VS Haselstauden als Notquartier nach Schul-Explosion in Dornbirn

Vorarlberg / 20.10.2020 • 11:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
VS Haselstauden als Notquartier  nach Schul-Explosion in Dornbirn
Nur noch eine Ruine ist das Gebäude der Dornbirner Ausweichschule nach dem Brand. VN/PAULITSCH

Forach-Volksschüler sollen ab dem heutigen Dienstag wieder unterrichtet werden.

Dornbirn Nach der Explosion und dem verheerenden Brand der Dornbirner Ausweichschule sitzt der Schock tief bei Schülern, Eltern und Lehrpersonen. Gleichzeitig ist die Erleichterung groß, dass nicht mehr passiert ist. „Wenn man das Ausmaß der Zerstörung sieht, wird einem bewusst, was alles hätte passieren können, wenn das Unglück nicht am Wochenende und in der Nacht passiert wäre“, sagt Jürgen Sprickler, der als Leiter der Volksschule Haselstauden auch für die Expositur in der Ausweichschule verantwortlich ist. Drei erste Klassen der erst zu bauenden Volksschule Forach waren derzeit in der vor zehn Jahren errichteten Ausweichschule untergebracht.

Nachdem der erste Schock verdaut war, machte man sich noch am Sonntag gemeinsam mit den Verantwortlichen der Stadt Dornbirn auf Lösungssuche. Wie Schulstadtrat Martin Hämmerle (Grüne) auf VN-Nachfrage erklärte, findet aber erst am heutigen Dienstag eine Stadtratssitzung statt, auf der weitere Entscheidungen getroffen werden. „Bis dahin wissen wir hoffentlich mehr“, erklärt der Stadtrat, der erst seit gut zwei Wochen im Amt ist.

Kein Home-Schooling

Die Forach-Schüler ins Home-Schooling zu schicken, war offenbar nie eine Option. „Die 45 betroffenen Schüler können bis zu den Herbstferien bei uns in der Volksschule Haselstauden unterkommen. Wir haben dafür die beiden Werkräume und den Musikraum im Untergeschoß entsprechend hergerichtet“, berichtet Jürgen Sprickler, der dafür auf die Unterstützung des Lehrkörpers zählen konnte. „Ich bin wirklich stolz auf unsere Lehrpersonen, die alle freiwillig am Sonntag gekommen sind. Auch das Zusammenstellen der notwendigen Lehrmaterialien haben sie bereits in die Wege geleitet.“

Die Klassenräume in der Ausweichschule wurden komplett zerstört – auch die Lehr- und Schulmaterialien, darunter PCs und ein neues interaktives Board, konnten nicht gerettet werden. Lediglich ein Klavier im von der Musikschule genutzten Gebäudeteil blieb unbeschädigt. Aus diesem Grund wurde auch beschlossen, den Montag für die betroffenen Schüler unterrichtsfrei zu halten, um den Lehrpersonen die Möglichkeit zu geben, Lehrmaterialien zusammenzustellen und den Unterricht vorzubereiten. Ab Dienstag werden die ersten Schüler in den adaptierten Räumlichkeiten der VS Haselstauden unterrichtet, ab Mittwoch gilt dann für alle 45 Kinder der Ausweichschule Unterricht nach Stundenplan.

Umzug nach den Ferien

Nach den Herbstferien werden sie voraussichtlich in die Mittelschule Haselstauden übersiedeln, wo es freie Raumkapazitäten gibt. „Da bei uns alle Klassenräume mit Möbeln für 25 Schüler bestückt sind, diese aktuell aber nicht alle in Verwendung sind, können wir die notwendigen Möbel für den Unterricht in der MS Haselstauden bereitstellen. Die fehlenden Möbel werden wir für uns nachbestellen“, berichtet der Haselstauder Volksschuldirektor. Wie es langfristig mit der Dornbirner Ausweichschule weitergeht, wird von politischer Seite zu entscheiden sein. Ab dem Sommersemester 2021 hätte ja auch der Kindergarten Haselstauden dort ein temporäres Zuhause finden sollen.

„Große Aufregung“

Vorerst gilt es, den Schülern einen möglichst normalen Schulalltag zu ermöglichen und sie zu beruhigen. „Die Aufregung bei den Kindern ist jetzt natürlich groß. Auch unsere Schüler, die bis zur Fertigstellung unserer neuen Schule in der Ausweichschule untergebracht waren, macht die Zerstörung ihrer ehemaligen Schule sehr betroffen“, so Jürgen Sprickler. Die Lehrpersonen, mit Unterstützung der Beratungslehrerin, werden das Thema gemeinsam mit den Kindern im Unterricht aufarbeiten. Auch seitens der Eltern gab es schon Unterstützungsangebote. „Wir haben die Eltern über unsere schulinternen Kommunikationskanäle sofort informiert. Viele haben ihre Hilfe angeboten – alle sind einfach nur glücklich, dass niemandem etwas passiert ist“, so Sprickler. lcf