Musik war seine Leidenschaft

Vorarlberg / 14.02.2020 • 17:15 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dr. Richard Hinteregger war als Lehrer bekannt und beliebt.
Dr. Richard Hinteregger war als Lehrer bekannt und beliebt.

Zum Gedenken an Professor i. R. Mag. Dr. Richard Hinteregger (94).

WOLFURT Nach einem langen und erfüllten Leben ist Mag. Dr. Richard Hinteregger (94), Professor i. R. an der HTL Bregenz, Alt-Vizebürgermeister von Wolfurt sowie Ehrenmitglied der Bürgermusik Wolfurt und Ehrenmitglied des Vorarlberger Blasmusikverbandes, verstorben. Er war auch Mitinitiator der Musikschule Wolfurt, der heutigen Musikschule am Hofsteig. Seit Mitte der sechziger Jahre besuchten und besuchen nicht nur die Wolfurter Musikantinnen und Musikanten diese nicht mehr wegzudenkende musikalische Ausbildungsstätte.

Richard Hinteregger wurde am 10. November 1926 als Sohn des Musikinstrumentenmachers Gebhard Hinteregger und seiner Frau Elisabeth geboren und wuchs in Wolfurt im Strohdorf auf. Seiner Großfamilie blieb er Zeit seines Lebens eng verbunden.

Er besuchte die Volksschule in Wolfurt und ab 1938 das Gymnasium in Bregenz. Durch den Krieg wurde seine Schullaufbahn unterbrochen. Im September 1944 wurde er zur deutschen Wehrmacht eingezogen und war bis zum Ende des Krieges in Ungarn und in der damaligen Tschechoslowakei im Einsatz. Nach Kriegsgefangenschaft kehrte er Ende August 1945 nach Wolfurt zurück.Richard Hinteregger konnte die Schule fortsetzen und maturierte 1947 mit Auszeichnung. Ab Herbst 1947 studierte er an der Universität in Innsbruck, wo er auch Mitglied der Studentenverbindung Leopoldina wurde, Mathematik und Physik und legte 1953 die Lehramtsprüfung für diese Fächer ab. Im Jahr 1959 promovierte er zum Doktor der Philosophie.

Richard Hinteregger war als Lehrer bekannt und beliebt. Er war auch ein Original im besten Sinne. Nach Anfangsjahren in Lienz und an der Stella Matutina in Feldkirch lehrte er von 1958 bis zu seiner Pensionierung im September 1987 an der HTL Bregenz und in Zeiten des Lehrermangels zusätzlich auch noch an der HLW Riedenburg, an den BORGs in Egg und Lauterach und an der HAK in Bregenz.

Er engagierte sich auch als Gemeindevertreter in Wolfurt und war über sieben Jahre Vizebürgermeister. Richard Hinteregger vertrat aber auch seine Lehrerkollegen der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen in der Gewerkschaft öffentlicher Dienst und im Landesschulrat. Neben der Familie und seinem Beruf war die Musik in allen ihren Ausformungen seine große Leidenschaft. Arbeit und Engagement rund um das Blasmusikwesen waren ihm immer ein echtes Anliegen.

Er war nicht nur Musikant, sondern auch Chorsänger und -leiter und bis zuletzt auch ein fleißiger Konzertbesucher. Über 56 Jahre, von 1946 bis 2002 war er aktiver Musikant auf dem Horn. Er widmete sich auch dem Komponieren und Arrangieren und bearbeitete im Besonderen aus dem Bereich der geistlichen Musik Messen und Lieder. Legendär sind auch einige Ballprogramme längst vergangener Tage und durch viele Jahre kam Richard Hinteregger als Kapellmeister-Stellvertreter immer wieder zum Einsatz. Er hat aber die Bürgermusik Wolfurt nicht nur musikalisch geprägt. Auf seine Stimme hörte man auch, wenn es beispielsweise um die Organisation und andere wichtige Entscheidungen und Weichenstellungen im Verein ging. Er war u. a. Obmann, Programmführer und Kirchenmusikreferent.

Im Jahr 1960 wurde er als Pressereferent in die Leitung des Vorarlberger Harmoniebundes – so hieß damals der Landesverband – berufen. Von 1963 bis 1972 war er stellvertretender Landesobmann. In diese Zeit fällt auch die organisatorische Neueinteilung von vier auf sechs Blasmusikbezirke. Damit verbunden war eine gewisse Dezentralisierung mit einer Aufwertung der Arbeit in den Bezirksverbänden.

Sein verdienstvolles Wirken wurde im Jahre 1973 mit der Ehrenmitgliedschaft des Landesverbandes gewürdigt. Der Bundesverband stellte sich damals mit dem Verdienstkreuz in Silber ein. Für 50 Jahre Tätigkeit in der Blasmusik wurde er 1996 mit der Goldenen Ehrenspange des Vorarlberger Blasmusikverbandes ausgezeichnet.

Solange es seine Gesundheit zuließ, war er ein regelmäßiger Besucher der Veranstaltungen des Vorarlberger Blasmusikverbandes.