Projekt „Rund um die Pflege daheim“ unter neuer Leitung

Vorarlberg / 10.02.2020 • 15:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Empathische Pflegefachfrau Christiane Massimo ist sehr um die Anliegen pflegender Angehöriger bemüht.

Bludenz „Eigentlich komme ich aus einer Lehrerfamilie. Nur meine Mutter bildete eine Ausnahme: Sie war Krankenschwester. Neben ihrer Berufstätigkeit pflegte sie auch unsere Großeltern und den Großonkel zu Hause. Ich habe ihr dabei schon früh geholfen. Für mich war dies ein erster Einblick in dieses Tätigkeitsfeld und stärkte meinen Wunsch, in die Fußstapfen meiner Mutter zu treten“, erinnert sich Christiane Massimo. Mit 16 Jahren begann sie die Krankenpflegeschule in Feldkirch. Mit 19 Jahren erhielt sie bereits ihr Diplom. „Eigentlich war ich dafür noch zu jung. Es ist besser, wenn man mit Ausbildung in der Pflege erst später beginnt, wie das heute gehandhabt wird“, ist sie überzeugt.

Nach ihrem Abschluss war sie zehn Jahre am LKH Feldkirch auf verschiedenen Stationen tätig. Darauf folgten 17 Jahre in der Hauskrankenpflege. Dort kamen ihr auch ihre eigenen Erfahrungen mit der Betreuung der Großeltern zugute und ihr wurde bewusst, wie wichtig die kompetente Beratung, Begleitung und Information für pflegende Angehörige ist: „Angehörige werden in der Pflege oft vergessen. Dabei machen sie die meiste Arbeit! Leider braucht es oft lange, bis jemand eine Beratung in Anspruch nimmt.

Die Arbeit rund um die Pflege zu Hause betrifft vorwiegend Frauen. Diese erleben meist ein unglaubliches Spannungsfeld: Die Pflege der Eltern, die Beziehung zum Partner, Berufstätigkeit und zum Teil die Betreuung der Enkelkinder. Es gibt erfreulicherweise immer wieder Männer, die sich engagieren. Meistens verläuft das Pflegethema jedoch noch sehr traditionell zu Lasten der Frauen, da die Männer beruflich sehr eingespannt sind. Ich sehe angesichts der demografischen Entwicklung das Thema Pflege in naher Zukunft als noch größere Herausforderung als es jetzt bereits ist.“

Das Thema Pflege ist der engagierten Gesundheitsfachfrau nach wie vor ein Kernanliegen. So war es ihr auch stets wichtig, sich weiterzubilden. Sie besuchte Kurse in den Bereichen der Palliative Care, Validation und Wundmanagement. Vor drei Jahren erweiterte sie ihr Fachwissen in einer Pflege-Managementausbildung. Nachdem sie in den letzten drei Jahren im Haus der Generationen tätig war, erfolgt nun eine neue Herausforderung: Sie übernimmt die Leitung von „Rund um die Pflege daheim“ im Bildungshaus Batschuns. Dieses vom Land Vorarlberg unterstützte Projekt beinhaltet folgende Schwerpunkte: Unterstützung und Beratung von pflegenden An- und Zugehörigen, Vernetzungsarbeit mit sozialen Diensten, Bildungsangebote und Öffentlichkeitsarbeit, Informationsabende für pflegende Angehörige, Aktivitäten der Plattform Gewalt gegen ältere Menschen sowie das Projekt Tandem, das auf die Beratung von Angehörigen von Menschen mit einer Demenz-Erkrankung spezialisiert ist.

Im Hier und Jetzt sein

Demenzkranke zu betreuen sei sehr herausfordernd, denn oft werde das Verhalten der Patienten nicht richtig verstanden. „Unser Ziel ist es, dass an Demenz Erkrankte so lange wie möglich zu Hause bleiben können“, betont sie. Aus persönlicher Erfahrung weiß sie um die positiven Seiten dieser Arbeit: „Demenz-Erkrankte bringen mich auf den Boden. Um einen Zugang zu ihnen zu finden, muss man ganz im Hier und Jetzt sein. Es gilt, sehr basisorientiert zu arbeiten. In unserer schnelllebigen Zeit stellt dies eine ganz besondere Qualität dar. Ohne das nötige Einfühlungsvermögen und Empathie geht gar nichts.“ Auf ihr neues Tätigkeitsfeld freut sie sich: „Ich kann meine Erfahrungen einbringen, kenne mich gut in der Pflegelandschaft Vorarlbergs aus und freue mich, mit anderen Institutionen gemeinsam die bestmögliche Begleitung für pflegende Angehörige zu finden. Das ist mir ein Herzensanliegen!“ BI