Zweite Chance für verwaiste Fuchsbabys

Vorarlberg / 07.05.2020 • 09:10 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Zweite Chance für verwaiste Fuchsbabys
Neugierig und verspielt: Die sieben Wochen alten Welpen Sina und Jana. Fotos: VN/Paulitsch

Zwei Fuchswelpen werden von Tierpflegerin Birgit Wedl in Feldkirch von Hand aufgezogen.

Feldkirch Nanu, was huscht denn da durch das Grün? Das dürften sich die Nachbarn von Birgit Wedl gedacht haben, als sie die beiden flauschigen Fuchsbabys das erste Mal gesehen haben. Diese machen derzeit nämlich den Garten der Feldkircherin unsicher.

Die beiden sieben Wochen alten Welpen wurden verwaist in Götzis aufgefunden. Seither kümmert sich Birgit Wedl, die Tierpflegerin im Wildpark Feldkirch ist, gemeinsam mit ihren Zwillingstöchtern Isabel und Rafaela (9) um die beiden putzigen Füchse. Namen haben die beiden Wildfänge auch schon: Sina und Jana. „Bei Sina war zunächst nicht klar, ob sie überleben wird, weil sie so geschwächt war“, erzählt die Tierpflegerin. Mittlerweile ist ihr Zustand stabil und die Fuchsschwestern erkunden neugierig den Garten von Familie Wedl. Zu Beginn fütterte die 37-Jährige die Welpen alle vier Stunden mit einem Milchfläschchen für Hundewelpen. Mittlerweile stehen auch Haferbrei, Fleisch mit Nudeln oder Reis auf der Speisekarte der Allesfresser, um sie mit den nötigen Ballaststoffen zu versorgen.

Täglich wird der Meister-Reineke-Nachwuchs gewogen. Die Welpen wurden geimpft, gechipt, bei der Behörde angemeldet und entwickeln sich nun prächtig. „Normalerweise darf man Füchse als Privatperson nicht halten“, erklärt die Tierpflegerin, die sich um insgesamt 50 Tiere, von Kaninchen über Ziegen bis hin zu Ponys, liebevoll kümmert. „Wenn man einen Wildnachwuchs findet, ist es ganz wichtig, dass man nichts berührt. Am besten sollte der Fund umgehend dem zuständigen Jagdaufseher gemeldet werden“, erläutert die Noflerin.

Bald färbt sich der noch braun-beige Flaum der schlauen Tierchen in markantes Fuchsrot. „Als man sie gefunden hat, war das Fell noch schwarz. Sie wurden beim Spazierengehen oft mit Hundewelpen verwechselt“, erzählt Birgit Wedl mit einem Schmunzeln.

Zweite Chance für verwaiste Fuchsbabys

Wenn die beiden neugierigen Fuchsmädchen größer sind, werden sie in den Wildpark Feldkirch umziehen. Eine Auswilderung ist nicht geplant, da eine Ausgewöhnung durch die Handaufzucht und den Menschenkontakt schwierig sei. „Der Wildpark leistet wichtige Aufklärungsarbeit. Die Menschen sollen die Möglichkeit haben, Wissen über die Wildtiere zu erhalten und einen verantwortungsbewussten Umgang mit der Tierwelt zu erlernen“, betont die Ziehmama. Bis dahin dürfen die Fuchszwillinge mit den Zwillingsmädchen Isabel und Rafaela im kleinen Tierparadies von Birgit Wedl herumtollen.  

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