Verheirateter Familienvater vergeht sich an zehnjährigem Mädchen

Vorarlberg / 09.11.2020 • 22:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der bislang Unbescholtene wurde vom Schöffensenat für schuldig befunden. EC
Der bislang Unbescholtene wurde vom Schöffensenat für schuldig befunden. EC

18 Monate Haft, sechs davon unbedingt, sind die Strafe für verbotene Massagen.

Feldkirch Die Vorwürfe gegen den 51-jährigen verheirateten mehrfachen Familienvater wiegen schwer. Im Februar war der Mann mit seiner Gattin auf Besuch bei Bekannten. Die zwei Ehepaare kennen sich gut, und auch die neunjährige Tochter freute sich, dass jemand zu Besuch kam. Die Kleine hatte zwar schon „eigenen“ Besuch von einer guten Freundin (10), die beiden Mädchen spielten und hatten ihren Spaß. Die Zehnjährige durfte an jenem Freitagabend auch bei der Familie übernachten. Die Kinder hielten sich im Kinderzimmer auf und baten den männlichen Besucher, mit auf ihr Zimmer zu kommen.

Situation ausgenutzt

Die Mädels amüsierten sich zunächst mit dem Bekannten, dann entwickelte sich die Situation allerdings in eine ganz falsche Richtung: Der 51-Jährige legte die Hand des Mädchens auf sein Geschlechtsorgan, dabei war der Mann bekleidet. Die Zehnjährige wollte das nicht, zog ihre Hand weg. Nachdem sich die Situation wieder „beruhigt“ hatte und etwas Zeit vergangen war, massierte der Bekannte sie zunächst am Rücken. Dabei glitt seine Hand immer weiter nach unten. Das Mädchen versuchte auf dem Bett nach oben wegzurutschen, doch der Mann rutschte einfach nach. Auch ihre Brüste betatsche der Täter. Schließlich verließ er das Zimmer wieder. So schilderte der Teenager die Vorkommnisse, die die Staatsanwaltschaft anklagte.

Verteidiger Franz Josef Giesinger hingegen betont, dass sein Mandant von den Vorwürfen völlig überrascht gewesen sei. Es habe keine sexuellen Annäherungsversuche gegeben, versichert der Beschuldigte. Giesinger appelliert an den Schöffensenat, genau hinzusehen, denn wenn es um Kindesmissbrauch gehe, wolle man oft gar nicht mehr hören, was der Beschuldigte selbst zu sagen habe. Giesinger zitiert aus Fachliteratur, dass bei rund dreißig Prozent der Sexualstraftaten die Anschuldigungen falsch seien. Nicht umsonst gebe es sogenannte „Glaubhaftigkeitsgutachten“. Auch in diesem Fall habe sich das Mädchen in Widersprüche verwickelt.

Schuldig

Der Schöffensenat nimmt sich einen ganzen Tag Zeit, um die Sache zu prüfen. Dann verkündet der Richter das Urteil: „Schuldig des sexuellen Missbrauchs.“ Die Strafe für den bislang Unbescholtenen wird mit 18 Monaten, sechs davon unbedingt, zwölf auf Bewährung, ausgemessen. „Die Angaben des Mädchens waren überzeugend, die Widersprüche bezogen sich lediglich auf unwichtige chronologische Details“, führte Richter Martin Mitteregger in der Begründung aus. Für den Senat gab es kein Motiv, warum das Mädchen diese Geschichte hätte erfinden sollen. Dem Opfer wurden 1500 Euro Teilschmerzensgeld zugesprochen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. EC

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