ordentlich auf. Für „800 Jahre Feldkirch“ nahm sie mehrere Hörgeschichten auf, Kompositionen für Head-Werbespots stammen ebenso aus ihrer Feder wie das Sounddesign für den illwerke vkw-Imagefilm. Auch bei der Klanggestaltung für die Sonderausstellung „Pantaleon, Giraffe und Co.“ im Vorarlberg Museum sowie die Schau „50 Jahre Star Trek“ im Dornier Museum Friedrichshafen hatte sie ihre Finger im Spiel. Wer bei der Hypo Vorarlberg in der Warteschleife landet, darf der von Baumgartner erdachten Klangmarke lauschen. Egal ob für Film, Werbung, Kommerz oder Kultur – wo der gute Ton erwünscht ist, kann Baumgartner helfen. Man will sich auch nicht wundern, wenn man beim gemütlichen Seespaziergang eine Frau am Ufer antrifft, die mit einer Engelsgeduld immer wieder die Brandung oder das Geräusch im Wasser landender Steine mit einem Arsenal verschiedenster Gerätschaften aufnimmt. Der Aufbau und die Pflege einer eigenen Geräuschedatenbank sind fürs seriöse Sounddesign nun mal Pflicht. Es ist ein wichtiger Teil von Baumgartners Beruf, mit offenen Augen und spitzen Ohren durch die Welt zu gehen.

Tobias Giesinger

geb. 1984, lebt in Feldkirch, Verein gegen Tierfabriken (VGT) in Vorarlberg: Verein gegen Tierfabriken (VGT) nennt sich die Gruppe, die sich für das Wohl der Tiere einsetzt. Der Name ist Programm. Immer, wenn der Verein in Vorarlberg auftritt, ist es Tobias Giesinger, der dem Anliegen seine Stimme und sein Gesicht leiht. Seit 2009 ist der Feldkircher beim VGT. Als kleine Gruppe angefangen, ist der VGT der offizielle Arbeitgeber des Absolventen des Kollegs für Elektronik und Informationstechnologie an der HTL Rankweil. Ihm sei es wichtig, Tierleid aufzudecken und die Öffentlichkeit zu informieren. „Als ich das erste Mal gesehen habe, wie schlecht es den meisten Nutztieren geht, wusste ich, dass das alle sehen müssen“, erzählt er. Dafür scheut er auch vor handfesten Auseinandersetzungen nicht zurück. 2016 geriet er an einen Metzger und einen Viehhändler, die es nicht bei verbalen Drohungen beließen. Auch, dass die Kälbertransporte zum öffentlichen Thema geworden sind, hat unter anderem mit dem VGT zu tun. „Wir sind nicht mehr die Spinner von damals, Tierschutz ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, freut sich Giesinger.

Julia Lais

Julia Lais
Julia Lais

geb. 1996, lebt in Feldkirch, engagiert sich leidenschaftlich für die Kirche: Für Julia Lais ist ihr Beruf tatsächlich Berufung. Studiert hat sie Religionspädagogik und Erziehungswissenschaften. Seit 2018 arbeitet sie jedoch im Team der Berufungspastoral der Diözese Feldkirch. Davor hat sie dort das Pastoraljahr absolviert und blieb. Die Arbeit mit Menschen und mit Themen, die Menschen am Herzen liegen, ist es, die Lais berührt. „Es ist schön, Menschen begleiten zu können“, sagt sie. Heuer wurde Julia Lais erstmals mit der Organisation des Theo-Forums betraut, einem Großprojekt, zu dem rund 400 Schülerinnen und Schüler eingeladen und bei dem kirchliche und soziale Berufe vorgestellt werden. Sie selbst ist fest geerdet. Als Pastoralassistentin bringt sich Julia Lais auch in der Pfarre bzw. im Pfarrverband Altenstadt-Levis ein. Hier sieht sie auch ihre Zukunft, denn eine wirkliche Beziehung zu den Menschen könne nur vor Ort aufgebaut werden.

Tao Kreibich

Tao Kreibich
Tao Kreibich

geb. 1998, lebt in Innsbruck, Freeride-Profi startet bei der World Tour: Es war vor fünf Jahren, da machten zwei Freunde ihre ersten Erfahrungen bei Freeride-Contests. Geblieben ist Tao Kreibich, der nunmehr die Erfüllung seines Traums leben darf. In Altach aufgewachsen, heute in Innsbruck lebend, gehört der 22-Jährige erstmals dem Starterfeld der Freeride World Tour an. Backflips und 360 gehören zu seinem Repertoire, wenn er sich mit den Ski die Steilhänge auf der Tour runterstürzt. Der leidenschaftliche Freerider bezeichnet sich deshalb nicht ungern als „Adrenalinjunkie“. Die Berge sind seine Welt, wenngleich er im Sommer nicht ungern surft. Derzeit wird der Vorarlberger von einer Welle an Emotionen getragen. „Vom Skifahren leben zu können, war immer mein Traum. Wenn ich das noch ein Weilchen kann, habe ich alles erreicht“, beschreibt Kreibich sein momentanes Gefühlsleben.

Simon Gombotz

geb. 1995, lebt in Lauterach, Lehrlingsverantwortlicher der Spar Vorarlberg: Für über 200 Lehrlinge ist der erst 24-jährige Simon Gombotz bei Spar Vorarlberg der Ansprechpartner. Mit einem Lachen sagt der gelernte Einzelhandelskaufmann, der seine Lehre im Sparmarkt Lerchenauerstraße in Lauterach meisterte, dass er sich wie ein Hirte um seine Schäfchen kümmere. Aber mit Ernst betont er, dass die Lehrlinge ihren Lehrlingsverantwortlichen am Puls der Zeit halten, was er sehr spannend findet und der Austausch mit den Auszubildenden während den Seminaren in den Spar-Akademieklassen mit einem engen Kontakt einhergehe. Der junge Lauteracher schnupperte bereits während seiner Lehre in die Thematik Lehrlingsverantwortlichkeit bei Messen und Fortbildungen. Nach der Ausbildung absolvierte er den Zivildienst als Rettungsassistent beim Roten Kreuz und wurde sogleich in die Spar-Zentrale in Dornbirn Wallenmahd rekrutiert.

