Auch Vögel suchen im Frühling eine Unterkunft

Vorarlberg / 10.03.2020 • 19:17 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mit Eifer, Geschick und Opas Hilfe bastelten die Kinder im Rheindeltahaus Nistkästchen. GG
Mit Eifer, Geschick und Opas Hilfe bastelten die Kinder im Rheindeltahaus Nistkästchen. GG

Der Naturschutzverein Rheindelta versucht in einer Aktion mit Kindern Abhilfe zu schaffen.

Fußach Alle Jahre wieder lädt der Naturschutzverein Rheindelta Kinder und hilfsbereite Erwachsene zum gemeinsamen Bauen von Nistkästchen ins Rheindeltahaus in Fußach. Zur Verfügung stellen sich als fachkundige Helferinnen Agnes Steininger und Ursula Schelling, die vor allem mit bastlerisch begabten Opas den Kindern an die Hand gehen.

Macher ist aber seit Jahren Wilfried Gruber. Der Pensionist aus Höchst stellt die Bausätze für die Brutkästchen, nach den angesprochenen unterschiedlichen Vogelarten unterschiedlich ausgelegt, her. Die müssen nur noch zusammengeschraubt werden, wobei die Kinder viel Geschick an den Tag legen. Und wo es klemmt, helfen die mitgekommenen Opas. „Ich hoffe, dass ich an die kleinen Teilnehmer etwas Liebe zur Natur mitgeben kann, anstatt dass sie nur vor den Computern sitzen“, sagt Wilfried Gruber, der auch in allen Sachfragen Rat geben kann. Gruber stellt nicht nur die vorgebohrten Brettchen zur Verfügung, sondern berät die Vogelkästenbauer darüber hinaus mit praktischen Tipps. „Bitte die Kästen nicht anmalen, wie es eingerissen ist.“ Die Vögel haben einen anderen Farbsinn, lieben natürliche Oberflächen. Höchstens außen mit Leinöl gegen Wetter schützen und den Deckel mit Dachpappe überziehen. Farben enthalten nicht selten Gifte, die entstehenden glatten Oberflächen erschweren das Festhalten der Jungvögel, sie können dann schwer bis zum Flugloch hochklettern. Auch vom früher üblichen Einstiegsegel vor dem Flugloch raten die Ornithologen inzwischen ab, es erleichtert Nesträubern das Abpassen der flüggen Brut. „Am besten eignen sich sägerauhe Bretter“, empfiehlt Gruber, die er für seine Zwecke sammelt.

Noch wäre es trotz des vorgezogenen Frühlings Zeit für das Anbringen von Nistkästen im Garten in etwa 1,8 Meter Höhe und mit dem Flugloch nach Südosten ausgerichtet. Besonders die Höhlenbrüter wie Meisenarten oder Stare sind bereits eifrig auf Quartiersuche und bedanken sich in der Aufzuchtzeit durch das Beseitigen von Tausenden Schadinsekten zum Füttern der Jungen. Sie sind um so mehr in Wohnungsnöten, als Streuobstwiesen mit alten Spechtlöchern so gut wie verschwunden sind und auch die moderne Architektur kaum noch Schlupflöcher für Vögel an den Hausfassaden lässt. Wer sich für einen Nistkasten interessiert, kann sich auch an den Naturschutzverein Rheindelta, E-Mail-Adresse Agnes.Steininger@Rheindelta.org wenden. GG

Wilfried Gruber will Kindern die Natur näherbringen. GG
Wilfried Gruber will Kindern die Natur näherbringen. GG

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