Besuchstermine in Pflegeheimen sind gefragt

Vorarlberg / 03.05.2020 • 21:00 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Besuchstermine in Pflegeheimen sind gefragt
Frau Bösch, Herr Dorner, Frau Schwarz (vorne v. l.) sowie Sr. Hiltrud und Sr. Marzella (hinten v. l.) vom Josefshaus in Gaißau freuen sich schon auf die ersten Besucher. VN/STEURER

Angehörige dürfen allerdings nur eine halbe Stunde bleiben.

schwarzach Nach sieben Wochen hat das Warten ein Ende. Ab heute, Montag, öffnen auch Pflegeheime wieder ihre Tore für Angehörige, zumindest einen Spalt breit. Innige Umarmungen sind allerdings nicht erlaubt, und die Besuchszeit ist mit einer halben Stunde begrenzt. Zudem trennen Glas- oder Plexiglasscheiben noch die Innen- von der Außenwelt. Trotzdem: „Die Öffnung ist dringend nötig“, sagt Judith Wucher und ergänzt: „Jetzt sind alle froh.” Auch in den Pflegeheimen der SeneCura hellt sich die Stimmung auf. „Die ersten Tage sind mit Besuchsterminen schon ausgebucht“, berichtet Regionalleiter Wolfgang Berchtel.

Temperaturkontrolle

In einem Schreiben wurden die 52 Heime mit ihren mehr als 2400 Bewohnern über die notwendigen Regelungen und Empfehlungen informiert, und da gibt es einiges zu beherzigen. Mindestabstand, Mund-Nasenschutz und Desinfektion sind obligat. Dazu kommt, dass Terminvereinbarungen erforderlich sind, pro Bewohner nur ein Besucher zugelassen ist, und Besuche in den Zimmern vermieden werden sollten. Weiters müssen sich Besucher an den Eingängen einem Gesundheitscheck unterziehen, Temperaturkontrolle inklusive. Geht es um den Besuch bei schwerst pflegebedürftigen Insassen, erhalten Angehörige etwa in den SeneCura-Heimen eine entsprechende Schutzausrüstung.

In den vergangenen Tagen haben die Heimleitungen die Angehörigen mittels Brief oder elektronischer Post über die einschränkenden Gegebenheiten informiert. Trennwände und andere Verbauten halten die Menschen auf Abstand. In manchen Heimen wurde der Eingangsbereich zum Besucherraum umfunktioniert. Der Besucher bleibt quasi draußen, die Angehörigen bleiben drinnen. Bei Verständigungsschwierigkeiten aufgrund von Hörschwäche sollen Haustelefone die Verbindung aufrechterhalten. Wie gut die Maßnahmen funktionieren, wird sich erst weisen. „Für uns ist das auch neu. Jetzt gilt es, Erfahrungen damit zu sammeln“, sagt Carmen Helbok-Föger, Geschäftsführerin der Benevit.

Im Josefshaus in Gaißau fiebern die betagten Menschen ebenfalls schon dem ersten Besuchstag entgegen. Der Rhododendron beim Eingang steht als Willkommensgruß  in voller Blüte.

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