Skilift macht den Abflug

Vorarlberg / 28.04.2020 • 08:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Skilift macht den Abflug
Bereit für das Recycling: Am Montag wurden die Teile von schwer zugänglichen Stützen per Hubschrauber ins Tal geflogen. VN/STEURER

Stützen der Brüggelekopf-Bahn wurden mit dem Hubschrauber abtransportiert.

Alberschwende Am 21. Jänner 2018 transportierte der Einersessellift am Brüggelekopf die letzten Skifahrer auf den Alberschwender Hausberg. Die Konzession lief nach 51 Jahren aus. Eine erneute Verlängerung war aufgrund des technischen Zustands nicht mehr möglich. Nun machte die Bahn endgültig den Abflug. In den vergangenen Tagen wurde ein Großteil der Stützen abgebaut und zerlegt bzw. gesprengt. Am Montag rückte eine Crew der Firma Wucher mit dem Hubschrauber an, um vier schwer zugängliche, ehemalige Betonstützen und eine Eisenstütze Stück für Stück ins Tal zu befördern.

Unwegsames Gelände

Es ist kurz vor 14 Uhr, als sich die Bell 205 mit einem dumpfen Klopfen ankündigt. Zunächst werden die Flughelfer zum Einsatzort geflogen. Die letzten knapp 100 Meter müssen sich die Männer zu Fuß durch unwegsames und steiles Gelände kämpfen. Die Arbeiter des Abbautrupps sind bereits vor Ort. „Die große Herausforderung ist, dass wir nicht wissen, wie schwer die einzelnen Teile sind. Ich habe eine Waage im Hubschrauber. Wenn ein Teil zu schwer ist, müssen wir es nochmals ablegen und auseinandernehmen“, schildert Pilot Wolfgang Jäger. Rund 20 Flüge sind notwendig, um das Material zur Talstation zu bringen. Auf dem Haufen liegen bereits die Teile jener Stützen, die mit dem Lkw vom Berg geschafft werden konnten. Bis Ende dieser Woche sollen fast alle Überbleibsel des alten Lifts verschwunden sein. Lediglich die obersten fünf Stützen bleiben wohl noch ein wenig länger stehen. „Der Grundbesitzer hat noch keine Genehmigung erteilt, dass wir das Grundstück betreten dürfen“, erläutert Skilifte-Geschäftsführer Reinold Baumann.

Wie geht’s weiter?

Nach dem Aus des Brüggelekopflifts hatte die Gemeinde bereits ein Nachfolgeprojekt im Köcher. Geplant waren eine Kabinenbahn, ein Bergrestaurant, eine Berghütte, eine neue Abfahrt, eine Naturrodelbahn, ein Sporthotel, Bikestrecken und ein Klettergarten samt Baumhaus zum Übernachten. Seit Ende August 2018 ist der 28 Millionen Euro teure Ganzjahresfreizeitpark allerdings Geschichte. Als Grund nannte die Projektleitung den zu hohen Kaufpreis für die erforderlichen Liegenschaften. Wie es in den kommenden Jahren weitergeht? „Die zwei bestehenden Lifte im Bereich Brüggele werden weiterhin in Betrieb bleiben, solange wir das rechtlich können“, sagt Bürgermeisterin Angelika Schwarzmann. Die anderen drei am Dresslerberg und Tannerberg seien derzeit in Revision gestellt. „Früher oder später werden wahrscheinlich auch die abgebrochen. Aber solange es noch Leute gibt, die an ein Projekt glauben, wird man das nicht tun“, ergänzt die Bürgermeisterin.

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.