Wie man ein Testament ganz sicher gut macht

Vorarlberg / 03.11.2020 • 18:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wie man ein Testament ganz sicher gut macht
Der Vorarlberger Testamentsskandal, der vor mittlerweile elf Jahren aufflog, hat zu Reformen im Erbrecht geführt. VN/STEURER

Initiative “Vergissmeinnicht” ermuntert zu Testamenten für gemeinnützige Zwecke.

Schwarzach Testament. Dieses Wort ist in Vorarlberg seit elf Jahren belastet, seit Auffliegen des Testamentsskandals. Dabei können korrekt verfasste Testamente für Verwandte und andere dem Erblasser nahestehende Personen ein Segen sein, Not beseitigen und neue Chancen bieten. Sie können jedoch auch der Allgemeinheit dienen, wenn sie an eine wohltätige Organisation gehen.

Gedanken im Lockdown

Vorarlberg liegt bei der Erstellung von Testamenten mit 24 Prozent österreichweit an drittletzter Stelle. Das könnte sich ändern. “Gerade in den Zeiten des Lockdowns haben wir auffallend viele Anfragen zum Thema Testament bekommen”, berichtet Richard Forster, Vizepräsident der Österreichischen Notariatskammer für Tirol und Vorarlberg. Die Gründe dafür? “Die Menschen machen sich Gedanken, sind sich ihrer Endlichkeit mehr bewusst. Auch junge Menschen haben vermehrt Interesse an Testamenten und deren Erstellung gezeigt”, ergänzt Forster.

Keine Lust, keine Zeit. . .

Warum es trotzdem nicht mehr sind, die ihren letzten Willen verbindlich mit- hilfe eines Testaments nach ihrem Tod verwirklicht sehen wollen, erklärt sich Forster wie folgt: “Menschen geben an, keine Zeit, keine Lust zu haben. Viele, die eigentlich ein Testament machen wollen, setzen das nicht um. Manche argumentieren damit, dass es eh eine gesetzlich vorgeschriebene Erbfolge gibt. Dabei würde sich mancher im Grab umdrehen, wenn er wüsste, wie die Verteilung seines Besitzes letztlich aussieht.”

Infos über Testamente

“Vergissmeinnicht” möchte mit einer Digitalisierungsinitiative Informationen über Testamentserstellungen und Erbrecht bereitstellen und die Möglichkeiten einer gemeinnützigen Widmung eines Testaments aufzeigen. Besonders in Vorarlberg soll dies dazu beitragen, dass mehr Menschen über die Widmung einer letzten Verfügung für wohltätige Zwecke Bescheid wissen. Nur 55 Prozent aller Vorarlberger kennen laut einer Studie diese Möglichkeit.

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