Diskrepanz bei Nachverfolgung

Vorarlberg / 06.11.2020 • 22:52 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Land kann den dürftigen Wert von 27 Prozent nicht nachvollziehen.

Bregenz Die Optik erscheint etwas schief. Bei der Nachverfolgung von Kontakten infizierter Personen steigt Vorarlberg im bundesweiten Vergleich mit 27 Prozent ziemlich schlecht aus.

Auf Österreich umgelegt liegt die Erfolgsquote bei 43 Prozent. Was das Verhältnis zwischen Gesamttests und Anzahl der positiv Getesteten angeht, sieht die Sache nicht besser aus. Der liegt in Vorarlberg laut den von der Coronakommission aktuell veröffentlichen Daten bei 30 Prozent.

Für Wien ist ein Wert von 12,7 Prozent und für Österreich insgesamt einer von 18,5 angegeben. Zumindest diese Zahlen sind für Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher schlüssig: „Wir suchen relativ gezielt nach positiven Fällen, und je gezielter getestet wird, umso höher die Trefferquote. Wird breiter getestet, sinkt sie.“

Verzerrtes Bild

Auch die vielen Antigentests, die speziell im niedergelassenen Bereich angeboten werden, verzerren laut Grabher das Bild. Antigentests, die negativ ausfallen, fließen nämlich nicht in die allgemeine Teststatistik ein, weil kein PCR-Test mehr erfolgt. Verpflichtend zu melden sind nur positive Ergebnisse, die noch durch einen PCR-Test bestätigt werden müssen. Die Treffsicherheit in diesem Fällen gibt Grabher mit 99 Prozent an. In den vergangenen zwei Wochen wurden insgesamt rund 4000 Tests durchgeführt.

Nicht nachvollziehen kann er jedoch den niedrigen Prozentsatz bei der Kontaktnachverfolgung. „Wir können immer noch 70 bis 80 Prozent der Kontaktpersonen eruieren“, betont Grabher. Diese Werte würden täglich neu erhoben und an die AGES gemeldet. Vor zwei Wochen lag die Quote noch bei 43 Prozent, vergangene Woche sank sie auf 27 Prozent ab. Wie die Diskrepanz zwischen Landes- und Bundesangaben zustande kommt, ist für den Landessanitätsdirektor unerklärlich. Nun soll der Sache nachgegangen werden.

Ein Blick auf das Alter der Covidbetroffenen zeigt, dass 73 Prozent zwischen 20 und 64 Jahre alt sind, 12 Prozent sind jünger und 13 Prozent 65 und älter. VN-MM

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