Antonia Sohm

Antonia Sohm
Antonia Sohm

geb. 1999, lebt in Alberschwende, bietet mit Dinosaurier Ruby einzigartigen Spaß: Es begann mit der legendären Sendung „Wetten, dass…?“. Die damals achtjährige Antonia Sohm saß mit ihrer Familie vor dem Fernseher. „Dort sah ich zum ersten Mal ein Saurier-Kostüm und sagte zu meiner Mutter: ‚So etwas will ich auch einmal haben!‘“ Anfangs wurde sie für ihr Vorhaben belächelt. Die 20-Jährige ist aber eine zielstrebige junge Frau, die an ihrem Traum festhielt. Nach intensiver Suche wurde sie bei einer chinesischen Firma fündig. Vor zwei Jahren kam die vier mal drei Meter große Urzeitechse in Vorarlberg an. Seither sorgt sie mit „Ruby, the Raptor“ für jede Menge Spaß, Staunen und unvergessliche Momente auf Kindergeburtstagen oder Firmenfeiern. Durch Training gelingt es Sohm, die Bewegungen des Velociraptors lebensnah wirken zu lassen. Für die 1,60 Meter große Frau bedeutet jeder Auftritt mit dem 20 Kilogramm schweren Kostüm einen Kraftakt. Antonia Sohm pflegt aber viele weitere Leidenschaften. Dazu zählen das Voltigieren oder die Musik, sie gründete etwa den Musikwanderweg Brüggelekopf. Derzeit besucht Antonia Sohm die Fachakademie für Medieninformatik und Design. „Später möchte ich am liebsten einen Van kaufen, ausbauen, den Dino einpacken und losfahren.“ Denn am meisten liebt sie, sich in „Ruby“ zu verwandeln: „Es freut mich, wenn ich ein Lächeln in die Gesichter zaubern kann.“

Andreas Broger

Andreas Broger
Andreas Broger

geb. 1984, aus Mellau, lebt in Wien, Jazzmusiker und Komponist: Die Musik ist sein Leben. Bereits in jungen Jahren stand Andreas Broger mit seinem Vater auf der Bühne. Der Durchbruch gelang ihm mit 17 Jahren, als er gemeinsam mit seinen Musikerkollegen Bartholomäus Natter und Johannes Bär den Grundstein für den Holstuonar­musigbigbandclub (HMBC) legte, jene Band, die mit dem Song „Vo Mellau bis ge Schoppernau“ einen Sensationserfolg landete. Nach der Auflösung der Band konzentrierte sich der Multiinstrumentalist, der ein klassisches Saxophonstudium absolvierte und derzeit an der MDW studiert, vermehrt der Jazzmusik und startete neue Musikprojekte. Neben einer CD mit der Band Die Existenzhengste, erschien die CD „Wir blasen euch den Marsch!“ des Trios Blechbaragge. Gemeinsam mit dem Pianisten David Helbock gab er in „David Helbocks Random Control“ rund 100 Konzerte auf der ganzen Welt.

Lisa Suitner

Lisa Suitner
Lisa Suitner

geb. 1986, lebt in Feldkirch. Die Künstlerin ist als Clownfrau und Schauspielerin unterwegs: Demnächst wird man sie in einer Produktion des Vorarlberger Autors und Theatermachers Thomas Welte auf der Bühne sehen. Dabei geht es ans Eingemachte. Lisa Suitner sieht das Engagement als Herausforderung und auch als Chance, eine ganz andere Seite zu zeigen. Beim Begriff Clown hätten die Leute ein Bild im Kopf, das ihr nicht unbedingt entspricht, meint sie. Aber hoppla, die Vorarlbergerin ist schließlich Clownfrau, und zwar eine ungemein vielseitige.

Musikalisch und schauspielerisch begabt, hat sie sich bei der Verwirklichung des Berufswunsches nicht geschont. Eine Clownschule wurde absolviert, bei der ihr akrobatische Fähigkeiten abverlangt wurden. Diese kann sie gut einsetzen, betont aber gleich, dass sie sich auch zum Grotesken hingezogen fühlt. Das heißt, dass die Künstlerin sowohl Kindern ein Lachen ins Gesicht zu zaubern vermag wie Erwachsenen. Diese werden aber auch gerne zum Nachdenken angeregt. Und das soll so bleiben, wenn Lisa Suitner als Schauspielerin, Clownfrau, Musikerin und Moderatorin im In- und Ausland unterwegs ist.

Sarah Siemers

Sarah Siemers
Sarah Siemers

geb. 1991, lebt in Feldkirch/Wien, setzt sich für das Klima ein: Im Oktober 2019 hätte Sarah Siemers gemeinsam mit 35 anderen Klimaaktivisten aus ganz Europa zur 25. UN-Klimakonferenz innerhalb von acht Wochen über den Atlantik nach Chile segeln sollen. Dass die Konferenz wegen der politisch angespannten Situation nicht in dem südamerikanischen Land, sondern in Madrid, stattfinden würde, ahnte beim Ablegen des Dreimasters Regina Maris Anfang Oktober des vergangenen Jahres niemand. Das Vorhaben der „Sail to the Cop“-Crew lohnte sich aber trotzdem, wie die 28-jährige Feldkircherin betont: „Unser Ziel ist es, auf die klimaschädlichen Folgen des Flugtourismus aufmerksam zu machen und für ein gerechtes und nachhaltiges Transportwesen zu werben“, erklärt die Umwelt- und Bioressourcenmanagement-Studentin. Das Schiff verwandelte sich in einen segelnden Thinktank, bei dem sich die Aktivisten Gedanken machten, wie sich eine faire und nachhaltige Reisebranche gestalten ließe. Es brauche nicht nur ein Umdenken jedes Einzelnen, sondern vor allem den politischen Willen, etwas zu ändern: „Es kann nicht sein, dass Flüge so billig sind und innerhalb der EU Flug- im Gegensatz zu Bahntickets umsatzsteuerfrei sind“, sagt die Feldkircherin, die sich seit einigen Jahren für Climates International im Vorstand sitzt und die Zweigstelle in Österreich mitaufgebaut hat. „Es ist die junge Generation, die mit den Auswirkungen des Klimawandels leben muss. Wir sind auch diejenigen, die die Maßnahmen, die auf Konferenzen beschlossen werden, umsetzen müssen. Es braucht deshalb mehr junge Leute, die sich einbringen.“

