Krise bringt Kleiderstube in Gaisbühel neue Kunden

Vorarlberg / 30.09.2020 • 09:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Krise bringt Kleiderstube in Gaisbühel neue Kunden
Ob Schuhe, Schulsachen oder Kleider: Bei Waltraud Ammann ist die Auswahl groß. FOTOS: VN/LERCH

Kleiderabgabestelle in Bludesch unterstützt Flüchtlinge und Einheimische.

Bludesch Am Mittwoch herrscht auf dem Platz beim Haus Gaisbühel in Bludesch reges Treiben. Wöchentlich zwischen 14 und 16 Uhr können hier nämlich Kleider, Schuhe, Babyartikel und Schulsachen abgegeben und mitgenommen werden. Wer zum ersten Mal in der Kleiderstube Walgau ist, wird kaum merken, dass es sich dabei um Second-Hand-Artikel handelt. Die private Einrichtung wurde im Herbst 2015 gegründet, primär mit dem Ziel, bedürftige Menschen zu unterstützen. „Eine Hand voll Frauen starteten sie damals spontan“, erzählt Waltraud Ammann, eine der Initiatorinnen. Vor allem geflüchteten Menschen wurde geholfen. „Da gab es schon Tage, an denen wir 50 bis 60 Kunden hatten“, sagt Ammann. Das ehrenamtliche Team besteht heute aus acht Frauen und Männern, darunter auch Migrantinnen und Migranten, die Menschen in Not helfen. „Durch die Überlassung des Gebäudes in Gaisbühel durch das Land können wir diese Drehscheibe von Geben und Nehmen bedienen.“

In der Kleiderstube Walgau steht der Gedanke, zwischen Spendern, freiwilligen Helfern und Kunden ein soziales Netzwerk zu knüpfen, im Vordergrund. <span class="copyright">VN/Lerch</span>
In der Kleiderstube Walgau steht der Gedanke, zwischen Spendern, freiwilligen Helfern und Kunden ein soziales Netzwerk zu knüpfen, im Vordergrund. VN/Lerch

Dingen ein zweites Leben geben

Mit dem Aufkommen der Coronakrise hat sich nun auch die Zielgruppe für das Team der Kleiderstube Walgau geändert. Vermehrt sollen auch Einheimische aus ganz Vorarlberg angesprochen werden, die durch die Krise in finanzielle Engpässe geraten sind. Dass coronabedingt die Menschen einerseits mehr Zeit hatten, ihre Kleiderkästen zu entrümpeln und andererseits zahlreiche Flohmärkte im Land abgesagt wurden, spürt die Institution. „Als wir wieder öffneten, wurden dankenswerterweise sehr viele Hilfsgüter abgegeben“, erklärt Ammann. Seither hat die Kleiderstube mit MNS-Pflicht und für eine limitierte Personenanzahl wieder jeden Mittwoch geöffnet. Den Sinn ihrer Arbeit sieht das Team auch im verantwortungsbewussten Umgang mit Gütern. „Angesichts der verschwenderischen Überproduktion in vielen Bereichen und dem hemmungslosen Konsum unserer Wegwerfgesellschaft geht es bei unserer Arbeit auch darum, Ressourcen ein zweites Leben zu geben“, erklärt Waltraud Ammann, die trotz und auch wegen der Coronakrise weiterhin mit der Großherzigkeit ihrer Mitmenschen rechnet.

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