Polizei in Vorarlberg in erhöhter Alarmbereitschaft

Vorarlberg / 03.11.2020 • 11:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Polizei in Vorarlberg in erhöhter Alarmbereitschaft
Die Polizei hat ihre Präsenz auf den Straßen schon in der Nacht verstärkt. VOL.AT/PLETSCH

Wallner bestätigt: Verfassungsschutz und Polizei bleiben vorerst stärker aktiv.

Bregenz Auch in Vorarlberg herrscht Anspannung. Während die Landesregierung zur Schweigeminute aufruft, hat die Polizei ihre Präsenz in neuralgischen Bereichen verstärkt, bestätigt Polizeisprecher Rainer Fitz eine VN-Anfrage. So patrouillieren zum Beispiel Polizisten durchs Jüdische Viertel in Hohenems.

Landeshauptmann Markus Wallner äußerte sich am Rande einer Pressekonferenz an Dienstag zum Terroranschlag. Wallner spricht von einer grausamen, schrecklichen und feigen Tat. “Es muss jedem Terroristen klar sein, dass wir unsere Werte, unsere Kultur und unsere Art des Zusammenlebens nach einem Terroranschlag nicht ändern werden.” Er habe den Wiener Bürgermeister Michael Ludwig bereits kontaktiert. “Ich habe ihm jede mögliche Hilfe an Personal für die Polizei oder andere Organisationen angeboten, falls er sie braucht.” Das tiefe Mitgefühl gelte den Opfern und deren Angehörigen.

Wallner bestätigt, dass in der Nacht alle Einheiten in Alarmbereitschaft versetzt worden sind. “Das wird so bleiben, bis wir einen kompletten Überblick darüber haben, wie sich die Situation insgesamt darstellt. Bis dahin bleiben Polizei und Verfassungsschutz in Bereitschaft.”

Die Vorarlberger Polizei habe den schrecklichen Terroranschlag natürlich auch mitbekommen und sei rasch informiert worden, betont Polizeisprecher Rainer Fitz. “Die Polizei wurde sofort in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, das bedeutet, die Kolleginnen und Kollegen sind noch schneller einsatzfähig und noch stärker auf verdächtige Wahrnehmungen sensibilisiert.”

Die Prävention werde intensiviert, indem neuralgische Bereiche wie öffentliche Plätze und kritische Infrastruktur durch Polizisten in Uniform und Zivil überwacht werden. “Die Polizei ist präsent und sorgt für die Sicherheit der Vorarlberger Bevölkerung”, fährt Rainer Fitz fort. Und das Wichtigste: “Es gibt derzeit keine konkreten Hinweise auf eine besondere Gefährdungssituation in Vorarlberg.”

Einer dieser neuralgischen Punkte ist das Jüdische Viertel in Hohenems. Immer wieder patrouillieren Polizisten mit Maschinenpistolen im Viertel und vor dem Jüdischen Museum. Der Hohenemser Bürgermeister Dieter Egger bestätigt den VN: “Sensible Einrichtungen wie das Jüdische Museum werden bewacht. Wir beobachten die Situation genau.” Er stehe in ständigem Kontakt mit dem Sicherheitslandesrat, dem Landeshauptmann und dem Verfassungsschutz. Aber auch er betont: “Es gibt keinen konkreten Verdacht. Es ist eine reine Präventivmaßnahme.”

Landeshauptmann Wallner bestätigt: “Es gibt keine konkreten Hinweise zu einer Verbindung der Anschläge in Wien nach Vorarlberg.” Jene Personen und Gruppen, die der Verfassungsschutz bisher schon beobachte, werden natürlich weiterbeobachtet. “Wir sind aber sensibilisiert.”

Das Vorarlberger Landhaus wurde schwarz beflaggt.

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