Elias Vögel

geb. 1999, kommt aus Lingenau, lebt in Graz, Gründer des Startups Multivative: „Dass die Digitalisierung stattfindet, ist Fakt. Wir können wählen, ob wir nur Zuseher sind, oder aktiv mitgestalten wollen“, bringt Elias Vögel die Motivation für sein Tun auf den Punkt. Der 20-jährige Lingenauer gründete vor gut zwei Jahren mit seinem Mitgründer Laurenz Fussenegger das Startup Multivative. Das Ziel: Eine multifunktionale, vollautomatisierte Fertigungsmaschine für Elektronik-Prototypen. „Die Freiheit, unsere Idee nach den Vorstellungen von potenziellen Kunden und uns umsetzen zu können, schätze ich sehr“, kommt der 20-Jährige ins Schwärmen. „Außerdem ist der Arbeitsalltag wahnsinnig vielseitig, da wir uns neben der Entwicklung auch um Dinge wie Fundraising oder Verwaltung kümmern.“ Der TU Graz-Student  widmet sich mit Herzblut und Fleiß der Entwicklung von Hard- und Software sowie dem Lösen von technischen Problemen. Ein Grund, warum sich Elias Vögel auch in seiner Freizeit bei zahlreichen digitalen Projekten, etwa der Digital Initiative Vorarlberg, engagiert. Beruflich möchte er auf jeden Fall in der Technologiebranche bleiben, denn: „Ich möchte die Zukunft mitgestalten.“

Julia Weratschnig

Julia Weratschnig
Julia Weratschnig

geb. 1982, lebt in Anthering, stellv. Obfrau des Österr. Weltraumforums: Am 21. Juli 1969 betrat Neil Armstrong als erster Mensch den Mond. 30 Jahre später nahm Julia Weratschnig an einem Space Camp in den USA teil. „Da war ein Saturn-5-Raketenmodell aufgebaut, da waren As­tronauten und Ingenieure dabei“, schildert die gebürtige Bregenzerin das „sehr eindrückliche Erlebnis“ von damals. Die Sterne zogen die heute 37-Jährige bereits als Kind in ihren Bann. Ein Physikstudium mit Spezialgebiet Astronomie/Astrophysik war nur die logische Konsequenz. Nach ihrer Doktorarbeit arbeitete Julia Weratschnig unter anderem als Senior Researcher beim HM Nautical Almanach Office, als Programmiererin für Versicherungssoftware und als Gymnasiallehrerin. Seit Kurzem ist sie Kuratorin für Astronomie am Haus der Natur in Salzburg. „Ich mache das, was am Lehrersein toll ist und bin aktiv am Betrieb der VEGA-Sternwarte dabei und kann das Programm für Astronomie mitgestalten“, schwärmt sie. Neben ihrem „Traumjob“ ist die 37-Jährige seit Jänner 2018 stellvertretende Obfrau des Österreichischen Weltraumforums, das gemeinsam mit internationalen Partnern an Explorationsstrategien für zukünftige, bemannte Marsexpeditionen forscht. 

Maximilian Taucher

Maximilian Taucher
Maximilian Taucher

geb. 2007, lebt in Hohenems, erfolgreich im Rollstuhltennis und Handbike: Wenn Maxi Taucher in seinem Handbike – einer Art handbetriebenem Rennrad – Platz nimmt, ist er ganz in seinem Element. Schon seit einigen Jahren fährt der junge Hohenemser, der im Alltag auf den Rollstuhl angewiesen ist, Rennen. „Den Halbmarathon fährt er mittlerweile in unter 40 Minuten“, sagt Vater Alexander stolz. Das sind im Schnitt rund 30 km/h. Kein Wunder, dass der begeisterte Jungsportler dreifacher Landesmeister ist. Doch neben dem Handbiken betreibt Maxi noch einen weiteren Sport auf hohem Niveau: Im Rollstuhltennis hat er bereits zwei Staatsmeistertitel errungen. „Ich möchte dieses Jahr bei den unter 18-Jährigen unter die Top 50 der Welt kommen“, erklärt er. Und das mit zwölf. Für seine sportlichen Ziele trainiert der Mittelschüler mehrmals die Woche, die Eltern unterstützen ihn nach Kräften. Da hilft natürlich, dass seit Kurzem der erste Sponsorenvertrag steht.

Marina Moosbrugger

Marina Moosbrugger
Marina Moosbrugger

geb. 1992, lebt in Bludenz und arbeitet als Krankenhausseelsorgerin: Als Kind wollte sie Krankenschwester werden, „weil ich mit Menschen schaffen wollte“. Heute arbeitet Marina Moosbrugger (27) tatsächlich im Spital. Sie ist Seelsorgerin im LKH Rankweil und im Spital Dornbirn. Und das kam so: Nach der Matura wusste Moosbrugger nur eines: „Ich möchte etwas tun, wo ich am Leben dran bin.“ Denn das Leben und die Menschen faszinieren die Wälderin. Nach einem Au-Pair-Aufenthalt in Australien wusste sie mehr. „Ich entschied mich für ein Theologie-Studium und für eine Psychotherapie-Ausbildung. Denn mich interessierten Lebens- und Glaubensfragen.“ Ihre Eltern hatten ihr das Grundvertrauen vermittelt, „dass Gott für uns da ist“. Ins pralle Leben kam die Studentin während eines Auslandssemesters in Indien, wo sie in einem Waisenhaus und Hospiz arbeitete. Als Pastoralassistentin stand sie ebenfalls voll im Leben. „Ich war Seelsorgerin in einem Einkaufszentrum.“       

