Die Freundin bedroht und geschlagen

Vorarlberg / 13.02.2020 • 22:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte bekannte sich von Beginn an nicht schuldig. eckert
Der Angeklagte bekannte sich von Beginn an nicht schuldig. eckert

720 Euro unbedingte Geldstrafe für eifersüchtigen Liebhaber.

Feldkirch „Ich will keine Aussage machen, ich bin jedenfalls nicht schuldig“, erklärt der 24-jährige Angeklagte gleich zu Beginn der Richterin am Landesgericht Feldkirch.

Auch sein Verteidiger Christoph Eberle plädiert für Freispruch, weil sein Mandant angeblich keine der angeklagten Straftaten begangen habe. Der Beschuldigte geht von einem Irrtum aus. Seine frühere Verlobte ist nach einigem problembehafteten Hin und Her nun schlussendlich doch wieder zu ihm zurückgekehrt, will wieder seine Lebensgefährtin sein, alles abhaken und vergessen. Das soll auch das Gericht, meint das neuvereinte Liebespaar. Doch das geht nicht.

Schwer belastet

Die beiden kannten sich seit Langem, die junge Türkischstämmige hatte jedoch in Tirol einen Freund und ein Kind. Sie verliebte sich in den Angeklagten und kam nach Vorarlberg. Ihre Familie wollte sie zurückholen und auch sie wollte nach einem Anruf ihres Tiroler Freundes wieder zu ihm zurück. Sie ging und löste die inzwischen mit dem in Vorarlberg lebenden Türken geschlossene Verlobung. Doch der war gekränkt und wollte das nicht hinnehmen. „Wenn du unsere Verlobung löst, lasse ich dich nicht am Leben“, drohte er. „Ich hatte richtig Angst vor ihm“, gab die 24-Jährige damals bei der Polizei an. „Ich werde dich entführen, ich kenne entsprechende Leute und dein Mann kann nichts dagegen tun“, machte ihr der Beschuldigte ein anderes Mal telefonisch Angst.

Rauhe Sitten

Der junge Türke fährt gerne Auto, im vergangenen Jahr – mangels eines gültigen – mit gefälschtem Führerschein. Als seine junge Begleiterin dies kritisierte, hatte der Freund offenbar keine Lust, die Sache groß zu diskutieren. Er packte ihren Kopf und schlug ihn so heftig gegen die Beifahrertüre, dass sie eine Beule davontrug. „Wir haben alles ausgeredet, ich will damit abschließen, das war doch alles nicht so gemeint, wir haben uns wieder versöhnt“, versucht die junge Frau ihrem „Wieder“-Freund zu helfen. Sie wagt sich sogar so weit vor, dass sie beinahe selbst ein Strafverfahren wegen falscher Beweisaussage bekommt. Doch nach mehrmaliger Belehrung erkennt sie, dass es nun „entweder er oder ich“ heißt. Sie bestätigt ihre damals getätigten Aussagen.

Urteil: Schuldig

Ein Schuldspruch ist unausweichlich. Wegen des gefälschten Führerscheins wurde der Mann bereits verurteilt.

Nun kommt noch eine weitere Strafe wegen versuchter Nötigung, Körperverletzung und gefährlicher Drohung dazu. Die Strafe: 720 Euro. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. EC