Wie Oberstufenschüler mit dem Homeschooling zurechtkommen

Vorarlberg / 06.11.2020 • 08:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Wie Oberstufenschüler mit dem Homeschooling zurechtkommen
Ida, Hannah, Luna und Marius (v. l.) gegen vorbildlich professionell mit der Situation des Homeschoolings um. VN/STEURER

Schülerlob für die Lehrer: “Sie können das besser als noch im Frühjahr.” Verständnis für die Schulschließung.

Dornbirn Ida, Hannah, Luna und Marius sind realistische junge Erwachsene. Professionell haben sich die Oberstufenschüler bereits drei Tage nach Wiedereinführung des coronabedingten Fernunterrichts mit diesem arrangiert. “Wir dachten uns schon vorher, dass wir das wieder haben würden”, sagt Hannah, die Siebtklässlerin am BG Dornbirn. Sie begründet: “Dornbirn wurde Rot, und in der Schule gab es noch Gelb. Man konnte sich ausrechnen, dass dieser Zustand nicht lange halten wird.”

Der Ampeldschungel

Fast amüsiert zeigt sich Marius, Schüler der dritten Klasse an der Bildungsanstalt für Elementarpädagogik in Feldkirch, über die wenig strukturierte Vorgangsweise der Bildungsdirektion. “Noch am Freitag hieß es, die Schulampelfarbe bleibt gelb. Am Samstag gab es die Ankündigung, dass etwas passiert. Und am Sonntag passierte es dann, nämlich die Ankündigung, dass wir nicht mehr in die Schule dürfen.”

Einig sind sich alle darüber, dass die Klassenvorstandsstunde am Dienstag, dem ersten Schultag nach den Herbstferien, sehr wertvoll war. “Da mussten wir halt schon mit Maske auf unserem Platz sitzen, um die Abläufe der kommenden Tage und Wochen erklärt zu bekommen”, erzählt Luna, Maturantin am BG Dornbirn.

Schularbeiten schreiben mit Maske

Hannah und Marius haben diese Woche auch schon Schularbeiten an der Schule geschrieben. Für diese Anlässe gibt es eine Ausnahme von der Schulschließung. “Wir hatten den Direktor als Aufsicht und mussten Masken tragen”, erzählt Hannah. “Wir auch”, sagt Marius. Er habe es bei seiner zweistündigen Schularbeit jedoch nach einer Stunde nicht mehr ausgehalten. “Ich nahm das Ding dann herunter, und ich war nicht der Einzige.”

Luna, ebenfalls Maturantin am BG Dornbirn, ist zuversichtlich, kommende Woche bei ihrer dreistündigen Schularbeit keine Maske tragen zu müssen. “Zumindest sagte man uns das.”

Wie Ida hat Luna die besonderen Vorteile des Distance Learnings ausgemacht. “Wir sind an unserer Schule echt gut ausgestattet, und auch die Lehrer sind eigentlich alle digitalfit”, sagt die Lustenauerin. Für sie ergibt sich im schulischen Homeoffice zudem ein positiver Nebeneffekt: “Ich erspare mir drei Stunden tägliche Fahrzeit von Lustenau nach Bezau und zurück.”

“Für mich bedeutet die Schulschließung: Ich muss nicht täglich drei Stunden fahren.

Ida Hagen, Schülerin HLT Bezau

Rückkehr nicht vor Jänner

Dass die Lehrer grundsätzlich viel besser digital aufgestellt sind als noch im März, sagen alle: “Unser Mathelehrer hat uns damals in den neun Wochen nur drei Arbeitsaufträge gegeben. Das war’s. Jetzt gibt es bei ihm Videokonferenzen”, lobt Luna. Für die digitale Kommunikation werden bevorzugt die gängigen Lernplattformen “Teams” und “Elias” benutzt.

Hannah, Ida, Luna und Marius zeigen Verständnis für die coronabedingte Verbannung von der Schule. “Man muss sich doch nur die Zahlen anschauen. Und wir Oberstüfler sind schließlich selbstständig genug, dass wir damit zurechtkommen”, sagt Luna selbstbewusst.

Einig ist sich das Quartett auch darin, dass es besser sei, auch noch im Dezember zu Hause zu bleiben. Devise: Lieber nach Weihnachten wieder unter sicheren Rahmenbedingungen an die Schule zurückkehren.

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