Lukas Vogl

Lukas Vogl
Lukas Vogl

geb. 1990, aus Hörbranz, lebt in Wien, Illustrator: Kontinuierlich klettert Lukas Vogl in der Kreativszene nach oben. Wohl passend zu seinem „Brotberuf“ als Kletterlehrer. Im jungen Hörbranzer wimmelt es nur so von Ideen, die er als Illustrator aufs Papier bringt. Da liegt es nahe, dass er sich besonders auch mit Wimmelbildern beschäftigt. Für seinen fantasievollen „Der Wanderwal“, erhielt der Wahl-Wiener 2017 den Dixi-Preis verliehen. Die Zeichnung ist der Beginn eines geplanten Kinderbuchs, das fortlaufend im Entstehen ist. Ein weiteres Wimmelbuch soll die Epochen der Zeit dokumentieren. Im Vorjahr legte er mit „Spieglein, Spieglein“ ein Meisterwerk der Illustrationskunst vor. Der 29-Jährige zeichnet, seit er einen Stift in Händen halten kann. Sein Talent liegt aber nicht nur im Zeichnen, sondern auch in einer sehr genauen Beobachtungsgabe. Strich um Strich entstehen auf diese Art seine eigenen Welten. So hat er sich vorgenommen, ein Buch über die Erlebnisse mit seinem Hund herauszugeben. Aus dem Animationsbereich kommend – Vogl studierte Gamedesign am Quantum-College – ist sein Stil neu und erfrischend und sein Ehrgeiz groß. Wohl auch in der Kletterhalle. Denn wie könnte es anders sein, möchte er ein Kletter-Lehrbuch herausbringen.

Thomas Dietrich

geb. 1989, lebt in Bludesch, koje-Geschäftsführer und bOJA-Vorsitzender: Es war unter anderem der Wunsch nach einer chancengerechteren Gesellschaft, der Thomas Dietrich zum Studium der Sozialen Arbeit in Innsbruck bewegte. „Die soziale Interaktion und das Zusammenleben haben mich schon immer fasziniert. Als ich gesehen habe, wie man in der Offenen Jugendarbeit mit jungen Menschen arbeitet, welche Prinzipien und Ansätze man verfolgt, war für mich klar: Das ist für mich der beste Weg, meine Ziele zu erreichen“, erzählt der 30-Jährige. Nach dem Studienabschluss leitete er ein Jugendzentrum in Innsbruck und war externer Lehrbeauftragter beim Management Center Innsbruck (MCI). Seit Juli 2018 ist Thomas Dietrich Geschäftsführer des Vorarlberger Koordinationsbüros für Offene Jugendarbeit und Entwicklung (koje). Ende November 2019 ist eine weitere Funktion dazugekommen. Bei der Generalversammlung des Bundesverbandes für Offene Jugendarbeit (bOJA) wurde der Bludescher zum Vorsitzenden gewählt. In der Organisation sind österreichweit über 600 Einrichtungen vernetzt. Jedes Jahr übernimmt ein anderes Bundesland den Vorsitz.

Isabella Pipal

geb. 1989, lebt in Moskau. Die Juristin leitet seit 2013 eine Kanzlei: Eigentlich wollte sie Diplomatin werden. Um ihre Französischkenntnisse aufzubessern, ging Isabella Pipal nach Abschluss ihres Jus- und Slawistikstudiums nach Paris. Dort bekam sie einen Anruf aus Russland. Eine deutsche Rechtsanwaltskanzlei in Moskau bot ihr einen Job an. Sie nahm das Angebot an, weil ihr Land und Leute gefielen. „Ich habe in Russland einen Sommer lang studiert und einige Monate in einer Kanzlei gearbeitet.“ 2013 wagte die Juristin aus Österreich den Schritt in die Selbstständigkeit. Mit einer Russin hob sie eine Rechts- und Unternehmungsberatungskanzlei aus der Taufe. „Wir kümmern uns um das, was ausländische Unternehmen brauchen, um in Russland tätig sein zu können.“ Inzwischen führt Pipal die Kanzlei allein. Zudem stieg sie als Partnerin in eine weitere Kanzlei ein. „Ich lebe meinen Traum“, bringt die Dornbirnerin zum Ausdruck, dass sie ihr Leben in Moskau toll findet.  

Kiano Blum

Kiano Blum
Kiano Blum

geb. 2007, lebt in Fußach und ist Kartfahrer: Das Rennfahrerblut liegt in der Familie Blum und so überrascht es nicht, dass Kiano schon sehr früh vom Rennsport infiziert ist. Zumal sein Opa kein Geringerer als Vorarlbergs Rennsportlegende Walter Pedrazza ist. Der hat seine erste Einschätzung über seinen Enkel („Aus dem wird nie ein Rennfahrer“) nicht nur revidiert, sondern ist längst ein Fan des Zwölfjährigen geworden. Sechs Jahre zählte Kiano, als er erstmals rennsportmäßig in einem Kart saß, damals noch als Letzter die Aufwärmrunde beendete und so seinen Opa unfreiwillig zur Aussage animierte. All das hat sich nun geändert. Der Schüler des BG Bregenz verfolgt konsequent seinen Rennsporttraum. Dafür nimmt er die Doppelbelastung gerne in Kauf und wird auch von seinen Eltern, Vater Mario – ehemaliger Bergrennfahrer – und Mutter Nicole in jeglicher Hinsicht, auch finanziell, unterstützt. In der Formel 1 des Kartsports angekommen, fährt er seit 2019 im Team Driver Kart Republic – und das sehr erfolgreich. Mit Platz vier in der internationalen World Series Karting 2019, und das als Jüngster im mehr als 100 Fahrer starken Teilnehmerfeld, hat er sein Talent und sein Können eindrucksvoll bewiesen. 

Leonie Hirn

Leonie Hirn
Leonie Hirn

geb. 1997, lebt unter anderem in Feldkirch. Sie leitet die Galerie 60: Sollten Personen genannt werden, die für die Vorarlberger Kunst- und Galerienszene bedeutend waren, so war jahrzehntelang mit Sicherheit auch der Jurist, Künstler und Galerist Gerold Hirn dabei. Die Galerie 60 hatte sich rasch etabliert. Vor wenigen Jahren ist Gerold Hirn gestorben. Eine enorme Auflage für seine Tochter Leonie Hirn, die sich nun noch während ihres Kunstgeschichtestudiums dazu entschlossen hat, diese Galerie wieder zu eröffnen. „Es war die absolut richtige Entscheidung“, sagt sie heute.

