Eiserner Hans und goldener Prinz

Vorarlberg / 11.02.2020 • 17:15 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Königstochter hört von dem goldenen Haar des Ritters. Kogelnig
Die Königstochter hört von dem goldenen Haar des Ritters. Kogelnig

Figurentheater über die Verwandlungsreise eines Prinzen.

Feldkirch Er tourte damit durch Japan und führte es in Istanbul (Türkei) und in Orenburg (Russland) auf: Mit seinem Stück „Der Eisenhans“ reiste Stefan Libardi sprichwörtlich um den halben Globus. Nachdem es seit seiner letztmaligen Aufführung zehn Jahre pausieren durfte, kehrte das auf einem Märchen der Brüder Grimm basierende Figurenspiel nun auf die Bühne zurück. Am vergangenen Samstagnachmittag zeigte es Libardi im Theater am Saumarkt seinem jungen Publikum.

Von Eisen zu Gold

Die größte Zahl an Spielorten des Dornbirners Libardi, der in Wien seine Wahlheimat gefunden hat, liegt nach wie vor in Vorarlberg. Doch seinen „Eisenhans“ trug er in die Welt hinaus. Mit den Bühnenelementen und den 13 Figuren, deren Ausarbeitung ganze drei Monate in Anspruch nahm, illustriert seine Umsetzung die Geschichte reichhaltig. Ohne der Sprache mächtig zu sein, bekomme man alles mit, ist Libardi überzeugt. Die fernen Orte erlebten daher bisweilen ohne Übersetzung die Entwicklung des jungen Helden dieses weniger bekannten Grimm-Märchens mit: wie der Prinz den rostbraunen Mann aus dem eisernen Käfig befreit, von diesem Eisenhans in den Wald mitgenommen und dann in die Welt hinausgeschickt wird, wie der Held am Hof eines fremden Königs niedere Dienste tut und schließlich durch Bescheidenheit, Mut und Eisenhans‘ Hilfe – nicht zuletzt aber durch sein goldenes Haar – das Herz und die Hand der Königstochter gewinnt.

Inspiration

Die Brüder Grimm veröffentlichten das Märchen des Eisenhans – teilweise basierend auf der Geschichte „Der eiserne Hans“ –  in dieser Fassung erstmals in der 6. Auflage ihrer „Kinder- und Hausmärchen“ im Jahr 1850. Libardis Inszenierung feierte ihre Premiere 1996. Es war das dritte Stück von Libardis Reihe „Theater im Ohrensessel“. Restauriert, die Gesichter der Puppen frisch bemalt, kehrte es nun auf die Bühne zurück. In Text und Aufbau bleibt es dicht am Original. „Ich versuche nahe an der Märchensprache und dem Gehalt der Geschichte dranzubleiben“, bekundet der Puppenspieler. Zur Umsetzung der Geschichte fand er sich durch das nach dem Märchen betitelte 1990 erschienene Buch des amerikanischen Schriftstellers Robert Bly inspiriert. VKO

Dreimal kommt der Prinz als fremder Ritter verkleidet auf das Fest des Königs und fängt den goldenen Ball der Prinzessin.
Dreimal kommt der Prinz als fremder Ritter verkleidet auf das Fest des Königs und fängt den goldenen Ball der Prinzessin.