Wie Weihnachten nachwirkt

Vorarlberg / 12.02.2020 • 19:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
So groß und stark wie diese Bäume sollen auch die aus Vorarlberger Spendengeldern angeschafften Pflanzensetzlinge einmal werden.fröhlich
So groß und stark wie diese Bäume sollen auch die aus Vorarlberger Spendengeldern angeschafften Pflanzensetzlinge einmal werden.fröhlich

Dank Christbäumen aus Vorarlberg wachsen in Malawi nun Mangos und Papaya.

Rankweil In unseren Breiten ist Weihnachten schon längst wieder vorbei, andernorts wirkt das Fest nach, und zwar in besonderer Form. Die vor drei Jahren zwischen den Christbaumproduzenten im Land und der Aktion „Bruder und Schwester in Not“ gestartete Kooperation für ein soziales Projekt in Malambo (Malawi) wächst und gedeiht. Mit der daraus resultierenden finanziellen Unterstützung wurden und werden Setzlinge gekauft, vorwiegend Mango, Papaya, Orangen und Cashew-Nüsse, und an die Familien verteilt. „Sie kümmern sich wirklich intensiv um ihre Bäume, und die Pflanzen sind auch schon ordentlich gewachsen“, bestätigt Markus Fröhlich, Koordinator von „Bruder und Schwester in Not“. Er hofft, dass sie alsbald die nötigen Früchte tragen.

Sichere Lebensgrundlage

Die Pflanzaktion sichert den Menschen zum einen eine Lebensgrundlage, zum anderen lassen sich damit Bodenerosionen eindämmen. Bewusst wird das Projekt zudem im Rahmen des Schulunterrichts durchgeführt. „Kinder sollen ein Bewusstsein für nachhaltige Bewirtschaftung bekommen“, erklärt Fröhlich.

In diesem Jahr sollen neuerlich 2500 Setzlinge verteilt werden. Die Pflanzen kosten pro Stück 60 Cent, viel Geld für die Menschen in Malawi, die zum Teil mit weniger als 25 Euro im Monat auskommen müssen. Durch den Bau eines Brunnens, der ebenfalls aus Spenden finanziert wurde, war es außerdem möglich, die Wasserversorgung zu sichern. „Früher mussten die Frauen für Wasser oft kilometerweit laufen“, erzählt Markus Fröhlich. Inzwischen stehen zwei Wassertanks mit vier Leitungen zur Verfügung. Der erforderliche Strom stammt aus Wind- und Solarenergie. „Damit werden Schule, Buschambulanz und Geburtenstation sowie die Pumpe für den Brunnen betrieben“, erläutert Fröhlich, der als Ziel des Projekts die Entwicklung von Gesamtstrukturen für die Region angibt. Malawi zählt allerdings auch zu jenen Ländern im südlichen Afrika, die immer wieder einmal von einer Hungersnot bedroht sind, so auch heuer.

Es kam bereits zu dramatischen Ernteausfällen, weil in vielen Landesteilen der Regen ausblieb. Familien können sich mitunter nur noch jeden zweiten Tag eine Mahlzeit leisten. „Bruder und Schwester in Not“ unterstützte Ende des vergangenen Jahres mit einer Soforthilfe in Form von Reispackungen.

Projektpartner vor Ort

Projektpartner vor Ort ist der Orden der „Teresian Sisters“. Sechs Schwestern sorgen jeweils für eine gerechte Verteilung der Hilfsgüter. Die Spenden dafür stammen vor allem aus der Sammlung für „Bruder und Schwester in Not“ der Diözese Feldkirch, die jährlich am dritten Adventsonntag in allen Pfarren stattfindet. VN-MM

„Auch die Kinder sollen ein Bewusstsein für nachhaltige Bewirtschaftung bekommen.“