Es spricht für die junge Unternehmerin und Kunstvermittlerin, dass sie darauf besteht, anzuführen, dass sie die Galerie 60 nun gemeinsam mit dem deutschen Kunstexperten Calvin Mechora leitet. Im Fokus steht die junge internationale Kunstszene, wobei sie das Schaffen in der Region im Auge behält. Spontanität bei der Programmgestaltung will sie sich aber auf jeden Fall bewahren.

Marcel Huber

Marcel Huber
Marcel Huber

geb. 1984, lebt in Gießen (D), Gesangslehrer, Erfinder, Musiker, Autor: Es gibt Menschen, die sind mit außergewöhnlichen Talenten gesegnet. Wer seine Talente erkennt, sie fördert, seine Ideen verwirklicht statt daran zu zweifeln, und vielleicht auch ein bisschen Glück hat, der kann vieles erreichen. Marcel Huber zum Beispiel: Er ist schon 2011 in der ORF-Sendung „Die große Chance“ als Chello aufgetreten. 2013 startete er eine Gesangsausbildung an der Rock Pop Jazz Akademie Mittelhessen, mittlerweile ist er dort Dozent. Nebenbei startet er als Musiker namens Malberg durch und setzte sich mit dem Song „Killer“ bereits an die Spitze der Schweizer Dance Charts. Außerdem veröffentlicht er in Kürze ein Sachbuch über Gesang, Physiologie und Technik. Dem nicht genug: Er hat ein Trainingsgerät für die Zunge erfunden. Es sollte eigentlich dem Gesangstraining dienen, könnte jetzt aber ein Hilfsmittel für Schlaganfallpatienten werden. Derzeit läuft das Zulassungsverfahren.

Vanessa Dunst

geb. 1995, lebt in Göfis, die Medizinstudentin leitet das Teddybärkrankenhaus: „Das erste Jahr war chaotisch“, erinnert sich Vanessa Dunst an das erste Teddybärkrankenhaus. „Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team, das macht es einfacher.“ Dunst gehört zu den vielen Medizinstudenten und Pflegeschülern, die im Teddybärkrankenhaus spielerisch Kindern die Angst vor dem Spitalsbesuch nehmen. Die letzten zwei Jahre war die Göfnerin die Hauptverantwortliche, heuer wird sie diese Aufgabe ein letztes Mal übernehmen. Die begeisterte Turnerin ist nämlich gerade dabei, ihr Medizinstudium abzuschließen. Ihr berufliches Ziel ist es, Allgemeinmedizinerin zu werden, und das trotz großer Begeisterung fürs Reisen am liebsten hier in Vorarlberg.

Daniel Nekola

Daniel Nekola
Daniel Nekola

geb. 1986, lebt in Dornbirn, Chef-Barista in der Postgarage: Der gebürtige Brandner Daniel Nekola ist Chef-Barista in der Café Bar Postgarage in Dornbirn und steht für das perfekte Kaffeeerlebnis. Der Staatsmeister in der Kategorie „Coffee in Good Spirits“ (2019) hat sein Interesse am braunen Gold erst 2016 entdeckt. „Ich hatte ein Schlüsselerlebnis mit aromatischem Kaffee“, erzählt Nekola. „Da habe ich zum ersten Mal erlebt, dass Kaffee nicht nur das Dopingmittel für den Alltag ist, sondern auch ein richtiges Genussmittel.“ Nach mehreren Kursen sowie der Staats- und Weltmeisterschaft ist er nun in der Postgarage anzutreffen, wo er den Menschen jenes Schlüsselerlebnis weitergeben will, das ihn selbst Barista werden ließ.

Thomas Ganahl

Thomas Ganahl
Thomas Ganahl

geb. 1990, lebt in Bartholomäberg, Bio-Landwirt: Der 29-jährige Thomas Ganahl hat in seinem Berufsleben einiges ausprobiert. Er machte die Lehre zum Forstfacharbeiter beim Stand Montafon ebenso wie eine Ausbildung zum Zimmermann. „Doch eigentlich wusste ich immer: Ich will eines Tages zurück zum Bauernhof meiner Eltern.“ Das tat er dann auch vor sechs Jahren.

Der Bauernhof der Ganahls hat sich seit 1996 ganz der biologischen Bewirtschaftung verschrieben. „Ich wollte, zugegeben, einmal etwas anderes machen. Aber heute weiß ich, dass unser Weg der richtige ist“, drückt der junge Landwirt seine Zufriedenheit aus.

Thomas Ganahl sieht seine Tätigkeit auch als Dienst an der Gemeinschaft und den Menschen im Montafon. „Die Landwirte tragen Verantwortung für die Kulturlandschaft. Wir erzeugen regionale Lebensmittel, wir tun mehr, als nur auf uns zu schauen. Und wir tun das alles aus Überzeugung.“

Evi Themel

Evi Themel
Evi Themel

geb. 1982, lebt in Gargellen, Gründerin eines Modelabels mit Faible für das Besondere: „Ich finde es spannend, traditionelle Gewebe wie Dirndl- oder Trachtenstoffe zu moderner und alltagstauglicher Kleidung zu verarbeiten – und ich habe großen Spaß daran“, erzählt Eva Themel, die nach einem Kunststudium zehn Jahre Erfahrung in Amsterdam sammelte und in der Folge im Montafon das Label „hees“ aus der Taufe hob. Der Begriff stehe „für ein durch Berge und Traditionen inspiriertes Lebensgefühl“, betont Themel und freut sich darüber, dass ihre Kreationen bei Menschen aller Altersstufen Anklang finden. „Sogar für unsere kleinsten ,hees-chen‘ habe ich einiges im Programm“, lacht die Mutter eines Kindes. Und weil ihre T-Shirts, Hoodies, Beanies, Jacken und Rucksäcke bis hin zu einem von ihr kreierten „Gogglesox“ zum Aufpimpen des Ski- oder Snowboard-Outfits gefragt sind, eröffnete Themel in Schruns im Dezember 2019 einen „hees store“.

