VN-Wahldiskussion: In Lech rüsten sich vier Kandidaten

Vorarlberg / 31.08.2020 • 05:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
VN-Wahldiskussion: In Lech rüsten sich vier Kandidaten
Der Zentrumsbau liefert Debattenstoff für Gemeindewahlkampf. VN/LERCH

Hochspannung vor Gemeindewahl am 13. September. VN-Stammtisch am Dienstag im Hotel Post.

Lech Wird Langzeitbürgermeister Ludwig Muxel nach der Wahl seinen Sessel räumen müssen oder seine Amtszeit abermals fortsetzen? Über diese Frage wird derzeit in Lech teilweise hochemotional diskutiert. Muxel sieht sich jedenfalls gleich von drei Lechern herausgefordert. Neben Brigitte Finner von der Liste Zukunft wagen und Bruno Strolz, dessen Liste sich Zusammen uf Weg nennt, will auch Stefan Jochum von der Liste Unser Dorf in den Chefsessel in der Tourismusgemeinde. Zuerst sind am Arlberg allerdings die Wähler am Wort. Ihr Votum am 13. September wird darüber entscheiden, wer Bürgermeister wird und welche Gruppierung in Lech das Sagen hat.

Eigenlob und heftige Kritik

Für Hochspannung vor dem Wahltag ist in der Arlberggemeinde also gesorgt. Für Amtsinhaber Muxel ist vieles in den letzten Jahren besonders gut gelaufen, wie er auf Anfrage der VN erklärt: „Sehr gute sachliche Zusammenarbeit in der Gemeinde, fast alles Beschlüsse wurden einstimmig oder nur mit einer Gegenstimme gefasst. Das gilt auch für den Bau des Gemeindezentrums.“ Auch den „hervorragenden Zusammenhalt in der Bevölkerung während der Coronakrise“ streicht Muxel hervor. Warum sollen die Lecher ihn wählen? „Ludwig Muxel steht für eine gedeihliche Weiterentwicklung der Gemeinde mit Wahrung der Tradition und Bekenntnis zur Innovation.“ Mitbewerber Stefan Jochum, der über Jahrzehnte Muxels Arbeit begleitete, sieht das anders: „Gerade weil ich weiß, wie konstruktiv wir in unserer Gemeinde zusammenarbeiten können, bin ich von gewissen Entwicklungen rund um den Gemeindezentrumsbau so erschüttert – weil man sich hier von der offenen Diskussionskultur verabschiedet hat.“

Bürgerinteressen im Fokus

Warum sollen die Lecher Stefan Jochum wählen? „Jetzt braucht es einen Bürgermeister, für den die Interessen der Lecher immer an erster Stelle stehen und der einer von ihnen ist.“ Für Bruno Strolz liegt einiges im Argen: „Die Menschen werden zu wenig gehört, manche fühlen sich nicht ernst genommen. Lech soll ein Dorf sein, das sich, ohne seine Identität aufzugeben, entwickelt.“ Er könne „unvoreingenommen auf anstehende Themen zugehen“ und verfüge „über einen neutralen Blick“, umschreibt Strolz die Gründe, warum die Lecher ihn wählen sollen. Brigitte Finner beklagt, dass es keine echte Bürgerbeteiligung in der Gemeinde gab. „Eine kleine homogene Gruppe hat enschieden, was alle betraf.“ Ihr gehe es darum, „ein zukunftsfähiges Gemeindezentrum entstehen zu lassen, das optisch und inhaltlich zu Lech und seiner Bevölkerung passt“, betont Finner. Warum soll man sie und ihre Liste wählen? „Weil wir ein Team sind, das für ein Dorf 4.0 und für Einheimische und deren Interessen steht. Lech, Zürs und Zug sollen kein Skiresort sein, in dem die Interessen von Superreichen und Investoren im Mittelpunkt stehen.“

Vor diesem Hintergrund laden die VN am Dienstag, 1. September, 18 Uhr, zu einem VN-Stammtisch ins Hotel Post. Die Zahl der Zuschauer ist coronabedingt begrenzt. Zur Anmeldeseite geht es über den QR-Code oder im Internet unter http://VN.AT/sukkAY. Die von VN-Chefredakteur Gerold Riedmann moderierte Diskussion wir über VN.AT live übertragen.