Innovative Landwirtschaftsprojekte: Ländle-Nüsse und „fair Gekochtes“

Vorarlberg / 15.06.2020 • 16:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Innovative Landwirtschaftsprojekte: Ländle-Nüsse und „fair Gekochtes“
Landesrat Christian Gantner, Wolfang Mätzler, Mathias Becvar und Patrick Domig (v.l.): Innovationen sind in der Landwirtschaft gefragt. VN/Hämmerle

Innovative Projekte geben der Vorarlberger Landwirtschaft neue Perspektiven.

Hard Die Bedeutung der Lebensmittelversorgung – und Sicherheit für Vorarlberg wurde in der Coronakrise deutlich ins Bewusstsein gerückt. Die heimische Landwirtschaft durfte sich nicht zu Unrecht feiern lassen.

Aber es darf auch spezieller sein. Innovative Projekte sollen künftig das Angebot heimischer Bauern nicht nur erweitern, sondern auch einen Qualitätsschub bringen. Das belegen der Bregenzerwälder Koch Wolfgang Mätzler und die beiden Harder Mathias Becvar und Patrick Domig. Mätzler bringt Vorarlberger Kalbfleisch als natürliches Fertiggericht ins Glas, Becvar und Domig beschäftigen sich mit der Produktion von Ländle-Walnüssen.

Keine künstlichen Zutaten

„Ich war schon als Kind fasziniert, wenn man bei uns zu Hause eingelegt und eingeweckt hat“, erklärt Wolfgang Mätzler das Interesse an dem Projekt, das er in Angriff genommen hat. Mätzler produziert Kalbssugo, Kalbsgulasch oder Kalbsbeuschel als Fertiggericht im Glas. Insgesamt sind es sechs Produkte, die der seit 30 Jahren als Koch in der Gastronomie beschäftigte Bregenzerwälder in seinem Sortiment führt. Wichtig ist ihm dabei vor allem eines: „Ich produziere ein reines Naturprodukt ohne künstliche Zutaten wie Glutamat und andere Geschmacksverstärker. Wichtig ist mir auch die natürliche Haltung der Kälber, deren Fleisch ich für meine Waren verwende“, versichert Mätzler. „Fairkocht“ nennt sich das Unternehmen des innovativen Produzenten.

„Ich war schon als Kind vom Einwecken und Einlegen fasziniert.“

Wolfgang Mätzler, GF „Fairkocht“

160 Nussbäume

Mathias Becvar und Patrick Domig haben es Walnüsse angetan. In der Schweiz und in Deutschland haben sie sich schlau gemacht, wie man diese auch in unseren Regionen züchtet. „Jetzt haben wir insgesamt 160 Nussbäume in Hard und in Langenegg“, freut sich Becvar über einen gelungenen Start in ein Abenteuer, von dem beide Landwirtschaftspioniere überzeugt sind, dass es sich gut entwickeln wird. Becvar spricht im Zusammenhang mit der Nussproduktion in Vorarlberg auch von einer Maßnahme für das Klima. „Nur elf Prozent der bei uns konsumierten Nüsse stammen aus der EU, der Rest kommt von anderswo her“, streicht Becvar hervor. Aufgrund des Klimawandels würden Nussbäume bei uns gut gedeihen. Die mögen es warm. Doch sie brauchen fünf bis zehn Jahre, bis sie entsprechenden Ertrag einbringen.

60.000 Euro Unterstützung

Landwirtschaftslandesrat Christin Gantner betont die Wichtigkeit, Neuem und Innovativem in der heimischen Landwirtschaft eine Chance zu geben. Unter dem Titel „Landwirtschaft.schafft.Neues“ werden innovative Projekte jährlich mit insgesamt 60.000 Euro unterstützt. „Es geht hier um Wertschätzung genauso wie um Wertschöpfung“, beschreibt Gantner seinen Zugang zu den Aktivitäten von Mätzler, Becvar und Domig.

Einen Aufruf zur Einreichung von innovativen Landwirtschaftsprojekten gibt es bis zum 31. Mai bzw. bis zum 31. Oktober jeden Jahres. Einige andere Projekte sind ebenfalls bereits in Umsetzung. Dazu gehören Kräuter- und Teeanbau in hoher Lage bei Hittisau, die Produktion von Weinbergschnecken in Klaus oder der Bau eines Gewächshauses im Kleinwalsertal.

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