Wie man lernt, für sich einzutreten

Vorarlberg / 11.11.2020 • 15:58 Uhr
Elke Martin ist es wichtig, dass Jugendliche für sich selber eintreten.<span class="copyright">BI</span>
Elke Martin ist es wichtig, dass Jugendliche für sich selber eintreten.BI

Elke Martin betreut als Jugendkoordinatorin alle Gemeinden im Montafon.

Schruns Ein vorrangiges Ziel in ihrer Aufgabe als Jugendkoordinatorin besteht für Elke Martin darin, verstärkt Kinder- und Jugendbeteiligung im Montafon zu implementieren. „Politik muss gelernt werden – und das möglichst früh, um in weiterer Folge immer weitergelebt zu werden“, betont die engagierte Jugendkoordinatorin. Seit zwei Jahren ist sie in dieser Funktion für den Stand Montafon tätig. Die Interessen der Jugendlichen aus den zehn Gemeinden werden durch sie vertreten: „Meine Aufgabe ist es, die Jugendlichen auf politischer Ebene zu vertreten.“

Für Elke Martin bedeutet Politik Teilhabe: „Jugendliche sollen lernen, dass sie gesellschaftliche Veränderungen beeinflussen können. Dazu gehört Mitbestimmung auf Gemeinde- und Landesebene, aber auch die Fähigkeit, Kompromisse einzugehen und in einen Dialog zu treten.“ Durch einen wertschätzenden Austausch sei es auch einfacher, andere Perspektiven kennenzulernen und zu akzeptieren.

„Wenn Kinder und Jugendliche ihr Umfeld mitgestalten, bekommen sie einen anderen Bezug zu dem Begriff Heimat. Im Handeln erleben sie eine Selbstwirksamkeitserfahrung, die auch in der Gestaltung ihres Lebensweges und bei Projekten abrufbar bleibt“, betont die Fachfrau für Soziale Arbeit. Dieser Prozess müsse geübt werden, damit ein Erfolgserlebnis eintritt: „Es ist mir ein Anliegen, dass die Jugendlichen ihre Schwellenängste vor der Politik verlieren. Politik hat immer mit der aktuellen Situation, aber auch mit der Zukunft zu tun.“

Die Kommunikation mit den Jugendlichen solle dabei immer auf Augenhöhe erfolgen. Dadurch werde eine Bewusstseinsbildung eingeleitet: „Gerade im Montafon als touristischem Gebiet sind eigene Freiräume für Jugendliche sehr gefragt. Auch die Mobilität ist immer wieder ein großes Thema, in diesem Zusammenhang haben wir im Vorjahr Workshops durchgeführt, die sehr gut angenommen wurden.“

Eigenständig Projekte starten

Als Jugendkoordinatorin ist Martin stark mit der Offenen Jugendarbeit Montafon, den Schulen, der Wirtschaftsgemeinschaft Montafon, aber auch dem Jugendforum vernetzt. Es gelte, gemeinsam Möglichkeitsbereiche für Jugendliche zu schaffen. „Das Jugendforum ist ein ganz eigenständiges Konstrukt, das in Vorarlberg einmalig ist. 14- bis 21-Jährige können in diesem Rahmen ganz eigenständig Projekte starten. Das Jugendforum nimmt im Montafon einen sehr wichtigen Platz ein“, betont sie. Auch für Kinder und Jugendliche, die benachteiligt sind, bilde dies eine gute Möglichkeit, sich einzubringen und somit den Glauben an sich selbst zu stärken. Erst vor Kurzem wurde das World Peace Game mit der Teilnahme von zahlreichen Jugendlichen durchgeführt: „Die Schüler erfuhren auf spielerische Weise von politischen Zusammenhängen auf weltweiter Ebene. Schon nach einem Tag veränderte sich die Sichtweise auf bestimmte Themenstellungen.“

Als Idealablauf bei der Durchführung eines Projekts sieht die Sozialarbeiterin ihre Funktion eher im Hintergrund: „Ich unterstütze und begleite ein Projekt, die Durchführung sollte aber durch die Jugendlichen selber erfolgen. Denn es ist mir ganz wichtig, dass sie für die eigenen Interessen eintreten! Für jeden Jugendlichen gilt ein persönlicher Auftrag, die eigene Zukunft mitzugestalten.“ BI

Zur Person

Elke Martin

Geboren 29. Juli 1964

Familie verheiratet, zwei erwachsene Kinder

Wohnort Braz

Beruflicher Werdegang Hotelfach- und Gastgewerbeschule in Bludenz, Auslandsaufenthalte, Studienberechtigungsprüfung, Erlebnispädagogische Ausbildung, Studium Soziale Arbeit an der FH Vorarlberg

Hobbys Skifahren, Wandern, Schwimmen, Biken, Lesen, Kultur