Naturverträgliches Verhalten gefragt

Vorarlberg / 11.02.2020 • 18:09 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Rangerin Lisa Klocker unterstützt seit Februar das Team des Naturparks.
Rangerin Lisa Klocker unterstützt seit Februar das Team des Naturparks.

Hoher Besucherandrang in Gebieten Kojenmoos-Häderichmoor.

Riefensberg Eingebettet im Sattel zwischen Kojenstein und Hochhäderich liegt auf den Gemeindegebieten von Riefensberg und Oberstaufen das Kojenmoos-Häderichmoor, das auf einer verhältnismäßig kleinen Fläche eine große Anzahl unterschiedlicher Lebensräume und daran angepasste Tier- und Pflanzenarten beherbergt.

Leben am Limit

Im Winter führen viele Wildtiere auf Grund von Kälte und Nahrungsmangel ein Leben am Limit. Auch dem störanfälligen Birkhuhn stehen in dieser Jahreszeit nur die energiearmen Nadeln von Tannen und Fichten als Nahrung zur Verfügung. Freilaufende Hunde und querfeldeinlaufende Schneeschuhgeher lösen bei den Wildtieren Fluchtreaktionen aus. Die dabei verbrauchte Energie kann aufgrund des geringen Nahrungsangebotes nur schwer kompensiert werden. Wiederholte Störungen können im Extremfall zum Tod führen.

Druck auf die Natur

Durch die geringe Schneelage in diesem Winter konzentrieren sich viele Freizeitaktivitäten auf die wenigen schneesicheren Gebiete. Hier ergibt sich ein großer Druck auf die Natur, der mit Störungen für die Wildtiere verbunden ist. Neben dem Riedberger Horn ist auch das Kojenmoos diesen Winter ein Hotspot für alternativen Wintersport in der Region. Der hohe Besucherdruck hat bereits zu Konflikten zwischen Anliegern, Naturschutz und Freizeitsportlern geführt.

Neue Regeln

Deshalb wird diesen Winter das mit den Gemeinden Riefensberg und Oberstaufen erarbeitete Besucherlenkungskonzept umgesetzt. In Zusammenarbeit mit den Grundbesitzern, Fachbehörden und Bewirtschaftern vor Ort konnten naturverträgliche Routen und Rückzugsräume ausgewiesen und durch Hinweisschilder im Gelände markiert werden. Die Informationstafeln wurden von der Abteilung „Umwelt“ des Landes Vorarlberg finanziert. Zudem sind die Ranger des Naturparks Nagelfluhkette verstärkt im Gebiet unterwegs und sensibilisieren die Besucher hinsichtlich eines naturverträglichen Verhaltens. Grundsätzlich sollten Wintersportler auf den ausgewiesenen Routen bleiben, keine Abfälle zurücklassen und Hunde an der kurzen Leine führen.

Die wichtigsten neuen Regeln für das Kojenmoos und den Bereich der Häderichmoore sind: Die Wege dürfen nicht verlassen werden. Die Flächen außerhalb gespurter Loipen oder gekennzeichneter Winterwanderwege zu betreten, auch mit Wintersportgeräten wie Schneeschuhen, ist nicht erlaubt. Hunde müssen an einer kurzen Leine (max. zwei Meter) geführt werden. Es gilt ein Flugverbot für Modellfluggeräte und -fahrzeuge und Drohnen. Weiters dürfen keine Abfälle und Verunreinigungen zurückgelassen werden. Dies gilt auch für Hundekot. me

Leider nicht immer der Fall: Schneeschuhwanderer mit angeleintem Hund auf der markierten Route. me
Leider nicht immer der Fall: Schneeschuhwanderer mit angeleintem Hund auf der markierten Route. me