Aaron Wölfling

Aaron Wölfling
Aaron Wölfling

geb. 2001, lebt in Dornbirn, Klimaaktivist bei Fridays for Future Vorarlberg: Spätestens seit die damals 16-jährige Klima-Aktivistin Greta Thunberg wenige Kilometer von hier in Davos beim Weltwirtschaftsforum ihr Zelt aufgeschlagen hatte, ist die Fridays-for-Future-Bewegung nicht mehr zu bremsen. Jugendliche weltweit machen für ihre Klimaanliegen mächtig Druck – auch in Vorarlberg. Eine entscheidende Rolle für die Gründung einer Gruppe im Land, die seither regelmäßig Demonstrationen und Aktionen für den Klima- und Umweltschutz realisiert, hat Aaron Wölfling gespielt. „Ich bin unglaublich stolz, was Fridays for Future Vorarlberg in den vergangenen Monaten auf die Beine gestellt hat. Insgesamt konnten wir 6000 Leute auf die Straße bringen“, sagt der 18-jährige Dornbirner, der bereits mit Thunberg höchstpersönlich in einer Arbeitsgruppe war. Wölfling wird nicht müde zu betonen: „Wir sind noch lange nicht zufrieden. Und die Zeit rennt.“

Michelle Morik

Michelle Morik
Michelle Morik

geb. 1990, lebt in Nenzing, leitet das operative Geschäft im Alpencamping: Michelle Morik war viele Jahre Skirennläuferin, bis sie nach zwei Kreuzbandrissen dem Leistungssport im Jahr 2015 den Rücken kehrte. Heute geht sie beruflich ihrer zweiten Leidenschaft nach. Im Familienbetrieb Alpencamping Nenzing leitet sie das operative Geschäft und widmet sich zudem ihrem Studium in Wien.

Dass sie eines Tages im mehrfach prämierten Campingplatz ihrer Eltern arbeiten würde, stand für sie schon als Kind fest. Seither hat sich das Unternehmen ständig weiterentwickelt. Jüngstes Projekt sind die zehn Himmelchalets mit Blick in den Nenzinger Himmel. Erfolg bedeutet für sie, „nicht nur die Gäste zufriedenzustellen, sondern auch ein Team zu haben, das diesen Weg mitgehen möchte.“ Morik setzt im Betrieb stark auf Qualität sowie auf Gastfreundschaft. „Der Gast soll sich bei uns wie zuhause fühlen.“

Stefan Erös

Stefan Erös
Stefan Erös

geb. 1999, lebt in Höchst, Weltmeister 2019 in der Kategorie Polymechanik: Der 20-jährige Höchster Stefan Erös kürte sich bei den WorldSkills 2019 zum Weltmeister in der Kategorie Polymechanik. „Bei uns Zerspanern geht es um 1000stel-Millimeter und für mich waren die Wartezeiten die besondere Herausforderung“, gibt Stefan Einblick in seinen Wettkampf. „Unser Werkstück war eine sehr schwierige Aufgabe. Da ich am vierten Tag Schwierigkeiten hatte, rechnete ich mit keinem Spitzenplatz mehr“, erzählt der Blum-Zerspanungstechniker, dessen Hauptaufgaben aus Fräsen und Drehen bestehen. „Als ich erfahren habe, dass es die Goldmedaille geworden ist, konnte ich es kaum glauben.“ Von den Erfahrungen in Russland profitiere man ein Leben lang, ist der bodenständige Weltmeister überzeugt. Sein berufliches Ziel ist, die Lehrabschlussprüfung erfolgreich zu absolvieren. „Wie es dann weitergeht, das lasse ich auf mich zukommen.“

Oluwatosin Ayodeji

Oluwatosin Ayodeji
Oluwatosin Ayodeji

geb. 2003, lebt in Fußach, träumt von den Olympischen Spielen: Mit dem Gewinn der Goldmedaille im Weitsprung hat Oluwatosin Ayodeji am 23. Juli beim Europäischen Olympischen Jugendfestival (EYOF) in Baku ein Kapitel Vorarlberger Sportgeschichte geschrieben. Nach Rang eins in der Qualifikation rutschte der 16-jährige Fußacher als Achter gerade noch in die Medaillenentscheidung und dort ging im fünften Sprung der Knopf auf: Mit persönlichem Rekord von 7,31 Meter schob sich „Tosin“ an die Spitze der Wertung und holte die erste Goldene für Vorarlberg bei EYOF-Sommerspielen und trug als einziger rot-weiß-roter Medaillengewinner bei der Abschlussfeier die Fahne Österreichs.

Ayodeji, dessen Mutter aus München und dessen Vater aus Nigeria kommen, ist seit Jänner 2019 österreichischer Staatsbürger, hat klare Vorstellungen, wohin sein sportlicher Weg gehen soll. „Mein großer Traum sind die Olympischen Spiele, da will ich eines Tages dabei sein. Der Triumph bei den EYOF-Spielen war eine großartige Erfahrung. Es war Gänsehaut pur und eine große Ehre, die Olympischen Ringe auf der Brust zu tragen und die Bundeshymne zu hören. Das ganz große Ziel ist – auch wenn es vielleicht schwer wird – mich für Olympia 2024 in Paris zu qualifizieren“, betont der Schüler am BORG Dornbirn-Schoren.

