Schruns ebnet Weg für Volksschulneubau

Vorarlberg / 12.02.2020 • 23:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Volksschulprovisorium in Schruns könnte allmählich seinem Ende entgegensehen. STR

Gemeindevertretung fasst Grundsatzbeschluss für Millionenprojekt. Opposition kritisiert Umsetzungsgeschwindigkeit.

Schruns Die Raumnot hält die Volksschule Schruns seit Jahren fest im Würgegriff. Nachdem zwischenzeitlich eine Zusammenlegung der Volksschulen von Schruns und Tschagguns im Raum stand, entschloss man sich in den Nachbargemeinden doch zum jeweiligen Alleingang. Während man diesseits der Ill bereits diesen Sommer mit der Sanierung des Schulgebäudes startet will, erwies sich das Schrunser Schulprojekt als deutlich langwieriger.

Mit dem Anbau einer Containerklasse wurde im Jahr 2015 vorübergehend für Entlastung gesorgt. Zwei Jahre später wurde der Werkunterricht in das Alte Gericht ausgelagert und zeitgleich eine Machbarkeitsstudie erstellt. Seither ist es um die Neubau- bzw. Erweiterungspläne ruhig geworden; bis jetzt.

In der letzten Sitzung vor den Gemeindewahlen wurde gestern der Grundsatzbeschluss zum Neubau der Volksschule gefasst. Vorgesehen ist demnach am Standort des ebenfalls sanierungsbedürftigen Kindergartens St. Jodok – dessen Neubaupläne waren 2010 aufgrund der finanziell angespannten Situation der Gemeinde ad acta gelegt worden – einen Schulneubau zu errichten. Gleichsam soll der Kindergarten künftig im Erdgeschoss des jetzigen Volksschulgebäudes unterkommen. Im Obergeschoss könnten zudem neue Vereinsräumlichkeiten entstehen.

Bis Pädagogen und Schüler das neue Schulhaus in Beschlag nehmen können, wird es aber wohl noch einige Zeit dauern. „Ein Architekturwettbewerb muss durchgeführt werden, die Zusage der Pfarre als Grundbesitzer muss eingeholt werden und auch die Verhandlungen bezüglich der Fördergelder müssen im Detail geführt werden“, führt Bürgermeister Jürgen Kuster aus. Bei der Opposition stößt genau dieser Umstand auf harsche Kritik. „Nach fünf Jahren heißer Luft ist das Projekt noch keinen Schritt weiter.Jetzt – kurz vor der Wahl – kündigt der Bürgermeister an, dass einem Neubau nichts im Wege stehe“, sagt Günter Ratt (Metnand för Schru). „Wir sind seit drei Jahre intensiv dran. So ein Projekt mitten im Ort ist von vielen Faktoren abhängig und muss gut durchdacht sein“, kontert Kuster.

Turnsaal und Tiefgarage

Die Kosten für den Neubau beziffert der Schrunser Gemeindechef mit rund 7 bis 8 Millionen Euro, wobei abzüglich der Förderungen rund 3 bis 4 Millionen davon auf die Gemeinde entfallen. Auf Empfehlung von Architekt Josef Fink soll es auch zum Bau eines Turnsaals kommen. Derzeit findet der Turnunterricht der Volksschüler in der ehemaligen Sporthalle der Mittelschule statt. „Der Auszug der Volksschule würde auch in der Mittelschule ein zusätzliches Raumangebot freispielen“, ist Kuster von der Sinnhaftigkeit überzeugt.

Teil der Überlegungen ist auch der Bau einer über die Silbertalerstraße erschlossene Tiefgarage. „Wenn man mitten im Ort etwas baut, muss man über Stellplätze nachdenken“, so Kuster. Nachsatz: „Der Bedarf ist durchaus gegeben.“ Die rund 50 Stellplätze würde in weiterer Folge verkauft bzw. langfristig vermietet werden.