Vorarlbergerin muss länger in Neuseeland bleiben

Vorarlberg / 15.02.2020 • 14:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die Vorarlbergerin saß am Steuer des mit zwei Freunden gemieteten Wohnmobils.

Nach tödlichem Unfall: Konsul leistet moralische Unterstützung.

Geraldine Reiner

Dunedin Es passierte am 6. Februar: Die Vorarlbergerin (28) war gemeinsam mit zwei Freunden in einem Wohnmobil auf dem State Highway 1 auf der Südinsel Neuseelands unterwegs. Als sie an einer Kreuzung nahe der berühmten Felsformationen der Moeraki Boulders nach rechts abbiegen wollte, wurde aus dem Traumurlaub ein Albtraum. Der Camper stieß mit einem Auto und einem Motorrad zusammen. Der Motorradfahrer (42) erlag noch an der Unfallstelle seinen Verletzungen (die VN berichteten). Die Kindergärtnerin wurde wegen fahrlässigen Fahrens mit Todesfolge angeklagt. Nachdem sie sich in der Vorwoche schuldig bekannt hatte und gegen Kaution freikam, musste sie sich in dieser Woche zum zweiten Mal vor dem Gericht in Dunedin verantworten. Bei dem Termin seien auch zahlreiche Angehörige des Opfers anwesend gewesen, berichten mehrere lokale Medien.

Konsul hilft

Der österreichische Vizehonorarkonsul in Christchurch, Wolfgang Rack, steht mit der 28-Jährigen in Kontakt. „In meiner Funktion kann ich vorwiegend versuchen, die Kommunikation zu erleichtern und wenn möglich moralische Unterstützung leisten“, erläutert Rack auf VN-Anfrage. Zum Fall selbst wollte er sich mit Verweis auf das laufende Verfahren nicht äußern.

Den Flug, der für Ende Februar gebucht war, muss die Vorarlbergerin nach derzeitigem Stand verschieben. Der Richter kündigte das Urteil für den 8. April an. Die Anwältin schlug indes eine Wiedergutmachungskonferenz mit der Opferfamilie vor. Im Falle einer Verurteilung drohen der Kindergärtnerin bis zu drei Monate Haft oder eine Geldstrafe von umgerechnet rund 2600 Euro. Nach dem Unfall wurden Forderungen nach Fahrtests für Touristen laut. Die Behörden würden laufend versuchen, die Verkehrssicherheit zu erhöhen, sagt Wolfgang Rack. „Aber wie zu Hause passieren doch immer wieder Unfälle. Die Unfallstatistik in Neuseeland ist meines Wissens nach vergleichbar mit anderen OECD-Ländern und ähnlich jener in Österreich.“