Gemeinden fordern Pfand auf Dosen und Kunststoff

Vorarlberg / 14.02.2020 • 06:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Vorarlbergs 96 Gemeinden müssen jährlich rund vier Millionen Euro hinblättern, um unrechtmäßig weggeworfenen Abfall zu beseitigen. APA

Der Umweltverband warnt: EU-Recycling-Ziel wird sonst verpasst.

Schwarzach Littering ist zwar verboten, allerdings nach wie vor ein großes Problem. „Die Littering-Verordnung ist zahnlos“, ärgert sich Herbert Koschier vom Umweltverband. Denn: Wird jemand erwischt, wie er Abfall an den Wegrand wirft, darf er nur darauf aufmerksam gemacht werden. Entsorgt der Umweltsünder den Müll dann ordnungsgemäß, hat sich die Sache erledigt. „Dann ist keine Strafe fällig“, ergänzt Koschier. Vier Millionen Euro jährlich kostet die Vorarlberger Gemeinden die Entsorgung unrechtmäßig weggeworfenen Abfalls. Koschier ist überzeugt: Ohne ständige Thematisierung des Problems wären die Kosten wesentlich höher. Eigentlich sollte die Müllmenge verringert werden. Die Gemeinden fordern deshalb Pfand auf Einweggebinde, also auf Dosen und Plastikflaschen.

Gemeindeverbandspräsidentin Andrea Kaufmann bestätigt: „Das Wegwerfproblem belastet Bürger, Umwelt und Budgets nach wie vor.“ Die Recyclingquote bei Kunststoff liegt in Vorarlberg zwischen 23 und 24 Prozent, fährt Herbert Koschier fort. Laut einer Vorgabe der EU muss die Quote bis 2025 auf 50 Prozent erhöht werden. „Das schaffen wir nur mit der Einführung eines Pfandsystems“, ist er überzeugt. Zu diesem Schluss kommt nun auch eine Studie des Umweltministeriums. Demnach erziele ein Pfandsystem den höchsten Effekt gegen Littering und erhöhe die Recyclingquote. Koschier betont: „Die Sorgenkinder sind die Plastikflaschen und das Gewerbe. In privaten Haushalten ist die Quote sehr gut.“ Umweltverbandsobmann Rainer Siegele bekräftigt: „Eine Pfandlösung ist der richtige Weg.“