Ein Beförderungsmittel für jedermann

Vorarlberg / 09.11.2020 • 16:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Radfahrerverein wurde 1886 gegründet. Die Aufnahme entstand um 1890.Stadtarchiv
Der Radfahrerverein wurde 1886 gegründet. Die Aufnahme entstand um 1890.Stadtarchiv

Ende des 19. Jahrhunderts eroberte das Fahrrad Dornbirns Straßen.

Dornbirn 1886 gründeten einige Fans des Radfahrens den Dornbirner Radfahrerverein (RV Dornbirn). Und noch heute organisiert der Verein zahlreiche Veranstaltungen für die Freunde des umweltfreundlichen Verkehrsmittels und Sportgerätes.

Es sind erst gut 130 Jahre her, als sich die ersten Besitzer eines „Drahtesels“ zusammenschlossen, um gemeinsam ihrem Hobby, dem Radfahren, nachzugehen. Dabei war der Kauf eines Rades in den Anfängen des noch jungen Sports ein teures Vergnügen, wie im Bildband „Dornbirn in alten Ansichten“ nachzulesen ist. Einer der Pioniere war Hugo Rüf, der 1883 stolzer Besitzer eines nagelneues Rades wurde. Er legte für das Vehikel nicht weniger als 180 Gulden auf den Tisch und muss wohl zu den begüterten Dornbirnern gezählt haben. Das zeigt ein Vergleich mit dem Wohnungsmarkt der damaligen Zeit. Für die Miete einer Firmenwohnung mit Küche und drei Zimmern waren jährlich 36 Gulden fällig.

Die steigende Nachfrage ließ die Preise für Fahrräder dann schnell sinken. Bis zur Jahrhundertwende wurde das Rad zum Beförderungsmittel für alle, obwohl es viel aushalten musste, denn asphaltierte Straßen waren damals eine absolute Seltenheit, dafür gab es mehr Pannen. Die stolzen Radbesitzer waren immer die ersten Zaungäste, wenn es etwas Besonderes zu sehen gab, wie etwa während des 1. Weltkrieges die Abnahme der Glocken aus dem Turm zu St. Martin für die Rüstungsmaschinerie.

Vor 134 Jahren gegründet

Wegen des großes Andrangs auf die neuen Zweiräder wurde bereits 1886 der Dornbirner Radfahrverein gegründet, nach Feldkirch und Bregenz der älteste in Vorarlberg. Wie es in Dornbirn üblich war, wurde großer Wert auf ein reges Vereinsleben gelegt. Das Vereinsheim war über lange Jahre hinweg das Gasthaus „Flur“ an der Ecke Radetzkystraße/Flurgasse. Der Gasthof gehörte zu den beliebtesten Einkehrstätten in Dornbirn.

In den letzten Jahren setzte nicht nur in Dornbirn ein wahrer Radfahrboom ein. Da blieb auch der Stadt nichts anderes übrig, als zu reagieren. Inzwischen werden Jahr für Jahr große Summen für Radwege und Radbrücken ausgegeben. Das jüngste größere Projekt war letztes Jahr die Fertigstellung einer Radbrücke an der Grenze zu Hohenems. HA

Das Vereinsheim, das Gasthaus Flur um 1920.
Das Vereinsheim, das Gasthaus Flur um 1920.

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