„Die besten Ideen brauchen oft Zeit“

Vorarlberg / 04.11.2020 • 18:14 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wolfgang Lässer stellte sich im Interview den Fragen von VN-Redakteur Tony Walser.
Wolfgang Lässer stellte sich im Interview den Fragen von VN-Redakteur Tony Walser.

Wolfgang Lässers Weg führte vom Schulleiter zum Gemeindechef.

Schlins Wolfgang Lässer wurde im September zum neuen Bürgermeister von Schlins gewählt. Im Interview mit VN-Redakteur Tony Walser spricht der 47-Jährige über den hohen Zuspruch, den er bei der Wahl erhielt, die Gemeindefinanzen und anstehende Projekte.

Sie sind vom Stuhl des Schuldirektors auf den Bürgermeistersessel gewechselt. Was hat Sie dazu bewogen und wollten Sie immer schon diesen Job ausüben?

Lässer 25 Jahre als Lehrer waren sehr spannend, es hat sich dann aber die Tür geöffnet, das Amt des Bürgermeisters zu übernehmen. Der Posten hat mich gereizt und daher habe ich mich entschieden, das Amt anzustreben.

Sie konnten bei der Bürgermeisterdirektwahl über 84 Prozent der Stimmen für sich verbuchen. Worauf führen Sie das zurück?

Lässer Ich lebe schon seit über 40 Jahren in Schlins, bin in vielen Vereinen aktiv und war vier Jahre Direktor der Volksschule. Ich habe dadurch sicher einen hohen Bekanntheitsgrad und die Menschen wissen, wofür ich stehe, wie ich mit ihnen umgehen möchte und dass ich sehr zielorientiert arbeiten kann.

Sie haben mit Ihrer Liste die absolute Mehrheit in der Gemeindevertretung. Werden Sie diese bei Beschlüssen auch einsetzen?

Lässer Das Ziel ist es, diese nicht einsetzen zu müssen. Im Endeffekt möchte ich die besten Ideen für Schlins umsetzen, diese brauchen aber oftmals etwas Zeit. Kritik kann etwas sein, das gut tut, um dann wirklich die beste Lösung zu erreichen.

Wie sieht es mit den Finanzen aus und welche Probleme sehen Sie dahingehend auf die Kommune zukommen?

Lässer Die Coronasituation spielt uns sicher nicht in die Karten, wir sind finanziell aber recht gut aufgestellt. Es warten etliche Projekte, die einer Umsetzung bedürfen, wie beispielsweise die Entwicklung des Erne-Areals, der Kunstrasenplatz beim Fußballclub oder die Verlegung des Tennisplatzes. Es gibt einige Dinge, die wir anpacken wollen.

Welche Projekte wollen Sie als Erstes in Angriff nehmen?

Lässer Das erste ist das Erne-Areal, dieses soll und muss entwickelt werden. Aktuell ist die Liegenschaft noch in Besitz einer Stiftung. Hier werden wir schauen, ob wir die Entwicklung allein oder als Partner angehen können. Außerdem das Projekt „Schlins der Generationen“. Der älteren Generation wollen wir ein gutes Leben in Schlins ermöglichen. Besonders liegen mir auch die Kinder und die Jugend am Herzen, das ist meine Kernkompetenz. Wenn wir es schaffen, die Gemeinde so zu gestalten, dass die Schlinserinnen und Schlinser zufrieden sind, dann können wir in viereinhalb Jahren sicher zurückblicken und sagen: „Wir haben so manches gut gemacht.“

Wie sieht es im Bereich sozialer Wohnraum in Schlins aus?

Lässer Wir haben im Moment genügend Wohnraum. Es gibt zwar eine sehr kurze Warteliste, aber ich traue mich zu sagen, dass wir in diesem Bereich sehr gut aufgestellt sind. VN-WIM

Zur Person

Wolfgang Lässer

Geboren 27. Juli 1973

Beruf Volksschullehrer

Familie verheiratet, zwei Töchter

HObbys gerne mit Menschen zusammen, Sport (Tennis, Fußball …), Zeit mit der Familie, lesen, Musik hören

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