Malwochen für Kinder in der Artenne Nenzing

Vorarlberg / 20.08.2020 • 15:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Malwochen für Kinder in der Artenne Nenzing
Luftsprung

Format Luftsprünge bietet jungen Künstlern die Möglichkeit, die Freiheit des Gestaltens auszuleben.

Nenzing Betritt man derzeit das Gebäude der Artenne Nenzing, fallen dem Besucher im Eingangsbereich sogleich lange bemalte Papierrollen auf, die vom Geländer der oberen Etage hängen. An den Wänden sind beiderseits fantasievolle Kinderzeichnungen in schwarz-weiß zu sehen. Geht man die Treppe hinauf, kann man im umgebauten Stallgebäude Kindern beim Malen zusehen. Es herrscht hohe Konzentration und Stille, obwohl es schon fast Mittag ist und die jungen Künstler seit dem Morgen beschäftigt sind. Sehr behutsam gibt Monika Thomas, die den Workshop „Luftsprünge“ für die Artenne leitet, Anweisungen. Die gebürtige Nenzingerin hat dreißig Jahre in Australien gelebt, dort als Künstlerin gearbeitet und eine akademische Ausbildung absolviert.

Vom Punkt zur Komposition

Das Programm dieser Kreativwoche ist sorgfältig aufgebaut. „Wir haben am Montag mit Schwarz und Weiß begonnen und kamen dann in den Graubereich. Heute verwendeten wir die Farben rot, gelb und blau. Es geht uns um eine schrittweise Hinführung zu Farben und Linien. Wir beginnen sogleich, mit dem Pinsel zu malen. Aus einem Punkt entsteht eine Linie, aus dieser eine Fläche und schlussendlich gelangen wir zu einer Komposition. Die Ergebnisse sind sehr überzeugend. Ich habe schon vor vielen Jahren als Kunstpädagoge eine Kombination der Theorien von Arno Stern und Gottfried Tritten angewandt. Wir lassen den Kindern die Freiheit, ihre Bilder selber zu gestalten. Manche wählen von sich aus Motive, die abstrakt oder real sein können wie etwa Landschaften, Pferde oder Radfahrer“, erklärte Helmut Schlatter, Obmann des Vereins Artenne. Es wird zwischen Gruppen- und Einzelarbeiten gewechselt, damit keine Langeweile entsteht.

Farben und Gefühle

Bei der Gemeinschaftsarbeit Punktspuren wird der Platz der malenden Kinder im Uhrzeigersinn gewechselt. So entstehen immer wieder neue Kombinationen. Als Beobachtungsaufgabe stellt Monika Thomas die Frage, welche Farben denn nun sichtbar sind. Durch die Mischung der Grundfarben sind neue Farbtöne entstanden, die die Kinder begeistert kommentieren. Zu den Farben werden auch Gefühle benannt. Rot stehe für Zorn, meint eine kleine Teilnehmerin, eine andere wiederum findet, dass Gelb für Fröhlichkeit und Sonnenschein stehe, Orange sei hingegen eine Farbe, die lustig sei.

Das Projekt „Luftsprünge“ findet auch in der nächsten Woche statt, es ist für Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren konzipiert. „Manche Teilnehmer kommen sogar schon sechs Jahre hintereinander. Aufgrund der Covid-19-Bestimmungen müssen wir die Anzahl der Teilnehmer limitieren. Der Workshop findet mit jeweils zehn Kindern auf zwei Gebäudeebenen statt. Leider herrscht Maskenpflicht, was die Kommunikation erschwert, denn durch die Masken sind die Mimik und dadurch die Emotionen der Kinder nicht klar erkennbar“, bedauert Helmut Schlatter die derzeitigen Umstände. Die Masken schienen die kleinen Künstler jedoch nicht zu stören – sie malten unbeirrt weiter. BI

Elena Grebenz
Elena Grebenz

Ich bin schon das zweite Mal hier. Mir gefällt ganz besonders, dass wir frei malen dürfen. Das macht Spaß! Mir fällt es auch leicht, ein Gefühl zu malen.

Elena Grebenz, 10 Jahre, Feldkirch
Lillian Keckeis
Lillian Keckeis

Ich bin die jüngste Teilnehmerin und das erste Mal dabei. Jeden Morgen freue ich mich darauf, hierher zu kommen. Ich male so gerne! Das Mischen der verschiedenen Farben gefällt mir besonders gut.

Lillian Keckeis, 7 Jahre, Nenzing
Panos Bertsch
Panos Bertsch

Mir gefällt das Malen hier in der Artenne sehr gut. Ich bin zwar der einzige Bub hier, aber das macht mir nichts aus. Das bin ich in der Klasse auch. Mir gefällt besonders das Malen von Mustern.

Panos Bertsch, 8 Jahre, Frastanz
Mascha Wieser
Mascha Wieser

Ich bin auch schon das zweite Mal hier. Mir gefällt alles, was wir machen, sehr gut. Auch die Spiele in den Pausen mag ich gerne. Ich male auch zu Hause sehr viel. Hier lerne ich immer wieder neue Sachen kennen.

Mascha Wieser, 8 Jahre, Feldkirch

Du hast einen Tipp für die VN Redaktion? Schicke uns jetzt Hinweise und Bilder an redaktion@vn.at.