Radikale Moscheen geschlossen

Vorarlberg / 06.11.2020 • 23:11 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Radikale Moscheen geschlossen

Zwei Einrichtungen betroffen. Problematische Moschee in Nofels längst zu.

Wien Zwei Moscheen in Wien sind geschlossen werden. Der Wiener Attentäter dürfte sich dort mehrfach aufgehalten und radikalisiert haben, berichtet Kultusministerin Susanne Raab (ÖVP). Sie zieht die Konsequenzen. Politikwissenschafter und Extremismusexperte Thomas Schmidinger sieht darin eine Gratwanderung, „die man aber gehen muss“. So sei die Überwachung der Szene nun schwieriger. Allerdings sollten wirklich problematische Moscheen nicht einfach weiter agitieren können.

Eine der betroffenen Einrichtungen ist die Tewhid-Moschee in Meidling, die bislang der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) unterstand. IGGÖ-Präsident Ümit Vural teilte mit, dass ihre Schließung nun angeordnet sei. Die Moschee habe gegen Glaubenslehre, Verfassung und Islamgesetz verstoßen. Zugesperrt wird auch die Melit-Ibrahim-Moschee in Ottakring, die nicht der IGGÖ angehört. Es läuft ein Auflösungsverfahren nach dem Vereinsgesetz. 

Laut Schmidinger gibt es in Österreich mehrere Moscheen, bei denen man genauer hinschauen müsse. Die Schließungen in Wien bezeichnet er als zweischneidiges Schwert. Zum einen sollten radikale Gemeinden nicht weiterarbeiten können, zum anderen würde die Überwachung schwieriger. 

Eine problematische Moschee gab es auch in Nofels. Sie ist aber längst geschlossen. Ihr Mietvertrag lief ab. „Man darf sich aber nicht der Illusion hingegeben, dass es die Gruppen und Netzwerke, die hinter den islamistischen Moscheen stehen, plötzlich nicht mehr gibt“, sagt Schmidinger.

Er bezeichnet die radikalen Moscheen als Fortbildungsinstitutionen des Extremismus. „Es geht niemand hin, der nicht von vornherein etwas mit der Ideologie anfangen kann.“ Solche extremistischen Moscheen seien also nicht das Einfallstor, aber ein wichtiges Instrument einer Radikalisierung. Die Leute würden vorangetrieben, wenn sie ständig radikale Predigten von radikalen Predigern hören. VN-ebi

„Die Netzwerke hinter islamistischen Moscheen lösen sich mit der Schließung nicht auf.“

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