Berührende Begegnungen bei „me on stage“

Vorarlberg / 06.11.2020 • 16:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Unter großen Sicherheitsmaßnahmen fand kurz vor dem neuerlichen Lockdown noch ein „me on stage“-Abend statt.Villa K.
Unter großen Sicherheitsmaßnahmen fand kurz vor dem neuerlichen Lockdown noch ein „me on stage“-Abend statt.Villa K.

Interessante Redner bei sechster Veranstaltung.

Bludenz Aller guten Dinge sind drei, dachte sich die Projektgruppe „me on stage“ der Offenen Jugendarbeit Bludenz – Villa K. Nach zwei Verschiebungen konnte das Jugendsozialarbeitsprojekt im dritten Anlauf – gerade noch rechtzeitig vor dem zweiten Lockdown – Ende Oktober in den Räumlichkeiten der Fabrik Klarenbrunn zum sechsten Mal über die Bühne gehen. Dabei ließen sich auch dieses Mal knapp 130 Besucher von den ergreifenden Geschichten der beiden Redner Linda und $ick mitreißen.

Berührende Einblicke

Linda Peterlunger, besser bekannt als „Linda’s Icecream“, tingelt mit ihrem Eiswägile und neuerdings auch ihrem „Lindomat“ durch das ganze Ländle und verteilt mit ihrem Softeis „Happiness“, wie sie selbst sagt. Doch das war nicht immer so. Bei der Me-on-Stage-Night erzählte sie dem Publikum auf sehr berührende Weise, dass es neben den vielen Aufs auch zahlreiche Abs in ihrem Leben gab, bis sie sich ihren Traum erfüllen konnte. Für Linda ist die Message klar: „Entdecke dein Talent und zeig, dass es dich gibt!“

Auch der extra aus Berlin angereiste Speaker $ick (Shore Stein Papier) schilderte durch seine authentische Erzählweise, wie er fast 20 Jahre seines Lebens zwischen Heroinsucht, Diebstählen, Entzugskliniken und Haft verbrachte, bis er letztlich durch einen Zufall anfing, seine Geschichte zu erzählen und so gelernt hat, Gefühle und Emotionen zuzulassen und clean zu werden. Als Krönung wurde er 2015 mit dem Grimme Online Award für seine Geschichte ausgezeichnet. „Vor genau einem Jahr habe ich mich getraut, unseren Speaker $ick, der damals schon recht berühmt war, über die sozialen Netzwerke zu fragen, ob er nach Bludenz zu unserer Veranstaltung kommen möchte und er sagte einfach Ja“, schildert Stephi, eine der zwei jugendlichen Moderatoren des Abends und Mitglied des Projektteams.

Seit vielen Jahren begleiten die Jugendarbeiterinnen Tina Rittmann und Martina Großlercher verschiedenste Jugendsozialarbeitsprojekte. „Selbstbestimmung und Selbstwirksamkeit der Jugendlichen stehen dabei immer an erster Stelle“, so Rittmann. „Wenn Jugendliche erleben, dass sie ernst genommen werden und dass ihre Meinung zählt, steigert dies ihr Selbstvertrauen. In weiterer Folge beginnen sie, Verantwortung für ihre Entscheidungen und ihr Handeln zu übernehmen“, erläutert Rittmann weiter. „Wir Erwachsenen können unseren Jugendlichen also ruhig etwas zutrauen!“, bemerkt Großlercher.

Bis es zur Veranstaltung kommen konnte, wurde die Projektcrew durch die Covid-19-Pandemie vor große Herausforderungen gestellt. Bereits im Vorfeld galt es deshalb viele wichtige Entscheidungen zu treffen. Nach einer intensiven Diskussion wurde beschlossen, die Veranstaltung unter verschärften Sicherheitsmaßnahmen durchzuführen. Jasmin Wachter, Projektmitarbeitende und Covid-19-Beauftragte arbeitete ein Sicherheitskonzept aus, sodass am Abend der Veranstaltung ein entspanntes und sicheres Ambiente für alle herrschte.

Die Projektgruppe freut sich bereits jetzt auf zahlreiche Folgeveranstaltungen in der Fabrik Klarenbrunn. „Aufgrund der aktuellen Situation ist es jedoch schwierig, Termine festzulegen“, so Lukas Neßler, ein weiterer Projektmitarbeiter.

„Wir Erwachsenen können unseren Jugend­lichen ruhig etwas zutrauen!“

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