Raku – aus uralter Technik werden Wandbilder

Vorarlberg / 08.11.2020 • 17:50 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Pilotprojekt Holzgauerhaus: Als Vorlage für das Wandbild diente Bettwäsche-Design.
Pilotprojekt Holzgauerhaus: Als Vorlage für das Wandbild diente Bettwäsche-Design.

Handwerk, Hightech und künstlerische Kreativität in Projekt vernetzt.

Alberschwende Was haben eine Keramikkünstlerin, ein Maler und ein Fliesenleger miteinander zu tun? Auf den ersten Blick wohl nichts, doch im Bregenzerwald haben sich der Alberschwender Maler Michael Fetz (fetzcolor), die Keramikkünstlerin Petra Raid aus Langenegg und der Egger Ofenmacher und Fliesenleger Roman Voppichler zum Projekt „rakutile“ zusammengefunden, um besondere Wandbilder zu fertigen.

Exklusive Innovation

„Unsere Innovation hat ganz sicher kein Potenzial für ein Massenprodukt, jedes Projekt, das wir gemeinsam umsetzen, ist ein aufwendig produziertes Unikat“, so Michael Fetz im Gespräch mit der VN-Heimat. Für ihn und seine Projektpartner geht es auch gar nicht um Massenfertigung, sondern vielmehr darum, einen Leistungsbeweis für die Kreativität und Innovationskraft des Wälder Handwerks zu liefern. Erstmals präsentiert wurde „rakutile“ Ende 2018 bei Handwerk + Form in Andelsbuch und bei der Bregenzerwälder Handwerksausstellung im Sommer. Bis dahin wurde im wahrsten Sinne des Wortes ein Scherbenhaufen angerichtet, denn es war ein schwieriges Unterfangen, sich für dieses spezielle Projekt an die Raku-Technik heranzutasten. „Bis wir das im Griff hatten, ging in der Tat einiges zu Bruch“, räumt Fetz schmunzelnd ein.

Er suche immer wieder neue Herausforderungen, schildert Fetz die Entstehung des Projekts. Dabei sei er auf die alte Raku-Technik, eine Methode des Brennens, die in Japan entwickelt wurde und vor etwa 80 Jahren auch in der westlichen Welt in abgewandelter Form bekannt wurde, gestoßen.

Im Eigenbedarf erprobt

In der Keramikkünstlerin Petra Raid fand er eine Partnerin für das Raku-Brennverfahren und für die handwerkliche Umsetzung ist der Ofenmacher und Fliesenleger Roman Voppichler mit im Boot. „Zunächst haben wir diese interessante Geschichte nur für unseren privaten Gebrauch genützt, inzwischen arbeiten wir auch für ausgesuchte Kunden“, verrät Fetz. Und er ergänzt, es habe sich gezeigt, „dass die Anwendungsmöglichkeiten noch längst nicht ausgereizt sind“. Zum Beweis dafür weist er auf zwei unterschiedliche Aufträge hin. „Im Holzgauerhaus in Lechleiten haben wir die Nasszelle damit ausgestattet. Das Besondere: für das Muster der Wandbilder diente die Bettwäsche als Vorlage, denn dieses Design haben wir digital bearbeitet, Schablonen angefertigt und dann auf die Fliesen übertragen.“ Auf gleiche Art und Weise wurde bei der Verkleidung eines Ofens verfahren – auch dabei entstand ein Unikat, das eindrucksvoll unterstreicht, wie alte Technik mit moderner Ausdrucksweise verbunden werden kann. STP

Mit der Präsentation des Projekts „rakutile“ sorgte Michael Fetz (r.) bei der Wälder Handwerksausstellung für Aufsehen. STP/2
Mit der Präsentation des Projekts „rakutile“ sorgte Michael Fetz (r.) bei der Wälder Handwerksausstellung für Aufsehen. STP/2

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