Wäschepaket und Anrufe: Stalkerin belästigt Kursleiter

Vorarlberg / 04.11.2020 • 08:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Wäschepaket und Anrufe: Stalkerin belästigt Kursleiter
Die ehemalige Kursteilnehmerin musste wegen „beharrlicher Verfolgung“ vor Gericht erscheinen. EC

30-Jährige verliebte sich bei beruflicher Fortbildung in verheirateten Mann und ließ nicht locker.

Feldkirch Die junge Frau war psychisch nicht ganz auf der Höhe, freiwillig ist sie jetzt in psychiatrischer Behandlung, und es tut ihr leid, dass alles so aus dem Ruder lief. „Ich möchte die Sache jetzt abschließen und den Prozess hinter mich bringen. Ich war damals nicht ich selbst“, bereut sie ihr peinliches Auftreten. Die größere Anzahl der Stalker sind Männer, Frauen müssen weit seltener wegen „beharrlicher Verfolgung“ vor Gericht. Das in dem Fall männliche Opfer ist fast doppelt so alt wie die Stalkerin und hatte nach eigenen Angaben nie etwas mit der Frau am Laufen. Laut Psychiater leidet die junge Mutter an einer Anpassungsstörung, möglicherweise kann sie deshalb Realität und Wunsch nicht gut voneinander trennen. Sie glaubte, dass der Mann auch Interesse an ihr hätte.

Nervig und geschäftsschädigend

Der Kursleiter hilft Personen, im Job besser unterzukommen oder sich fortzubilden. Auch die junge Unterländerin besuchte einen seiner Kurse. Sie verliebte sich in ihn, rief ihn immer wieder an, kam samt Kind zu seiner Arbeitsstelle. Das Kind schrie, eine unangenehme Situation für den „Besuchten“. Immer wieder tauchte die Frau auf, obwohl der Mann klarstellte, dass er keinen Kontakt wünsche. Danach folgte ein Paket an seine Wohnadresse. Im Päckchen befanden sich Damenkleider, Hygieneartikel und Lebensmittel. Das verheiratete Opfer verzweifelte langsam angesichts der Hartnäckigkeit der Verfolgerin. Die Staatsanwaltschaft ermittelte, es schien wieder ruhig zu werden, das Verfahren wurde eingestellt. Doch dann zeigte die Frau wieder Aktivität, und zwar in Form einer Hotelbuchung.

Im Namen des Angebeteten buchte die Frau ein Hotelzimmer für zwei. Das war der Staatsanwaltschaft dann doch zu viel, und die 30-Jährige wurde wegen beharrlicher Verfolgung und Datenbetrugs angeklagt. Das Opfer will für die vielen Unannehmlichkeiten und das Verhalten, das schon an Geschäftsschädigung heranreicht, 500 Euro Entschädigung.

“Böses Ende”

„Das erkenne ich an und bezahle es auch sofort“, entschuldigt sich die Angeklagte nochmals. Als Strafe wird im Rahmen einer Diversion, also ohne Vorstrafe, eine Buße von 320 Euro verhängt. „Jetzt ist aber Ruhe, oder? Lassen Sie den Herrn in Frieden, es gibt doch auch noch andere Männer. Wenn Sie weitermachen, nimmt das Ganze noch ein böses Ende“, hofft Richter Richard Gschwenter auf eine echte Einsicht und Umkehr der Frau.

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