Angespanntes Warten auf die Corona-Tests in Lech

Vorarlberg / 31.03.2020 • 08:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Angespanntes Warten auf die Corona-Tests in Lech
In Lech wartet man auf das Ende der Quarantäne. VN/HARTINGER

Unterkünfte der Bediensteten könnten zum Problem werden.

Lech Lech möchte nicht in einem Atemzug mit Ischgl und St. Anton genannt werden. Die Verantwortlichen betonen, rechtzeitig gehandelt zu haben. Dennoch stellte die Landesregierung Lech und Zürs gemeinsam mit Warth, Schröcken und Stuben unter Quarantäne, vorläufig befristet bis 4. April. Heute, Dienstag, sollen Tests helfen zu prüfen, ob die Quarantäne aufgehoben wird. Bisher gab es laut Bürgermeister Ludwig Muxel 16 positiv getestete Menschen. Fünf sind ins Spital gebracht worden. Den VN sind zudem Fälle von Menschen in Deutschland bekannt, die sich in Lech angesteckt haben. Offiziell äußern möchte sich in der Gemeinde niemand. Hinter den Kulissen sprechen Bewohner und Bedienstete von einer ruhigen, aber angespannten Situation.

Legale Zusammenkünfte

Polizeisprecher Rainer Fitz bestätigt auf VN-Anfrage: „Die Straßen sind eigentlich leer.“ Dass sich das Virus dennoch ausbreiten könnte, zeigt ein Blick hinter die Gebäudemauern. Bürgermeister Muxel spricht von rund 600, die Polizei von bis zu 1000 Bediensteten, die sich noch in Lech aufhalten. Langsam beginnen die Staaten, die Menschen zurückzuholen, erklärt Fitz. Muxel ergänzt, bei der organisierten Rückführung wolle das Land sicherer vorgehen als die Tiroler. Aus dem Landhaus heißt es: „Bilder wie jene in St. Anton wird es nicht geben.“

Das Problem bei den Bediensteten: Sie leben in Mitarbeiterunterkünften auf engem Raum. Rainer Fitz und andere beschreiben sie als eine Art Massenunterkunft. „Wenn 30 Leute in einer Unterkunft wohnen, sitzen sie halt einmal zusammen und trinken ein Bier im Aufenthaltsraum.“ Alle leben im selben Haushalt. „So medizinisch problematisch es ist, es ist nicht verboten“, betont Fitz.

In Lech befinden sich auch Promis wie Immobilienmilliardär Rene Benko und der einstige Direktor der Wiener Staatsoper, Ioan Holender. Ob sie sich heute im Foyer der Schule testen lassen, steht nicht fest. Rund 80 Personen haben sich angemeldet. Bei einem Drittel soll es sich um Saisonmitarbeiter handeln. Manche Bewohner befürchten, dass die Tests nicht gut besucht sein werden: „Ich weiß nicht, ob da viele hingehen und in Kontakt mit Erkrankten kommen wollen.“ Experten sowie Bewohner bezweifeln im VN-Gespräch hinter vorgehaltener Hand, dass die Quarantäne aufgehoben wird. Michael Prock, Gernot Schweigkofler, Tony Walser

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