Isabel Pfefferkorn

Isabel Pfefferkorn
Isabel Pfefferkorn

geb. 1991, lebt in Feldkirch, Sängerin: Isabel Pfefferkorn wurde die Musik in die Wiege gelegt: Ihr Großvater war Berufsmusiker, ihr Vater Geigenlehrer, Komponist und Dirigent. „Obwohl ich schon immer viele Interessen hatte, war mir die Musik der liebste Ort, das tiefste Gefühl, der direkteste Ausdruck“, sagt die Feldkircherin, die das Singen als persönlichste, purste und ehrlichste Art, mit anderen zu kommunizieren, beschreibt. Dass sie den Beruf als Sängerin einschlagen würde, war für die 28-Jährige daher schnell klar. Was mit Kinderchor in Schlins begonnen hat, hat zu einem Bachelor- und Masterstudium in Zürich geführt. Inzwischen ist sie seit einigen Jahren als selbstständige Sängerin international tätig. „Ich schätze es jeden Tag von Neuem, mein liebstes Hobby zum Beruf gemacht haben zu dürfen.“

Als großes Highlight ihrer Karriere bezeichnet Isabel Pfefferkorn ihre USA- und Kanada-Tour, die sie zusammen mit Hanna Bachmann am Klavier gespielt hat. Neben der Klassik schlägt ihr Herz aber auch für die Popmusik. „Es ist mir wichtig, verschiedene Musikstile zu singen und nicht ausschließlich ein Genre abzudecken.“ Für die Zukunft hat Isabel Pfefferkorn große Pläne: Neben einer Tour durch China und Neuseeland freut sich die Sängerin vor allem auf ihr Solo-Debüt im Konserthuset Stockholm und mit dem Musikkollegium Winterthur.

Zorica Zagorac-Uremovic

Zorica Zagorac-Uremovic
Zorica Zagorac-Uremovic

geb. 1983, lebt in Feldkirch/Zürich, erfolgreiche Wissenschafterin: Jede unternehmerische Tätigkeit beginnt mit einer Idee. Doch wie entstehen Ideen überhaupt? Eine Frage, vor der Zorica Zagorac-Uremović, die nach ihrem BWL-Studium an der Universität Liechtenstein erfolgreich bei verschiedenen Unternehmen wie Hilti und Huber tätig war – und der sie auf wissenschaftlicher Ebene nachgehen wollte. Die Feldkircherin, die 1989 mit ihrer Familie aus Bosnien-Herzegowina nach Österreich gekommen ist, untersuchte in ihrer Doktorarbeit an der Universität Liechtenstein vor allem aus psychologischer Sicht die Denkstile Dutzender erfolgreicher Unternehmensgründer. Dabei hat sie herausgefunden, dass es Strategien gibt, Geschäftsideen zu identifizieren. Ihre Erkenntnisse nutzt sie, um Trainingsprogramme zu entwickeln. Geprägt wurde die erfolgreiche Wissenschaftlerin, die Forschungsaufenthalte unter anderem in Stanford und Australien absolvierte, von ihrem Vater, wie sie sagt. Dieser ist als Unternehmer im Elektronikbereich tätig: „Ich habe früher bei ihm mitgearbeitet, aber auch heute inspirieren mich unsere Gespräche.“ Derzeit ist die 36-Jährige Postdoktorandin und Dozentin am Lehrstuhl für Technologie- und Innovationsmanagement an der ETH Zürich. „Wissenschaft mit Bezug zur Praxis ist das, was mich begeistert.“

Tamara Fink

Tamara Fink
Tamara Fink

geb. 1988, lebt in Sulzberg-Thal, erste Feuerwehrkommandantin Vorarlbergs: Was Tamara Fink macht, ist einzigartig: Die 31-Jährige ist Vorarlbergs erste und bislang einzige Feuerwehrkommandantin. „Ich bin mit der Feuerwehr groß geworden. Für mich war von Anfang an klar: Wenn ich einmal zur Feuerwehr gehe, dann werde ich auch Kommandantin“, erzählt sie. Bis sich die junge Sulzbergerin aus der Fraktion Thal den Traum von der Feuerwehr erfüllen konnte, sollte es allerdings dauern. Zum einen hat die Feuerwehr Sulzberg-Thal keine Jugendfeuerwehr, zum anderen gab es im alten Feuerwehrhaus keine separaten Sanitäreinrichtungen für Frauen und Männer. Erst durch den Neubau im Jahr 2011 wurde diese gesetzliche Bestimmung erfüllt und die Mitgliedschaft für Tamara Fink möglich. Als Papa Edelbert nach 27 Jahren nicht mehr als Kommandant zur Verfügung stand und kein anderes Mitglied seine Nachfolge antreten wollte, stellte sich Tochter Tamara der Wahl. Seit Februar 2019 ist die gelernte Tischlerin und nunmehrige Kunststofftechnikerin Feuerwehrchefin in Sulzberg-Thal. „Jede Frau kann das schaffen“, ist die 31-Jährige überzeugt.

David Böhler

David Böhler (l.)
David Böhler (l.)

geb. 1992, lebt in Dornbirn, Judoka, zuständig für Ausbildung aller U16-Judokas in Vorarlberg: Qualität hat einen hohen Stellenwert im Leben von David Böhler. Egal ob im Beruf oder im Sport. Als mit 15 Jahren ein Arbeitsunfall, bei dem sich Böhler beide Beine gebrochen hat und er zwölf Monate im Krankenstand war, die Karriere des hoffnungsvollen Judokas jäh stoppte, wechselte der heute 27 Jahre alte Dornbirner die Fronten. Er blieb dem Judosport treu und schlug die Trainerlaufbahn ein. Unzählige Erfolge auf nationaler und internationaler Ebene seiner Schützlinge beim UJC Dornbirn sorgten dafür, dass er in der Zwischenzeit nicht nur auf Vereinsebene, sondern auch im Landesverband mit Erfolg tätig ist. Parallel dazu stellt der staatlich geprüfte Instruktor für Fitness und Athletik bei Einsätzen in der Alpen-Adria-Liga und bei Landesmeisterschaften unter Beweis, dass er das Handwerk immer noch beherrscht. Beruflich hat sich Böhler vom Lehrling zum Abteilungsleiter der Qualitätssicherung emporgearbeitet. Die Stippvisite ins Modellbusiness war für den Mister Vorarlberg 2015 eine nette Sache, aber keine Alternative zum Judosport.

