Neuseeland: Vorarlbergerin verurteilt und auf Heimreise

Vorarlberg / 09.04.2020 • 16:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Neuseeland: Vorarlbergerin verurteilt und auf Heimreise
Die tragische Kollision fand am 6. Februar im südlichen Teil von Neuseeland statt. SCREENSHOT

Kindergärtnerin (28) nach tödlichem Unfall in Neuseeland zu 4150 Euro Geldstrafe verurteilt.

Schwarzach, Dunedin 6. Februar 2020 auf dem State Highway auf der Südinsel Neuseelands: Ein Tag, der das Leben einer Urlauberin aus Vorarlberg auf einen Schlag auf tragische Weise verändern wird. Als die Kindergärtnerin als Fahrerin eines Campers nahe der berühmten Felsformationen der Moeraki Boulders nach rechts abbiegen will, prallt sie frontal mit einem entgegenkommenden, 42-jährigen, heimischen Motorradfahrer zusammen. Der Schreiner, der gerade seinen ersten Hochzeitstag feierte, ist sofort tot (die VN berichteten).

Falsche Fahrbahnseite

Die Ermittlunsbehörden weisen die Schuld der Voralbergerin zu. Sie habe den Camper auf der falschen Fahrbahnseite gesteuert – in Neuseeland gilt Linksverkehr. Die Kindergärtnerin wurde anschließend wegen fahrlässigen Fahrens mit Todesfolge angeklagt – und bekannte sich sofort schuldig. Sie kam auf Kaution frei und musste ihren Pass abgeben.

18 Monate Fahrverbot

Zwei Monate nach dem tragischen Unfall wurde in der neuseeländischen Stadt Dunedin das Urteil gesprochen. Und zwar nicht wie zunächst geplant am 8. April, sondern – aufgrund von Bedenken hinsichtlich Covid-19 dringend vorgezogen – bereits am vergangenen Freitag. Wie neuseeländischen Medien zu entnehmen ist, wurde die 28-Jährige im Sinne der Anklage für schuldig erkannt und zu einer Geldstrafe von 4500 US-Dollar (4147 Euro) verurteilt. Außerdem wurde über die Vorarlbergerin ein Fahrverbot für die Dauer von 18 Monaten in Neuseeland ausgesprochen.

Wertvollen seelischen Beistand erhielt die Kindergärtnerin ausgerechnet von der Mutter des tödlich Verunglückten, die wörtlich erklärte: „Ihre Isolation gepaart mit Neuseelands Coronavirus-Sperrung und dem Tod meines Sohnes hat sie traumatisiert. Geistig wird es sie den Rest ihres Lebens belasten. Ich denke, sie wurde genug bestraft. Ich fühle für sie. Alleine hier zu sein, das muss für sie schrecklich sein.“

Corona-Sperre aufgehoben

Derzeit sei die Vorarlbergerin auf der Heimreise, sie habe noch einen der letzten Flüge ergattern können. Di neuseeländische Regierung erlaubt Tausenden wegen der Coronavirus-Krise in Neuseeland festsitzende Ausländern, darunter etwa 12.000 Deutsche, seit vergangenem Freitag die Ausreise aus dem Pazifikstaat. Die Regierung in Wellington, die Rückführungsflüge zunächst gestoppt hatte, kündigte einen entsprechenden Plan an. Dieser werde die „sichere und geordnete Ausreise von Zehntausenden“ ermöglichen, sagte der stellvertretende Premierminister Winston Peters.

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