Ulrichskapelle: das kleine Wunder in Möggers

Vorarlberg / 02.11.2020 • 16:04 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Legende nach ist die Kapelle zum Andenken an eine Quelle erbaut worden, an der sich der hl. Ulrich gelabt hat; nach einer anderen Version ist die Quelle auf seinen Segen hin hier entsprungen.<span class="copyright">mec</span>
Der Legende nach ist die Kapelle zum Andenken an eine Quelle erbaut worden, an der sich der hl. Ulrich gelabt hat; nach einer anderen Version ist die Quelle auf seinen Segen hin hier entsprungen.mec

Mitten im Wald auf einer Waldlichtung steht eines der ältesten
Sakralbauwerke in Vorarlberg.

Möggers Die Ulrichskapelle wurde im Jahr 1005 über einer besonderen Quelle zur Erinnerung an ein überliefertes „Wunder“, errichtet.

Es soll heilend bei Augenleiden sein: Das Wasser, das aus der „Ulrichsquelle“ entspringt. Es hat viele Anhänger, die vom In-, und Ausland nach Möggers pilgern, um sich Gutes zu tun. Meist ist das mit einer Wallfahrt verbunden. So lebt die Tradition wieder auf, denn bereits vor 200 Jahren war die Ulrichskapelle ein wichtiger Wallfahrtsort.

Eine Quelle tat sich auf

Der Legende nach hat sich der heilige Ulrich auf dem Weg von St. Gallen Richtung Bayern nach dem beschwerlichen Weg über den Pfänderrücken erschöpft an der Stelle der heutigen Ulrichskapelle niedergelassen und zu Gott um Wasser gebetet. Sogleich sei an der Stelle der Kapelle eine Quelle entsprungen, die auch heute noch bei Augenleiden aufgesucht wird. Das Ulrichswasser gilt vordergründig als Heilmittel bei Augenerkrankungen. In Wahrheit soll das Wasser den Anstoß geben, Prozesse in Gang zu setzen, den Menschen reif zu machen für ein verändertes Bewusstsein, er soll erkennen, wo er „sehen kann“, wo er „heil“ wird. 1005 wurde über der Quelle zur Erinnerung an das Wunder eine Kapelle errichtet. Der Altar steht heute genau über der Quelle. Die kleine Kirche wurde in den Jahren 1890/1891 erneuert und in den Jahren 1973/1974 sowie 2011 bis 2013 restauriert. Sie ist ein schlichter Rechteckbau mit Satteldach und Spitzbogenfenster.

Heiligendarstellung

An der Decke ist ein Relief Christi und der vier Evangelisten dargestellt. Auch die Heilige Dreifaltigkeit ist zu sehen. Die Darstellungen an der Decke stammen von 1890. Auch die Figuren, die den neugotischen Hochaltar schmücken, stammen aus diesem Jahr. Sie wurden von Fidelis Rudhart gestaltet und stellen den heiligen Ulrich sowie auf der linken Seite die heilige Ottilia und auf der rechten Seite die heilige Barbara dar. Die Kirchenwände sind mit gotischen Fresken und Rötel-Pilgerinschriften bemalt.

Die St. Ulrichskapelle ist Teil des „Großen Ökumenischen Kapellenwegs“. Dieser verbindet zehn Kapellen miteinander, vor allem in und um Möggers‘ Nachbargemeinde Scheidegg. Aber auch der Münchner Jakobsweg führt an ihr vorbei. mec

In der Ulrichskapelle gibt es allerlei Schätze zu entdecken.
In der Ulrichskapelle gibt es allerlei Schätze zu entdecken.
Der Altar mit den Heiligenfiguren Ulrich, Ottilia und Barbara.
Der Altar mit den Heiligenfiguren Ulrich, Ottilia und Barbara.

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