Kilian Dorner

Kilian Dorner
Kilian Dorner

geb. 1993, lebt in Wien, entwickelt erfolgreich digitale Geschäftsmodelle: Wenn man den Lebenslauf von Kilian Dorner liest, kann man kaum glauben, dass man es mit einem 26-Jährigen zu tun hat. Nach der Matura folgte ein Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien, an der University of Sydney und in Barcelona. Nach diversen Praktika quer durch Europa und einer Trainee-Station im familieneigenen Unternehmen Dorner Electronic ist der Schwarzenberger derzeit bei Kearney, einer internationalen Unternehmensberatung tätig. Hier unterstützt er aktuell einen Automobilzulieferer in einem strategischen Transformationsprojekt und entwickelt digitale Geschäftsmodelle. Zudem hat Dorner die Zeit als Präsident des Club Alpbach Vorarlberg und sein Engagement bei Special Olympics geprägt. Seine Zukunft sieht der begeisterte Musiker mittelfristig in Vorarlberg, wobei dann auch das Familienunternehmen eine Rolle spielt.

Anouk Pichler

Anouk Pichler
Anouk Pichler

geb. 2004, lebt in Bludenz, Gewinnerin des Literaturpreises Walgau: Es gibt viele Teenager, die von ihrer eigenen Welt träumen. Anouk Pichler erschafft diese in ihren fantasievollen Geschichten, die sie zu Papier bringt. Ihr Text „Dieser eine Moment im Winter“, beeindruckte die Jury beim Literaturwettbewerb Walgau so sehr, dass sie damit den ersten Preis gewann. Er entstand an einem kalten Abend im Jänner und beschreibt jenen Augenblick, als eine Straßenlaterne ausfiel. Ihre Eltern entdeckten das Schreibtalent der bald 16-jährigen Bludenzerin schon früh und förderten sie. Ihre Sprache lebt von der Feinfühligkeit.  Sie formuliert Sätze, behutsam wie die junge zarte Liebe, und beschreibt in berührenden Worten, die tiefgehen. Am liebsten schreibt die hoffnungsvolle Nachwuchsautorin in Englisch, weil die Sprache ausdrucksstärker ist. Auch die Umwelt ist ihr ein Anliegen. Sie will, dass alle Menschen eine gute Zukunft haben.

Bernd Bickel

Bernd Bickel
Bernd Bickel

geb. 1982, lebt in Wien, gewann den Oscar für technische Verdienste: Einen Oscar zu gewinnen ist für Schauspieler das Maß aller Dinge. Auch Bernd Bickel darf einen sein Eigen nennen. Schauspieler ist er aber nicht. Der Computerwissenschaftler erhielt den begehrten „Technical Achievement Award”, der als Oscar für technische Verdienste gilt, zusammen mit drei Kollegen für das System „Medusa“. Dieses ermöglicht die Übertragung von menschlicher Mimik und Gestik auf animierte Figuren und kam bereits in Filmen wie “Star Wars” und “Fluch der Karibik” zum Einsatz.

Die Arbeit daran begann Bickel bereits während seines Studiums an der ETH Zürich und setzte sie danach bei Disney Research fort. Heute forscht er am Institute of Science and Technology (IST Austria) in Klosterneuburg. Sein Hauptfokus liegt dabei auf dem 3D-Druck. Für ihn ist klar: „Ich bin aus ganzem Herzen und voller Motivation Forscher.“

Azra Muzaferovic

Azra Muzaferovic
Azra Muzaferovic

Azra Muzaferovic lebt schon seit Kindertagen in Österreich. Inzwischen ist Vorarlberg die zweite Heimat der gebürtigen Bosnierin geworden. Sie studierte Medizin in Innsbruck und kam 2013 ins LKH Feldkirch, weil sich dort die Möglichkeit bot, den Turnus zu machen. „Ich habe mir das angeschaut und bin geblieben“, erzählt Muzaferovic. Heute arbeitet sie als Fachärztin auf der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe. Ihr Anspruch ist es, sich in Pränataldiagnostik weiterzubilden. „Gerade in diesem Bereich ist solides Wissen wichtig, um mit Patientinnen gut umgehen zu können“, sagt sie. Am Institut von Professor Nikoloides in London, das als weltweit renommierteste Einrichtung für Pränataldiagnostik gilt, absolviert Azra Muzaferovic derzeit eine Spezialausbildung. Im April 2020 kehrt die Fachärztin zurück und wird die pränataldiagnostische Ambulanz  verstärken.

Lukas Wolf & Manuel Franz

Lukas Wolf &amp; Manuel Franz
Lukas Wolf & Manuel Franz

Lukas Wolf, geb. 2000, lebt in Lustenau, Weltmeister 2019 in der Kategorie „Industrie 4.0“
Manuel Franz, geb. 1998, lebt in Meiningen, Weltmeister 2019 in der Kategorie „Industrie 4.0“; beide haben eine Elektrotechniklehre gemacht

Bei der 45. Berufsweltmeisterschaft in Russland holten Lukas Wolf und Manuel Franz die Goldmedaille in der Kategorie Industrie 4.0. Die beiden Blum-Elektrotechniker mussten beim Wettkampf eine alte Produktionsanlage aufrüsten und im Netzwerk sichern – und so vor möglichen Hackerangriffen schützen. „Wir sind gut gestartet und haben gewusst, dass wir, wenn alles glatt läuft, vorne mitspielen können“, lässt der 21-jährige Manuel Franz aus Meiningen die gemeinsame Sternstunde im August 2019 in Kazan noch einmal Revue passieren. Der 19-jährige Lustenauer Lukas Wolf ergänzt: „Wir haben bis zum Schluss gedacht, dass es nicht für den Titel reicht. Wir meinten, die Russen liegen vor uns. Umso schöner war danach das Gefühl bei der Siegerehrung.“ In ihrem Alltag entwickeln, projektieren, warten und revidieren Lukas Wolf und Manuel Franz die voll automatisierten Produktionsanlagen von Blum, auch da sind die beiden ein eingespieltes Team: „Gerade in unserer Kategorie ist es wichtig, dass man gut aufeinander abgestimmt ist und viel miteinander spricht − das haben wir im Vorfeld natürlich trainiert“, erklärt Lukas und Manuel fügt abschließend an: „Leider können wir nicht ein zweites Mal bei den WorldSkills teilnehmen, denn wir sind beide leidenschaftliche Tüftler und solche Aufgaben machen uns viel Spaß. Zum Glück wandeln sich die Aufgaben im Bereich der Industrie 4.0 relativ rasch, sodass es nie langweilig wird.“