Bisher keine Verbindung nach Vorarlberg

Vorarlberg / 03.11.2020 • 22:14 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Sofort nach Bekanntwerden des Terrorakts in Wien war auch die Vorarlberger Polizei in Alarmbereitschaft. VOL.AT/Pletsch
Sofort nach Bekanntwerden des Terrorakts in Wien war auch die Vorarlberger Polizei in Alarmbereitschaft. VOL.AT/Pletsch

Aber zwei Männer in Winterthur festgenommen.

Bregenz Auch in Vorarlberg sorgt der Terroranschlag in Wien für Reaktionen. Die Flaggen wurden auf Halbmast gesetzt, vor Rathäusern weht eine schwarze Fahne. Die politisch Verantwortlichen im Land richten Worte der Wut, der Trauer und der Anteilnahme nach Wien. Auch Hilfsangebote werden ausgesprochen. Und mittendrin stellt sich die Frage: Wie sieht die Bedrohungslage in Vorarlberg aus? Die knappe Antwort der Polizei: unverändert. Dennoch hat sie Personal ausgesandt, um Präsenz zu zeigen.

Dass es sehr wohl Verbindungen in die Region geben könnte, zeigt sich in der Schweiz. Am Dienstagmorgen bildete die Kantonspolizei Zürich einen Einsatzstab „Wien“. Dieser soll mögliche Verbindungen zwischen Verdächtigen in der Region und dem Wiener Attentäter prüfen. Wie die NZZ berichtet, wurden in Winterthur zwei Männer verhaftet. Ob der 18-Jährige und der 24-Jährige Verbindungen zum Attentäter hatten, müsse noch festgestellt werden. Jedenfalls werden Jüdische Einrichtungen vermehrt bewacht, schreibt die Zürcher Sicherheitsdirektion in einer Aussendung.

Gefährderansprachen

Auch in Vorarlberg rückte die Polizei bereits in der Nacht aus, um neuralgische Punkte wie das Jüdische Museum und kritische Infrastruktur zu bewachen. Nicht überall sorgte ihre Anwesenheit für ein Gefühl der Sicherheit, heißt es. Doch die Polizei möchte Präsenz zeigen, erläutert deren Sprecher Rainer Fitz. „Die Polizei wurde sofort in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, das bedeutet, die Kolleginnen und Kollegen sind noch schneller einsatzfähig und noch stärker auf verdächtige Wahrnehmungen sensibilisiert.“ Landeshauptmann Markus Wallner beruhigt: „Es gibt keine konkreten Hinweise zu einer Verbindung der Anschläge in Wien nach Vorarlberg.“ Jene Personen und Gruppen, die der Verfassungsschutz bisher schon beobachte, werden natürlich weiter beobachtet. „Wir sind aber sensibilisiert.“

Auch Sicherheitslandesrat Christian Gantner betont: „Zum derzeitigen Zeitpunkt gibt es keinen Zusammenhang mit Vorarlberg, weder auf Opfer- noch auf Täterseite.“ Die Szene im Land sei jedenfalls klein, berichtet Gantner. „Wir sprechen von einer Handvoll Personen.“ Aus Sicherheitskreisen heißt es zudem, dass am Dienstag Gefährderansprachen stattgefunden haben.

Die Polizei dürfte das öffentliche Bild noch weiter beherrschen. „Das wird so bleiben, bis wir einen kompletten Überblick darüber haben, wie sich die Situation insgesamt darstellt“, sagt Wallner. Der Landeshauptmann hält fest: „Es muss jedem Terroristen klar sein, dass wir unsere Werte, unsere Kultur und unsere Art des Zusammenlebens nach einem Terroranschlag nicht ändern werden.“ VN-mip

„Bei den Opfern und dem Täter gibt es derzeit keinen Zusammenhang mit Vorarlberg.“

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