Riesenschnauzer Alvaro erschnüffelt Waffen und Sprengstoff

Vorarlberg / 26.09.2020 • 15:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Riesenschnauzer Alvaro erschnüffelt Waffen und Sprengstoff
Bernd Ludl und sein Riesenschnauzer Alvaro. Der Polizeihund ist im Dienst eine Waffe, in der Familie ein Lamm. VN/STIPLOVSEK

Der Polizeihund und sein Herrl Bernd Ludl sind dienstlich und privat unzertrennlich.

Lustenau Alvaro hat gut schwänzeln. Er ist etwas Besonderes. Bei der Vorarlberger Polizei ist er der einzige Riesenschnauzer. Und nur er besitzt die mühsam antrainierte Lizenz zum Erschnüffeln von Waffen und Sprengstoff. “Er findet dir im Haus jede Waffe, auch wenn sie noch so gut versteckt ist und jahrelang nicht gebraucht wurde”, erzählt sein Herrl Bernd Ludl mit einem breiten Lächeln. Wie zur Bestätigung blickt Alvaro den Diensthundeführer treuherzig an und erhält ein Leckerli.

Alvaro und Bernd sind Freunde fürs Leben. Dienstlich und privat. Nachdem er seinen ersten Diensthund, einen Deutschen Schäferhund, im Alter von siebeneinhalb Jahren einschläfern lassen musste, bekam der gebürtige Salzburger die Vorzüge von Riesenschnauzern durch einen Freund erklärt. Alvaro hatte Glück, dass Bernd Ludl ihn als Welpen auserwählte und umgekehrt.

Vom Welpen zum Spezialisten

“Alvaro ist zu Hause völlig entspannt. Ein lieber Familienhund, gut mit Kindern. Das sind andere Rassen nicht in dem Maße. Im Dienst ist er hingegen sehr ernst”, beschreibt der Polizist seinen vierbeinigen Freund und Geschäftspartner.

Einst hatte Bernd Ludl ein acht Wochen altes verspieltes Wollknäuel von einem Burgenländer Züchter übernommen, jetzt hat er einen Kollegen, auf den er sich hundertprozentig verlassen kann und mit dem sich Bösewichte besser nicht anlegen sollten. Dazwischen liegt eine Zeit intensiver Ausbildung und Spezialtraining.

Hallo, hier bin ich - und das ist mein Freund und Herrl: Bernd Ludl und sein Alvaro sind im Dienst immer als Team unterwegs. <span class="copyright">VN/Stiplovsek</span>
Hallo, hier bin ich - und das ist mein Freund und Herrl: Bernd Ludl und sein Alvaro sind im Dienst immer als Team unterwegs. VN/Stiplovsek

24 Stunden ein Team

Alvaro hat seine Fähigkeiten schon öfters bewiesen. “Er hat sein System, ein Haus zu beschnüffeln und nach Waffen oder Sprengstoff zu suchen”, erzählt Ludl. Alvaro sorgt zudem dafür, dass Promis aller Art in ihren Hotelzimmern gut und sicher schlafen können. Ein kurzer Schnüffelbesuch in deren Quartier garantiert das.

“Der Hund ist praktisch 24 Stunden bei mir”, verdeutlicht der Polizist die Beziehung zu seinem Partner mit der Riesenschnauze. Nur gut, dass Ludls menschliche Partnerin auch Hundeführerin bei der Polizei ist. “Die Hunde gehören zu unserem Haushalt, und wir gehen auch mit ihnen in den Urlaub.” Es gibt Zeiten, da haben Polizeihundeführer sogar zwei Hunde bei sich. “Das passiert zwei Jahre vor Pensionierung eines Hundes. Gewöhnlich geht ein Hund mit elf Jahren in den Ruhestand. In seinen letzten zwei Dienstjahren lerne ich dann seinen Nachfolger an”, berichtet Ludl, der ein ausgebildeter Schlossermeister ist und erst seit 14 Jahren bei der Polizei Dienst tut.

“Alvaro kann einfach nur auf einem Stuhl sitzen und die Umgebung betrachten.”

Bernd Ludl, Polizeihundeführer

Entspannt

Noch fünf Jahre kann Alvaro, dessen Name Beleg für die spanische Zucht seiner Vorfahren ist, sein Herrl exklusiv für sich beanspruchen. Zumindest im Dienst. Denn zu Hause in Vandans muss er neben sich den Belgischen Schäferhund von Bernd Ludls Lebenspartnerin akzeptieren. Doch damit hat er keine Probleme. Alvaro ist schließlich ein flexibles Tier. Im Dienst eine Waffe, zu Hause ein Lamm. Und auch ein Genießer. “Alvaro kann sich draußen auf einen Stuhl setzen und in aller Ruhe die Umgebung betrachten. Dabei fixiert er nichts. Er ist dann einfach nur zufrieden und entspannt”, beschreibt Ludl seinen Freund. Nachsatz: “So etwas habe ich bei all meiner Erfahrung mit Hunden noch nie erlebt.”

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