SPÖ veröffentlicht OP-Wartezeiten nun selbst

Vorarlberg / 13.02.2020 • 15:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im LKH Feldkirch sollen die modernen OP-Säle alsbald in Vollauslastung fahren können. <span class="copyright">KHBG</span>
Im LKH Feldkirch sollen die modernen OP-Säle alsbald in Vollauslastung fahren können. KHBG

Vorgehensweise des Landes wird als zu wenig transparent kritisiert.

Bregenz Die teils langen Wartezeiten auf Termine bei planbaren Operationen werden immer mehr zum Politikum. Im Jänner kritisierte die SPÖ in einer Anfrage an Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher, dass die Daten des Wartezeiten-Monitorings unter Verschluss gehalten würden. Gleichzeitig forderte sie Auskunft zu den aktuellen Wartezeiten in allen operativen Bereichen und aus allen Landeskrankenhäusern. Das Ergebnis der Anfragebeantwortung befriedigt SPÖ-Klubobmann Martin Staudinger nicht wirklich. Allein dem Umstand, dass sich die Wartezeiten bislang kaum verkürzt haben, ist die Kritik jedoch nicht geschuldet. „Die Transparenzfrage wurde vom Land auch nicht gelöst“, ärgert sich Staudinger. Deshalb wird die SPÖ nun ihrerseits die gesamten Wartezeiten transparent machen. Heute, Donnerstag, ging die Webseite www.wielangewarten.at online. Das soll für Druck und in letzter Konsequenz für entsprechende Entlastungsmaßnahmen sorge.

Wenige Verbesserungen

Derzeit sind auf der Webseite der Krankenhausbetriebsgesellschaft (KHBG) lediglich die Wartezeiten jener drei Fächer zu finden, in denen es am meisten klemmt. Das sind die Augenheilkunde, die Endoprothetik sowie die Orthopädie im Bereich der stabilisierenden Wirbelsäuleneingriffe. In der Anfragebeantwortung sind nun 15 Bereiche aufgelistet, darunter auch solche, die zwar nicht auf der KHBG-Webseite aufscheinen, aber ebenfalls wochenlange Wartezeiten nach sich ziehen. Dazu zählen etwa von der HNO-Abteilung durchzuführende Eingriffe an der Nasenscheidewand. Hier beträgt die Wartezeit 32 Wochen. Ebenso ein Hotspot ist die Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie mit Wartezeiten von bis zu 36 Wochen.

Doch nicht nur im Landeskrankenhaus Feldkirch ist es mit Terminen eng. In der Urologie des Landeskrankenhauses Bregenz beispielsweise heißt es für Patienten bis zu zwölf Wochen ausharren, bevor es in den OP geht. In den Landeskrankenhäusern Bludenz und Hohenems liegen die Wartezeiten zwischen einer bis sechs Wochen bzw. zwei bis drei Wochen. Die einzige nennenswerte Verbesserung habe es bei Operationen zur Stabilisierung der Wirbelsäule gegeben, hat die SPÖ in einem Vergleich mit den von ihr im Juni 2019 erhobenen Daten festgestellt: Statt 73 Wochen würden die Patienten nun 41 Wochen warten. Gleichzeitig seien jedoch die Wartezeiten in anderen Bereichen deutlich gestiegen, etwa beim „Grauen Star“ (+ sieben Wochen) oder in der Kieferchirurgie (+ zehn Wochen).

Dauerstrategie

Ehrlich ist eine Transparenz nach Meinung der SPÖ nur dann, wenn alle Wartezeiten bekanntgegeben werden. „Bereits in der Landtagssitzung im Dezember haben wir darum gebeten, dass die Ergebnisse des Monitorings zeitnah allen Landtagsfraktionen zur Verfügung gestellt werden. Das ist jedoch bis heute nicht geschehen“, ärgert sich Martin Staudinger. Selbst das beste Monitoring sei sinnlos, wenn die Ergebnisse nicht regelmäßig veröffentlicht würden. „Nur korrekte Fakten zur Ausgangslage ermöglichen eine qualifizierte Diskussion darüber, wie wir miteinander das Beste für die Patienten erreichen können“, sagt Staudinger. Sollte sich in Sachen Transparenz nichts tun, will die SPÖ in einem halben Jahr neuerlich eine Anfrage stellen und diese Strategie so lange fortsetzen, bis sich etwas tut.

Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher merkte in ihrer Anfragebeantwortung an, dass in allen Landeskrankenhäusern medizinische Notfälle sofort und medizinisch dringliche Fälle innerhalb der fachlich vertretbaren Zeit operiert werden. Dieser Notfallversorgungsauftrag führe aber auch dazu, dass Patienten mit nicht dringlichen Planoperationen gelegentlich trotz eines bereits vereinbarten OP-Termins verschoben werden müssten.