Das Mesmerhaus gibt es seit über 200 Jahren

Vorarlberg / 10.11.2020 • 15:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Haus mit der Adresse Dorf 77 in Bildstein wird heute Mesmerhaus genannt, da einer der Besitzer, Schreiner Franz Josef Böhler (1873–1961), in der barocken Wallfahrtskirche mehr als 60 Jahre lang den Mesmerdienst verrichtete. <span class="copyright">Albrecht Imanuel Schnabel</span>
Das Haus mit der Adresse Dorf 77 in Bildstein wird heute Mesmerhaus genannt, da einer der Besitzer, Schreiner Franz Josef Böhler (1873–1961), in der barocken Wallfahrtskirche mehr als 60 Jahre lang den Mesmerdienst verrichtete. Albrecht Imanuel Schnabel

Das geschichtsträchtige Haus in Bildstein mit der Nummer Dorf 77 entwickelte sich von der Schreinerei zum Feriendomizil.

Bildstein Der Wallfahrtsort Bildstein gilt als einer der schönsten Aussichtspunkte zum Bodensee hin. Schon von weitem sieht man die zwei Türme der barocken Wallfahrtskirche. Das Mesmerhaus ist eines der zehn denkmalgeschützten Wohnhäuser, die ringförmig um den Platz der Basilika Maria Bildstein angeordnet sind. Wann das Haus erbaut wurde, lässt sich heute nicht mehr genau sagen. Sicher ist jedenfalls, dass es über 200 Jahre alt ist.

Erster Besitzer 1808

Das Hausbesitzerverzeichnis von 1887 führt den ersten Besitzer im Jahr 1808 an. Gastgeberin Evi Haller und Baumeister Jürgen Haller haben das Haus aufwendig renoviert und ein innovatives, touristisches Angebot geschaffen. Das denkmalgeschützte Haus mit seinen drei Ferienwohnungen eignet sich als Urlaubsdestination abseits jeglichen Trubels.

Ein geschichtsträchtiger Ort

Der Name des Rheintalhauses geht auf Evi Hallers Urgroßvater Franz Josef Böhler zurück, der es 1905 erwarb. Hauptberuflich war Franz Josef Schreiner, seine Werkstatt richtete er damals im Dachboden des Mesmerhauses ein. Nebenberuflich versah er als Mesmer in der Basilika seinen Dienst. Mehrmals täglich musste er die Glocke läuten, die einst von 120 Mann auf einem Wagen über die steile Straße von Wolfurt nach Bildstein gezogen worden war. „Einen Laib Brot in der Woche bekam mein Urgroßvater für seine Arbeit“, erzählt Evi Haller.

Im Erdgeschoß hatte das Ehepaar Böhler einen kleinen Stall mit Vieh. Heute erinnern die Namen von zwei Ferienwohnungen an Franz Josef und seine Frau Ludovika.

Denkmalgeschützte Außenhaut

Außen wurde das denkmalgeschützte Haus mit der Schindelfassade und den vielen Fenstern kaum verändert. Innen hingegen hat mit der Renovierung in den Jahren 2010–2011 ein neues Zeitalter begonnen. „Das historische Flair der Hülle wird bereichert durch eine moderne Gestaltung, die zeitgemäßes Wohnen möglich macht und die Mystik des Ortes trotzdem spüren lässt“, erklärt Jürgen Haller. Die helle, erneuerte Holzfassade mit Fichten-Rundschindeln und die Kastenfenster mit den typischen grünen Fensterläden prägen das geschichtsträchtige Haus im historischen Zentrum der Hofsteiggemeinde.

Biberschwanzziegeldach

Erschlossen wird das ehrwürdige Objekt unter dem Biberschwanzziegeldach von dem zentral im Gebäude positionierten Treppenhaus. Zwei Wohnungen sind im ersten Obergeschoß situiert und eine Etage darüber liegt die zweigeschossige Penthouse-Wohnung. Bei der Innenraumgestaltung wurden heimische Materialien und lokale Handwerksbetriebe bevorzugt.

Die Wohnungen sind mit gebürstetem Eichenboden, Fichtendecken, modernem Lichtdesign mit indirekter Beleuchtung und vorwiegend Vorarlberger Schreinermöbeln ausgestattet.

Das Haus mit der Adresse Dorf 77 in Bildstein wird heute Mesmerhaus genannt, da einer der Besitzer, Schreiner Franz Josef Böhler (1873–1961), in der barocken Wallfahrtskirche mehr als 60 Jahre lang den Mesmerdienst verrichtete. <span class="copyright">Albrecht Imanuel Schnabel</span>
Das Haus mit der Adresse Dorf 77 in Bildstein wird heute Mesmerhaus genannt, da einer der Besitzer, Schreiner Franz Josef Böhler (1873–1961), in der barocken Wallfahrtskirche mehr als 60 Jahre lang den Mesmerdienst verrichtete. Albrecht Imanuel Schnabel

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