Die alten Menschen zuerst

Vorarlberg / 11.11.2020 • 22:10 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Verteilung des Coronaimpfstoffs soll nach Bevölkerungsschlüssel erfolgen.

Bregenz, Wien Das Warten auf den Coronaimpfstoff hat begonnen. Bund und Länder sind bereits mit der Ausarbeitung von Impfstrategien beschäftigt, so auch Vorarlberg, wo die Planungen einer Arbeitsgruppe übertragen wurden (die VN berichteten). Für alle 27 EU-Staaten gibt es vier fixe Lieferzusagen auf Basis von Vorkaufsverträgen. Laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober sind jeweils etwa zwei Prozent der Lieferungen für Österreich reserviert. Das garantiere eine ausreichende Impfmenge. Eine Impfpflicht wird es nicht geben.

 

Zuteilung der Impfdosen. Bei der Zuteilung von Impfdosen an die Bundesländer wird, vermutet Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher aufgrund von Andeutungen auf Bundesseite, wohl der Bevölkerungsschlüssel zur Anwendung kommen, wie das bei den anderen Impfungen auch der Fall sei. Von diesem Sachstand ausgehend könnten vier bis fünf Prozent der gelieferten Impfdosen nach Vorarlberg gehen. Sollten die aktuell kolportierten 600.000 Stück ab Jänner tatsächlich verfügbar sein, wären das für Vorarlberg gut 30.000 Dosen. „Eine überschaubare Menge“, konstatiert Grabher. Offen ist nämlich noch die Frage, ob nur einmal oder doch zweimal geimpft werden muss.

 Wer zuerst geimpft wird. Laut Wolfgang Grabher sollen zuerst jene Personen mit dem größten Risiko geimpft werden. „Das sind in erster Linie die alten Menschen in den Pflegeheimen und Menschen mit schweren Vorerkrankungen, die Gefahr laufen, bei einer Covid19-Infektion schwer zu erkranken oder an der Infektion zu sterben“, konkretisiert er. Gleich danach kommen die Mitarbeitenden in Pflegeheimen und Krankenhäusern. Wie sich der Prioritätenkatalog weiter gestaltet, ist noch offen.

 

Zeitpunkt der Verfügbarkeit. Das Gesundheitsministerium geht davon aus, dass die ersten Dosen im 1. Quartal 2021 zu Verfügung stehen werden. Voraussetzung dafür ist allerdings eine Zulassung durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA). Im 2. Quartal 2021 sollte bereits eine größere Menge an Impfstoffen verfügbar sein.

 

Nationale Impfstrategie. Das zuständige Bundesministerium erarbeitet derzeit auf Basis der bislang verfügbaren Informationen und in enger Abstimmung mit dem Nationalen Impfgremium sowie in Anlehnung an die EU-Impfstrategie eine nationale Impfstrategie. Diese muss laufend entsprechend neuer Erkenntnisse adaptiert werden und kann erst dann finalisiert werden, wenn einer oder mehrere Impfstoffe tatsächlich zugelassen sind.

Zugang zur Impfung. Das Gesundheitsministerium versichert, einen niederschwelligen Zugang zur Covid19-Impfung zu schaffen. Sie werde dorthin kommen, wo Menschen arbeiten, leben oder sich aufhalten. Es könnten auch mobile Impfteams zum Einsatz kommen. Die finale Identifizierung möglicher Impfstellen hängt allerdings auch von den Eigenschaften der Impfstoffe ab, etwa der Lagerung. So soll der von BioNTech und Pfizer entwickelte Impfstoff eine Lagertemperatur von -80 Grad benötigen.

 

Stand der Impfstoffbeschaffung. Es gibt für die Europäische Union vier bereits fixierte Lieferzusagen: AstraZeneca (über 300 Millionen Dosen und Option auf weitere 100 Millionen), Johnson&Johnson (über 200 Millionen Dosen und Option auf weitere 200 Millionen), Sanofi (300 Millionen Dosen), BioNTech/Pfizer (200 Millionen Dosen plus Option auf weitere 100 Millionen). Vertragsverhandlungen laufen auch noch mit Moderna und CureVAC. VN-MM, EBI

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