Der Bruder als Lebensretter

Vorarlberg / 10.11.2020 • 18:18 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Schon kurz nach dem Eingriff zeigte sich Manuela Leber wieder frohen Mutes. Es konnte nur noch aufwärts gehen und es ging aufwärts.leber
Schon kurz nach dem Eingriff zeigte sich Manuela Leber wieder frohen Mutes. Es konnte nur noch aufwärts gehen und es ging aufwärts.leber

Manuela Leber litt an Leukämie und fand in der Familie den passenden Stammzellspender.

dornbirn Geschichten, die Hoffnung machen, zählen in Zeiten wie diesen noch mehr. Manuela Leber kann eine solche erzählen, obwohl es das Schicksal anfangs gar nicht gut mit der 30-Jährigen meinte. Im April 2018 ließ sie sich im Messepark bei einer Aktion von „Geben für Leben“ typisieren. Manuela wollte einen Beitrag leisten, um dem kleinen Efe, einem leukämiekranken Buben, zu helfen. Zwei Jahre später erhielt die junge Frau selbst die Schreckensdiagnose. Ihr großes Glück: Beide Brüder kamen als Stammzellspender infrage.

Kritische Frist bald überstanden

Demnächst hat Manuela die ersten kritischen einhundert Tage nach der Transplantation hinter sich. „Sie gelten als Frist für mögliche Abwehrreaktionen des Körpers“, erklärt Manuela Leber im VN-Gespräch. Glücklicherweise blieben Abstoßungserscheinungen bislang aus. Ihr Glaube und der stets positive Umgang mit der Erkrankung trugen Manuela durch diesen schwierigen Prozess. „Auch dafür bin ich sehr dankbar“, sagt sie.

Die gebürtige Schweizerin, die in Dornbirn wohnt, hatte in der Zeitung vom Aufruf zur Typisierung gelesen. „Da sie zu diesem Termin gerade im Messepark war, entschloss sie sich spontan, daran teilzunehmen“, erzählt die Obfrau von „Geben für Leben“ und Russpreisträgerin Susanne Marosch. Nur zwei Jahre später, am Ostersonntag im April 2020, erhielt die Spenderin im Landeskrankenhaus Rankweil die Diagnose Akute Myeloische Leukämie (AML). „Im ersten Moment wusste ich nicht, was das bedeutet, wollte im Internet recherieren“, erinnert sich Manuela Leber zurück. Doch sie ließ es dann.

Stattdessen fand sie im Gebet Frieden und Energie zugleich. „Ich hatte keine Angst, sondern Vertrauen in die Ärzte und das Wissen, im Kampf gegen die Krankheit nicht allein zu sein.“ 

Ein unvergesslicher Tag

Es folgten Chemotherapien und Isolation. Gleichzeitig suchten ihre behandelnden Ärzte intensiv nach einem Stammzellspender. Sie wurden in der Familie von Manuela fündig. „Darüber war ich sehr froh.“ Für den anderen Fall hätten sich aber auch Freunde und Bekannte für sie typisieren lassen. Die Knochenmarktransplantation fand in Innsbruck statt. Diesen Tag werde sie nie vergessen. Nach einer halben Stunde war alles erledigt. Seitdem kehrt die zweifache Mutter Schritt für Schritt in den Alltag zurück, versucht, jeden Tag so normal wie möglich zu verbringen. „Aber alles mit Abstand und Maske“, betont Manuela Leber. Sie ist Ärzten und Pflegepersonen unendlich dankbar, ebenso ihrer Familie, auf deren Unterstützung sie stets zählen konnte und immer noch kann, auch wenn Corona viele Besuche verhindert. VN-MM

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