Der Wintersaisonstart wackelt

Vorarlberg / 06.11.2020 • 05:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Wintersaisonstart wackelt
Ob Anfang Dezember der Schnee in den Bergen nur zu Fuß erreicht werden kann, steht noch nicht fest. VN/PAULITSCH

Nachdem Ischgl den Saisonstart verschiebt, rauchen auch in Vorarlberg die Köpfe der Touristiker.

Schwarzach Eigentlich wäre der 26. November der große Tag in Ischgl gewesen. Das Ski-Opening stand an. Daraus wird nichts, der Lockdown ist bis Ende November angesetzt. Ischgl verschiebt also den Saisonstart, aber nicht nur bis zum 4. Dezember, sondern zwei Wochen weiter. Das Opening soll am 17. Dezember stattfinden, am 18. Dezember eröffnen die anderen Skigebiete im Paznauntal. In Vorarlberg möchten die meisten Skigebiete am 4. Dezember eröffnen. Ob sich das ausgeht, ist fraglich.

Michael Tagwerker, Geschäftsführer der Seilbahner-Fachgruppe in der Kammer, berichtet: “Es gibt noch keine Diskussionen. Wir müssen abwarten, wie sich die Infektionszahlen entwickeln. Nächste Woche wissen wir mehr.” Zwar herrsche Zweckoptimismus. “Aber es ist nicht unrealistisch, dass wir den Saisonstart verschieben müssen. Alles befindet sich in der Schwebe.” Die Vorbereitungen laufen jedenfalls normal weiter.

In Lech und Zürs scheint der Start in die Skisaison zu wackeln. „Ischgl ist vorgeprescht. Wir werden über den Start in einer Sitzung diskutieren, noch gilt der 4. Dezember als offizieller Termin“, sagt Tourismusdirektor Hermann Fercher. Im Montafon geht man davon aus, mit der Saison am 4. Dezember starten zu können. „Die Vorbereitungen laufen plangemäß, dazu zählen auch die Sicherheitskonzepte“, betont Martin Oberhammer, Geschäftsführer der Silvretta Montafon. Nach dem Start würden die Liftanlagen stufenweise hochgefahren. Allerdings: „Falls sich die Gesamtsituation ändert, werden wir uns anpassen müssen.“

Zumindest am Wochenende

Im Brandnertal ist man skeptisch, ob der Auftakt wie angepeilt Anfang Dezember erfolgt. „Ich befürchte, dass der 4. Dezember eher nicht realistisch sein wird“, meint Hannes Jochum als Geschäftsführer der Bergbahnen Brandnertal. „Wenn genügend Schnee da ist und der Lockdown nicht verlängert wird, starten wir zumindest den Betrieb an den Wochenenden.“ Dass der Saisonbeginn wie in Ischgl erst am 17. oder 18. Dezember erfolgen könnte, schließt Jochum jedoch nicht aus.

In Warth kann man auf VN-Anfrage noch keine Auskunft geben. In Damüls ist eine Verschiebung bisher kein Thema. “Sollten wir starten können und dürfen, werden wir das definitiv am 4. Dezember tun”, sagt Mathias Klocker, Geschäftsführer von Faschina Damüls Tourismus. Christian Schützinger, Chef von Vorarlberg Tourismus, ergänzt: “Nachdem der Weltcup in Lech/Zürs verschoben wurde, ist die Frage natürlich brennender geworden. Die Planung ist momentan sehr schwierig.” Michael Tagwerker fasst zusammen: “Momentan ist abwarten angesagt.”

Text: Michael Prock, Tony Walser, Birgit Entner-Gerhold

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