Wenn Wissen in Karenz geht

Vorarlberg / 13.02.2020 • 18:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
WIWA-Vorstandsvorsitzender Philipp Tomaselli und Regionalreferentin Havva Dogan.
WIWA-Vorstandsvorsitzender Philipp Tomaselli und Regionalreferentin Havva Dogan.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Fokus.

Nüziders Unter dem Motto “Wenn Wissen in Karenz geht” wurden im Rahmen des gemeinsamen Pilotprojekts Regionalmanagement Walgau der Wirtschaft im Walgau (WIWA) und der Wirtschaftskammer Vorarlberg vor Kurzem in der Tischlerei Josef Feuerstein in Nüziders zeitgemäße Maßnahmen für eine gelungene Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben besprochen und in einen rechtlichen Rahmen gesetzt.

Gesetzliche Rahmenbedingungen

Carolin Grabher vom WKV-Rechtsservice gab einen rechtlichen Überblick zu Schwangerschaft, Elternkarenz und Elternteilzeit und machte auch auf Stolpersteine – wie z.b. Sonderregelungen in diversen KVs – aufmerksam. So gelten während der Schwangerschaft klare arbeitsrechtliche Vorgaben und Beschäftigungseinschränkungen.

Alles Wichtige über die zu erfolgenden notwendigen Schritte, Rechte und auch Pflichten sowohl für Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber wurden detailliert erörtert.  Dabei ging es um die Vereinbarkeit von Job, Karriere, Wiedereinstieg, Fachkräftemangel etc. – und was von den Unternehmen für Initiativen gesetzt werden können, um diesem Thema, das gerade heute für viele Familienleben relevant ist, gerecht zu werden. Ein wichtiges Fazit war dabei, dass die Mitarbeiter umso zufriedener und betriebstreuer sind, je besser ein Unternehmen seine Mitarbeiter bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf unterstützt.

Monika Lutz von der Initiative „Ausgezeichnete familienfreundliche Betriebe“ forderte die Unternehmen auf, familienbewusste Maßnahmen zu setzen: Wenn man gute Leute möchte, muss man sich mit dem Thema Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Privatleben auseinandersetzen. Um einen verlorenen Mitarbeiter zu ersetzen, muss ein Unternehmen 1,5 Mal dessen Jahresgehalt aufwenden.”

Familienfreundliche Betriebe

Die Initiative „Ausgezeichnete familienfreundliche Betriebe” zeichnet im Zwei-Jahres-Rhythmus familienfreundliche Betriebe aus. Beurteilungskriterien sind unter anderem die Flexibilität von Arbeitszeit und -ort, die Wiedereinstiegsquote nach der Karenz, Kinderbetreuungs- und Gleichstellungsmaßnahmen sowie Weiterbildungsmöglichkeiten. Den Mitarbeitern wird so ermöglicht, sowohl ihre beruflichen Chancen uneingeschränkt nützen als auch Familie und Beruf optimal vereinbaren zu können.

Einer der ausgezeichneten Betriebe ist die Tischlerei Josef Feuerstein, für deren GF Thomas Feuerstein das Gütesiegel eine der wichtigsten Auszeichnungen darstellt. Sein bestes Beispiel war Roswitha Pichler, sie war viermal in Karenz und das war nur durch flexible Lösungen möglich. Sie ist auch nach ihrer Pensionierung dem Betrieb geringfügig beschäftigt erhalten geblieben. Feuerstein erhielt mittlerweile zum achten Mal die Auszeichnung „Familienfreundlicher Betrieb!“ HAB

Thomas Feuerstein, Geschäftsführer der Tischlerei Feuerstein, Monika Lutz von der Initiative, Carolin Grabher vom WKV-Rechtsservice und WIWA-GF Georg Geutze. hab
Thomas Feuerstein, Geschäftsführer der Tischlerei Feuerstein, Monika Lutz von der Initiative, Carolin Grabher vom WKV-Rechtsservice und WIWA-GF Georg Geutze. hab
Tischler Lukas Jussel, Maschinenbauer Arno Reisch, Johannes Mair von Brugger Ingenieure und  Alfons Feuerstein, Seniorchef der Tischlerei Feuerstein.
Tischler Lukas Jussel, Maschinenbauer Arno Reisch, Johannes Mair von Brugger Ingenieure und  Alfons Feuerstein, Seniorchef der Tischlerei Feuerstein.